KMU brauchen objektbasierte Finanzierungsalternativen

Corona bringt Branchen in Existenznot. Staatliche Unterstützung kommt oft nicht rechtzeitig an oder reicht nicht aus. Objektbasierte Ansätze wie Asset Based Credit können Hilfe leisten.
KMU brauchen objektbasierte Finanzierungsalternativen
Nach Ansicht1 des Instituts für Wirtschaftsforschung (IW Köln) kommen viele staatliche Corona-Hilfen zu spät an. So stünden für 2021 zwar 39,5 Milliarden Euro Überbrückungshilfe III, November- und Dezemberhilfe bereit. Davon seien aber erst rund fünf Milliarden ausgezahlt worden. Dabei gehe es hier um die Existenz vieler Unternehmen, die die Lage aus eigener Kraft nicht mehr meistern könnten.

Einzelhandel bangt um Existenz

Dramatisch ist die Lage unter anderem für den stationären Einzelhandel. Die Händler stehen seit Monaten ohne Geschäftsgrundlage da und verlieren den Anschluss zur Online-Konkurrenz. Wie ernst die Situation ist, zeigt eine Umfrage2 des Handelsverbands Deutschland. Danach reichen für 80 Prozent der Innenstadthändler die derzeitigen staatlichen Hilfsmaßnahmen nicht, um ihre Existenz zu sichern. 60 Prozent stehen ohne weitere Hilfen vor dem Aus.

Doch Ausgleichszahlungen kompensieren bestenfalls bilanzielle Verluste. Dringend nötige Investitionen in Struktur und Prozesse oder die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells bleiben liegen. So laufen KMU Gefahr, von den aktuell notwendigen Transformationsprozessen abgekoppelt zu werden. Hier kann ein objektbasierter Finanzierungsansatz wie Asset Based Credit sowohl Hilfe bei der betrieblichen Stabilisierung leisten als auch finanzielle Mittel für die Weiterentwicklung bereitstellen.

Den Wert des Umlaufvermögens nutzen

Eine objektbasierte Finanzierung fördert Potenzial zutage, das während des Lockdowns gerade für Einzelhändler oder produzierende Unternehmen oft zur Belastung geworden ist. Denn werthaltiges Umlauf- und Anlagevermögen verursacht durch Lagerhaltung, Bereitstellung und Wartung Kosten, während Waren nicht verkauft und Material nicht verbaut werden kann.

Asset Based Credit greift auf diese Werte zurück: Maschinen, Fuhrparks, Warenlager, Handelswaren, Sachwerte oder Immobilien können im Rahmen der Finanzierung als Kreditsicherheiten genutzt werden. Die assetbasierten Spezialkredite unterstützen Firmen bei der Überbrückungsfinanzierung, der Kreditablöse, dem Abfedern von Einbußen oder bei der Restrukturierung und Sanierung.

Die kurz- bis mittelfristige Finanzierung kann aber auch für Investitionen in Technologie, Prozesse und Geschäftsmodelle genutzt werden. Eine zentrale Eigenschaft von Asset Based Credit ist die Bonitätsunabhängigkeit. Hier stehen die Vermögensgegenstände im Zentrum. Dies teilt das Modell auch mit dem Ansatz Sale & Lease Back, der sich besonders an produzierende KMU mit großem Maschinen- und Anlagenpark richtet.

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[1] Quelle: www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/beitrag/hubertus-bardt-weiterhin-zu-wenig-und-zu-spaet.html

[2] Quelle: einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/13116-aktuelle-hde-trendumfrage-fuer-rund-80-prozent-der-betroffenen-einzelhaendler-reichen-die-derzeitigen-hilfsmassnahmen-nicht-aus

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Gastautor

Carl-Jan von der Goltz,
geschäftsführender Gesellschafter
Maturus Finance GmbH

Carl-Jan von der Goltz, geschäftsführender Gesellschafter Maturus Finance GmbH

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