Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Silicon Germany - Teil 1

HELDEN VON MORGEN

Start-ups brauchen Ideen, Kapital – und Rat. Heute fördern viele Hochschulen Gründer während der schwierigen Anfangsphase. Das DUB UNTERNEHMER-Magazin stellt die besten Gründungen von fünf Top-Hochschulen vor.

Als Larry Page und Sergey Brin 1998 Google gründeten, ahnte niemand, wozu sich die kleine Suchmaschine mit einigen zehntausend Suchanfragen pro Tag einmal entwickeln würde: zu dem dominierenden Weltkonzern Alphabet mit einer Marktkapitalisierung von rund 400 Milliarden Euro und mehr als 60.000 Mitarbeitern, der heute auch im Automobilgeschäft mitmischt.

Doch es ist nicht der Ausblick auf eine marktbeherrschende Stellung, der Menschen dazu veranlasst, ein Unternehmen zu gründen. Start­up sein übt eine ganz eigene Faszination aus: die eigene Vision zu verwirklichen. Etwas Großartiges aufzubauen. Die Welt zu einem etwas besseren Ort zu machen. Sein eigener Chef zu sein, dem Hamsterrad zu entkommen. Und natürlich auch, viel Geld zu verdienen. Tatsächlich wird der Traum nur für wenige wahr. Die Statistik, nach der bloß eines von zehn Start­ups überlebt und ein nennenswertes Wachstum erzielt, hat sich unter Investoren und Gründern als gefühlte Wahrheit etabliert. Gleichzeitig gilt sie als Warnung. Dem Wirtschaftsinformationsdienst CB Insights zufolge sind die häufisten Gründe für das Scheitern erfolglose Produkte und Services, unzureichendes Kapital, aber auch Gründerteams, die nicht zusammenpassen.

Dabei sind Start-­ups volkswirtschaftliche Jungbrunnen. Denn mit zunehmender Unternehmensgröße lässt die Innovationskraft nach. Immer wieder tauchen kleine visionäre Firmen wie Uber oder Airbnb auf und bedrohen die Geschäftsmodelle ganzer Branchen. Doch der Hype um die sogenannten Unicorns, die am Markt mit über einer Milliarde US­-Dollar bewertet werden, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Wachstumsunternehmen trotzdem Starthilfe benötigen.

In Deutschland entpuppen sich inzwischen vor allem Hochschulen als Schmieden für die Googles und Facebooks von morgen. Sie unterstützen Gründer mit Wissen, Erfahrung, einem Netzwerk Gleichgesinnter und Ressourcen dabei, ihre Geschäftsidee auf die Straße zu bekommen. Das DUB UNTERNEHMER-Magazin stellt Perlen folgender fünf Hochschulen vor: Freie Universität Berlin, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Ludwig­-Maximilians-­Universität München, Technische Universität Berlin und WHU – Otto Beisheim School of Management. Die Inkubatoren erklären, wie sie Gründer unterstützen, je drei ihrer aussichtsreichsten Gründungen werden porträtiert.

GRÜNDUNGSHILFE VOM DICHTERFÜRSTEN

Die Goethe­-Universität Frankfurt am Main hat den Namen zum Programm erhoben: Ihr „Unibator“ fördert Studierende, Mitarbeiter und Alumni aller Fachbereiche, um aus wissenschaftlicher Arbeit, industrieller Erfahrung und Entrepreneuership-­Kursen entstandene Geschäftsideen zu marktreifen Produkten und Dienstleistungen zu entwickeln. Unter Leitung von Dr. Sebastian Schäfer durchlaufen Gründungsaspiranten ein 18-­monatiges Start­up­Programm. Das Ziel: ein validiertes und skalierbares Geschäftsmodell zu entwickeln. „Die Gründer lernen, überzeugend zu pitchen, erhalten Rat aus dem Unibator­eigenen Netzwerk und bewerten ihre gemachten Fortschritte anhand eigens dafür entwickelter Kennzahlen“, sagt Schäfer. „Vielversprechende Geschäftsideen haben die Chance, bei der Veranstaltung ‚Pitch Club‘ Finanziers für sich zu gewinnen.“

Ist der erste Schritt getan, geht es für Start­ups an die Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Dabei assistiert der Unibator über die Innovation-­Map: Seit Juli 2015 können Start­ups darauf kostenlos Stellenangebote für das Rhein­-Main­-Gebiet schalten. Das kommt auch bei den chronisch unterfinanzierten Studenten gut an, denn Jobsuchende werden via E-­Mail­-Alert laufend über die aktuellen Angebote informiert

Die Krönung für Eigengewächse der Universität Frankfurt ist der Goethe­-Innovationspreis. Er wird seit 2012 jährlich an drei herausragende Start-­ups verliehen, die der Wiege des Unibators entstammen. Eine Jury aus Wissenschaft, Industrie und Politik wählt im Vorfeld unter den Bewerbern die aussichtsreichsten Kandidaten aus und trifft dann ihre Entscheidung. Das zahlt sich aus: Das Preisgeld für den ersten Platz liegt bei 10.000 Euro, für den zweiten Platz gibt es 5.000 Euro und für Platz drei immerhin 2.000 Euro – Geld, das die jungen Firmen gut gebrauchen dürften. Der Preis wird im Rahmen des „Innovationsforums“ verliehen, wo die Gründer darüber hinaus wertvolle Kontakte zu CEOs von Dax­Unternehmen erhalten.

1. Teil: Helden von morgen
2. Teil: Turbo für Gründer
3. Teil: Unternehmer-Startrampe

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Einen Klick entfernt
    Drei, zwei eins, ...

    Onlineshopping boomt – eine E-Commerce-Seite will aber gut geplant sein.

  • Kampf mit dem Gewissen
    Schwieriger Spagat

    Benötigt ein Angehöriger dauerhaft Hilfe, pflegen ihn oft Partner und Verwandte. Was aber, wenn auch ein Unternehmen zu führen ist?

  • Frauke Fees
    Marke ohne Budget

    Auch mit Kreativität und Leidenschaft lässt sich eine Marke bekannt machen, sagt Beraterin Frauke Feess – wenn man die Zielgruppe gut kennt.

  • Dr. Kerstin Nina Schulz, Anwältin für Franchiserecht
    Rettung für gekündigte Franchisenehmer

    Wenn Franchisenehmern der Vertrag gekündigt wird, stehen sie häufig vor dem Nichts. Ein Paragraf im Handelsgesetzbuch schafft Abhilfe.

  • Hagen Rickmann, Telekom
    Deutscher Mittelstand meets Silicon Valley

    Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland hat beide zusammengebracht. Ein Erlebnisbericht.

  • Christoph Keese
    Messerscharf analysiert

    Christoph Keese wurde mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2016 ausgezeichnet. Für das DUB UNTERNEHMER-Magazin analysiert er exklusiv, was wir vom Silicon Valley lernen müssen.

  • Auf in die Selbstständigkeit
    20 Tipps für die Selbstständigkeit

    Befreit von Hierarchien Ideen umzusetzen, ohne sich abzusprechen – das sind nur einige Vorteile der Selbstständigkeit. So funktioniert’s.

  • Gerlinde Baumer - Partnerin der omegaconsulting GmbH
    Nach dem Firmenverkauf ...

    ... fängt die Übergabe erst richtig an. So meistern beide Seiten die Herausforderung.

  • Flottenmanagement
    Knifflige Entscheidungen

    Kaufen, leasen, finanzieren, mieten? Vor dieser Frage steht jedes Unternehmen, ganz gleich welcher Art und Größe, wenn es um die Anschaffung von Dienst-, Fuhrpark- oder Firmenwagen geht.

  • Auf in die Franchise-Selbstständigkeit
    Auf in die Franchise-Selbstständigkeit: Welche Freiheiten habe ich?

    Als Franchiser ist man befreit davon, eine eigene Idee zur Marktreife zu führen. Was kann man entscheiden, wo sind die Grenzen?

  • Veranstaltung Firmennachfolge in Hamburg
    Die Hürden bei der Firmennachfolge: einfach mal Ja sagen!

    Eine Firma zu verkaufen, das ist für manche Eigner so schwierig, wie ihr Kind in die Selbstständigkeit zu entlassen. Welche Befürchtungen Käufer und Verkäufer haben, zeigte eine Veranstaltung in Hamburg auf.

  • Joe Kaeser, Siemens
    Der Siemensianer

    Nie hat er für ein anderes Unternehmen gearbeitet: Siemens-Chef Joe Kaeser im Interview.

  • Öko-System
    Franchise wird grün

    Der Deutsche Franchise-Verband hat den Green Franchise Award vergeben. Und der Gewinner ist ...

  • Küche&Co
    Rückenstärkung

    Franchisesystem als Gängelband, so das vielfache Vorurteil. Wie es richtig gut laufen kann, erzählen zwei Gründer.

  • Das Who’s who deutscher Konzernlenker verrät exklusiv, wie es sich die digitale Welt von morgen vorstellt.
    Quintessenzen des Erfolgs

    Denke stets vom Kunden her! An welchen Leitplanken sich 15 Konzernchefs bei ihren Strategien orientieren.

  • Kai Enders im DUB UNTERNEHMER-Magazin Herbst 2016
    Modernisierung des Verbands

    Kai Enders, neuer Vorstand des Deutschen Franchise-Verbands, hat sich hohe Ziele gesteckt.

  • DFV-AWARDS
    Neue Aushängeschilder

    Der Franchise-Verband hat fünf Unternehmen ausgezeichnet. Was macht diese zu Botschaftern für die gesamte Franchisewirtschaft?

  • Lisa Mayer, Olympionikin und erfolgreiche Studentin ist Sport-Stipendiatin des Jahres 2016
    Sprinterin räumt ab

    Lisa Mayer, Olympionikin und erfolgreiche Studentin ist „Sport-Stipendiat des Jahres 2016“.

  • Der Transformator
    Wachgeküsst

    Wie aus einem unprofitablen Familienbetrieb ein europäischer Champion wird, zeigt das Beispiel Europart.

  • Regierung hilft Start-ups
    Regierung hilft Start-ups

    Dank Steuererleichterungen für Investoren sollen junge Unternehmen leichter an frisches Kapital kommen.

  • Erfolgreich mit Hundefutter: Franchise-Unternehmer Torsten Toeller
    Selfmade-Millionär auf Abwegen?

    Torsten Toeller, Chef des Franchise-Imperiums Fressnapf, zieht sich zurück. Was steckt dahinter?

  • Firmenwerte: KMU-Multiples
    Schwacke-Liste für KMUs

    Neue Tabellen von DUB.de und concess.de helfen bei der Bewertung kleiner und mittelständischer Unternehmen.

  • Migranten als Gründer
    Mehr als Dönerbude

    Wenn Migranten ein Unternehmen gründen, sind sie längst nicht mehr nur in den Bereichen Gastronomie oder Handel aktiv. Viele schaffen erfolgreich Jobs.

  • Firmen fiebern nach Fusionen
    Das große Fressen

    Bayer, Fresenius, Volkswagen: Deutsche Unternehmen sind in Shoppinglaune. Dabei sah es zu Jahresbeginn düster aus im M&A-Sektor.

  • MBO - Vom Manager zum Eigentümer
    Vom Manager zum Eigentümer

    Wenn eine Firma per Management Buy-out gekauft wird, muss nicht nur das Engagement der Besitzer in spe passen, sondern auch die Finanzierung.

  • Social Media im Franchise
    Social Media für Franchise

    Wie Franchise-Unternehmen Facebook, Twitter oder Whats App richtig nutzen.

  • War for talents
    Bereit für die Neuen? Wahl des Arbeitgebers bei der Generation Y

    Bei der Wahl des Arbeitgebers gilt die Generation Y als besonders anspruchsvoll. Welches Unternehmen positioniert sich am besten im ‚War for Talents’? Eine Studie will der Frage auf den Grund gehen.

  • Wladimir Klitschko 2016
    Veränderungen managen

    Ex-Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko und die Universität St. Gallen zeigen Führungskräften und Managern, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung meistern.

  • LMU München
    Start-up-Hochburg München

    Der Inkubator der Ludwig Maximilians-Universität München (LMU) hat bereits 165 Start-ups mit mehreren hundert Millionen Euro Marktwert hervorgebracht.

  • Stefan Wagner
    CSR ist kein Werbe-Chichi

    Stefan Wagner, Chef der HSV-Stiftung, sagt, weshalb Corporate Social Responsibilty nicht nur Marketing sein darf.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick