Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Zur Erforderlichkeit und Methodik der Bewertung Ihres Unternehmens

Die Gründe, für die eine Unternehmensbewertung notwendig wird, sind vielfältig und werden durch den Zweck bestimmt, für den diese benötigt wird.

Gewiß, es ist für den Unternehmer immer interessant, den Wert seines Unternehmens zu kennen. Doch erforderlich wird dieser Wert erst zu konkreten Anlässen wie etwa

  • bei einer Unternehmensnachfolge an interne oder externe Übernehmer,
  • bei einem Unternehmenskauf oder -verkauf,
  • bei einer Abspaltung oder Fusion,
  • bei einer Erbschaft, Schenkung oder Verpachtung,
  • bei einem Ein- und Austritt von Inhabern oder Kapitalgebern,
  • bei geplanten Finanzierungen, bei Inhaber-Auseinandersetzungen über Unternehmenswerte,
  • bei der Feststellungen von Zugewinnausgleichsansprüchen, oder
  • im Rahmen von zivil- oder strafrechtlichen Verfahren


Um den Unternehmenswert zu bestimmen, stehen unterschiedliche Methoden zur Unternehmensbewertung zur Verfügung. Beachten Sie, dass nicht für jeden Bewertungsanlass jede Methodik verwendet werden darf. Betriebliche Erfordernisse, rechtliche und steuerrechtliche Regelungen, eine Vielzahl richterlicher Entscheidungen und nicht zuletzt Anwendungserlasse der Finanzbehörden legen größtenteils fest, nach welcher Methode bewertet werden soll. Im Folgenden wird eine kurze Aufstellung der üblichen Methoden zur Unternehmenswertbestimmung gegeben.

Die steuerliche Methode

Steuerliche Unternehmensbewertungen bewegen sich im Rahmen des Bewertungsgesetzes (BewG). Sie stellen ein Verfahren dar, welches vor allem zur Ermittlung der Erbschaft- und Schenkungsteuer dient. Zu beachten ist, dass sich die steuerliche Unternehmensbewertung nahezu ausschließlich an den zurückliegenden drei Jahren (Steuerbilanzen) orientiert. Auf die Berücksichtigung einer zukünftigen Ertragskraft verzichtet das BewG. Im Ergebnis kann dieses bedeuten, dass der durch den Rahmen des BewG ermittelte Unternehmenswert über den am Markt realisierbaren Preisen liegt. Aus diesem Grunde lässt das BewG auch die Anwendung alternativer, marktüblicher Verfahren zur Bewertung des Unternehmens zu, so dass die steuerliche Belastung reduziert werden kann.

Ertragsorientierte Methoden

Die am Ertragswert orientierten Ansätze zur Unternehmensbewertung unterstellen, dass sich der wirkliche Unternehmenswert im Wesentlichen aus der Fähigkeit eines Unternehmens ergibt, zukünftig Gewinne zu erwirtschaften. Neben einer Analyse der Vergangenheit, stellt dieser Ansatz auch auf die Zukunft des Unternehmens und dessen zu erwartender Profitabilität ab. Dabei werden sowohl die Chancen und Risiken als auch die Stärken und Schwächen des Unternehmens analysiert und bei der Zukunftsprognose berücksichtigt.

Zu den wichtigsten ertragsorientierten Methoden zählen das Ertragswertverfahren sowie die Discounted-Cash-Flow-Methode. Beide stellen sog. Kapitalwertmethoden dar. Diese Bewertungsansätze erfreuen sich der größten Akzeptanz.

Substanzorientierte Methoden

Die substanzorientierte Verfahren orientieren sich zur Bestimmung eines Unternehmenswertes an den aktuellen Marktwerten der Unternehmensgegenstände. Das Ziel ist es, denjenigen Unternehmenswert zu ermitteln, der benötigt werden würde, um das Unternehmen in seiner derzeitigen Ausstattung neu zu errichten. Diese Methode dient jedoch auch zur Feststellung des Liquidationswertes im Zuge einer Betriebsaufgabe.

Vergleichsorientierte Methoden

Die vergleichsorientierte Methoden erfolgen auf Basis der Feststellung von tatsächlich erfolgten historischen, zeitnahen Unternehmenskäufen bzw. -verkäufen, die mit dem jeweils zur Unternehmensbewertung anstehenden Unternehmen substantiell und strukturell vergleichbar sind. Hierbei wird unterstellt, dass, dass ähnliche Unternehmen auf einem funktionierenden Markt auch ähnliche Preise erzielen müssen. Eine solche Methode stellt das sog. Multiplikatorverfahren dar.

Abschließend bleibt daher die Empfehlung, die Bewertung Ihres Unternehmens immer von kompetenten Fachleuten vornehmen zu lassen.

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Gerlinde Baumer - Partnerin der omegaconsulting GmbH

    Nach dem Firmenverkauf ...

    ... fängt die Übergabe erst richtig an. So meistern beide Seiten die Herausforderung.

  • Flottenmanagement

    Knifflige Entscheidungen

    Kaufen, leasen, finanzieren, mieten? Vor dieser Frage steht jedes Unternehmen, ganz gleich welcher Art und Größe, wenn es um die Anschaffung von Dienst-, Fuhrpark- oder Firmenwagen geht.

  • Auf in die Franchise-Selbstständigkeit

    Auf in die Franchise-Selbstständigkeit: Welche Freiheiten habe ich?

    Als Franchiser ist man befreit davon, eine eigene Idee zur Marktreife zu führen. Was kann man entscheiden, wo sind die Grenzen?

  • Veranstaltung Firmennachfolge in Hamburg

    Die Hürden bei der Firmennachfolge: einfach mal Ja sagen!

    Eine Firma zu verkaufen, das ist für manche Eigner so schwierig, wie ihr Kind in die Selbstständigkeit zu entlassen. Welche Befürchtungen Käufer und Verkäufer haben, zeigte eine Veranstaltung in Hamburg auf.

  • Joe Kaeser, Siemens

    Der Siemensianer

    Nie hat er für ein anderes Unternehmen gearbeitet: Siemens-Chef Joe Kaeser im Interview.

  • Öko-System

    Franchise wird grün

    Der Deutsche Franchise-Verband hat den Green Franchise Award vergeben. Und der Gewinner ist ...

  • Küche&Co

    Rückenstärkung

    Franchisesystem als Gängelband, so das vielfache Vorurteil. Wie es richtig gut laufen kann, erzählen zwei Gründer.

  • Das Who’s who deutscher Konzernlenker verrät exklusiv, wie es sich die digitale Welt von morgen vorstellt.

    Quintessenzen des Erfolgs

    Denke stets vom Kunden her! An welchen Leitplanken sich 15 Konzernchefs bei ihren Strategien orientieren.

  • Kai Enders im DUB UNTERNEHMER-Magazin Herbst 2016

    Modernisierung des Verbands

    Kai Enders, neuer Vorstand des Deutschen Franchise-Verbands, hat sich hohe Ziele gesteckt.

  • DFV-AWARDS

    Neue Aushängeschilder

    Der Franchise-Verband hat fünf Unternehmen ausgezeichnet. Was macht diese zu Botschaftern für die gesamte Franchisewirtschaft?

  • Lisa Mayer, Olympionikin und erfolgreiche Studentin ist Sport-Stipendiatin des Jahres 2016

    Sprinterin räumt ab

    Lisa Mayer, Olympionikin und erfolgreiche Studentin ist „Sport-Stipendiat des Jahres 2016“.

  • Der Transformator

    Wachgeküsst

    Wie aus einem unprofitablen Familienbetrieb ein europäischer Champion wird, zeigt das Beispiel Europart.

  • Regierung hilft Start-ups

    Regierung hilft Start-ups

    Dank Steuererleichterungen für Investoren sollen junge Unternehmen leichter an frisches Kapital kommen.

  • Erfolgreich mit Hundefutter: Franchise-Unternehmer Torsten Toeller

    Selfmade-Millionär auf Abwegen?

    Torsten Toeller, Chef des Franchise-Imperiums Fressnapf, zieht sich zurück. Was steckt dahinter?

  • Firmenwerte: KMU-Multiples

    Schwacke-Liste für KMUs

    Neue Tabellen von DUB.de und concess.de helfen bei der Bewertung kleiner und mittelständischer Unternehmen.

  • Migranten als Gründer

    Mehr als Dönerbude

    Wenn Migranten ein Unternehmen gründen, sind sie längst nicht mehr nur in den Bereichen Gastronomie oder Handel aktiv. Viele schaffen erfolgreich Jobs.

  • Firmen fiebern nach Fusionen

    Das große Fressen

    Bayer, Fresenius, Volkswagen: Deutsche Unternehmen sind in Shoppinglaune. Dabei sah es zu Jahresbeginn düster aus im M&A-Sektor.

  • MBO - Vom Manager zum Eigentümer

    Vom Manager zum Eigentümer

    Wenn eine Firma per Management Buy-out gekauft wird, muss nicht nur das Engagement der Besitzer in spe passen, sondern auch die Finanzierung.

  • Social Media im Franchise

    Social Media für Franchise

    Wie Franchise-Unternehmen Facebook, Twitter oder Whats App richtig nutzen.

  • War for talents

    Bereit für die Neuen? Wahl des Arbeitgebers bei der Generation Y

    Bei der Wahl des Arbeitgebers gilt die Generation Y als besonders anspruchsvoll. Welches Unternehmen positioniert sich am besten im ‚War for Talents’? Eine Studie will der Frage auf den Grund gehen.

  • Wladimir Klitschko 2016

    Veränderungen managen

    Ex-Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko und die Universität St. Gallen zeigen Führungskräften und Managern, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung meistern.

  • LMU München

    Start-up-Hochburg München

    Der Inkubator der Ludwig Maximilians-Universität München (LMU) hat bereits 165 Start-ups mit mehreren hundert Millionen Euro Marktwert hervorgebracht.

  • Stefan Wagner

    CSR ist kein Werbe-Chichi

    Stefan Wagner, Chef der HSV-Stiftung, sagt, weshalb Corporate Social Responsibilty nicht nur Marketing sein darf.

  • In England und Frankreich werden deutlich mehr Unternehmen in Firmenbörsen inseriert als in Deutschland

    Beliebte Firmenbörsen

    Hoppla, in England und Frankreich werden deutlich mehr Unternehmen inseriert als in Deutschland. Wieso?

  • Jaguar. Ein 67-jähriger Brite hat sein Unternehmen an seine Mitarbeiter verschenkt.

    Geschenk vom Chef

    Der Brite Peter Neumark hat ein besonderes Geschenk für seine Angestellten: das Unternehmen.

  • Kingii Startup 2016

    Mehr als Samwer

    Drei spannende Start-ups von der WHU – Otto Beisheim School of Management.

  • Olympioniken auf Praktikumssuche

    Olympioniken auf Praktikumssuche

    Einmal bei den Olympischen Spielen antreten – diesen Traum hat sich unser Team in Rio erfüllt. Um an ihrer zweiten Karriere zu feilen, suchen einige der Top-Athleten auf DUB.de nach einem Praktikumsplatz.

  • Pater Notker Wolf

    Der CEO der Benediktiner

    Notker Wolf, Abtprimas des Mönchsordens, über guten Führungsstil und ernsthaftes Zuhören.

  • Berlins Turbo für Gründer

    Die besten Start-ups der TU Berlin

    Hochschul-Inkubator der Technischen Universität Berlin fördert Unternehmertalente. Wir haben drei jungen Firmen über die Schulter geschaut.

  • Wie Franchise-Systeme die Digitalisierung anpacken

    Big Franchise-Data

    Sieben Franchise-Geber verraten, wie sie das Verhalten ihrer Kunden analysieren und was sie mit den Daten anfangen.

Zum Autor

Christoph Weigmann ist Partner von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten in Hamburg und M&A-Experte, Coach für Unternehmensnachfolge sowie Mediator.
Weitere Informationen erhalten Sie im Profil

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen

Jetzt Newsletter bestellen

DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick