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Wie Unternehmen durch CVC innovativer werden – und mehr als 50 Jahre überleben

Wenn Firmen träge werden, kann das schnell das Aus bedeuten. Grund: Die Umwälzungsgeschwindigkeit der Wirtschaft durch disruptive Technologien. Es gibt aber Auswege.

Chronische Krankheiten sind bekanntermaßen die häufigste Todesursache. Weltweit sterben zwei von drei Menschen an Krebs, Herzleiden, Diabetes oder Atemwegserkrankungen. Auf die Unternehmenslandschaft übertragen ist fehlende Innovationskraft eine der schwersten Krankheiten. Eine neue Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (früher Ernst & Young) prognostiziert, dass die meisten der heute etablierten Unternehmen nicht ihren 50. Geburtstag erleben werden. John Chambers, Ex-Chef von Cisco, schätzt, dass 40 Prozent der heute führenden Unternehmen nicht mehr eine weitere Dekade am Markt sind.

Die Autoren der Studie erklären die gewaltig anmutende Zahl mit der starken Umwälzung der Wirtschaft durch disruptive Technologien, also Innovationen, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt. "Jede Branche muss überdenken, wie sie sich für ihre Kunden neu aufstellen kann", sagt Uschi Schreiber, Global Vice Chair von EY.

Als Beispiel führen die Autoren Drohnen an. So schätzte 2010 die US-Flugaufsichtsbehörde, dass im Jahr 2020 rund 15.000 zivile Drohnen im Einsatz sein werden. Tatsächlich werden mittlerweile so viele von diesen Fluggeräten täglich weltweit verkauft!

Es zeigt sich also, folgern die Autoren der Studie, dass die Zukunft immer schwerer vorauszusehen ist. Schon gar nicht mit herkömmlichen Diagnoseinstrumenten. „Derzeitige Erfolge können die Manager zu einer kognitiven Kurzsichtigkeit verleiten“, sagt Gary Dushnitsky von der London Business School.

Die Autoren sprechen den meisten Unternehmen keineswegs den Willen weiterhin erfolgreich zu sein, ab. Die Firmen haben es in den vergangenen Jahren geschafft, Komplexität in den Strukturen zu reduzieren, haben Talente aufgebaut. Allerdings konstatiert die Studie gerade bei den etablierten Unternehmen eine Trägheit, die gefährlich werden kann. Im Visier haben die Experten dabei vor allem die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, die per se die Innovationsschmieden sein müssten. Tatsächlich, so die Fachleute von EY, versäumen es die Forschungsprofis externe Trends zu erkennen, und die Chancen dabei zu realisieren.

Der Ausweg: Corporate Venture Capital (CVC), also Eigenkapital, dass die Konzerne in Starts-Ups investieren oder in ausgelagerte Firmenteile stecken. "CVC kann ein äußerst leistungsstarker Ansporn für Innovation und Wachstum sein“, sagt Bryan Pearce, zuständig bei EY für das Venture Capital Geschäft. Wer clever ist, der investiert rechtzeitig, bevor die Beschwerden kommen.

Auch deutsche Konzerne haben das teilweise schon verinnerlicht. So kauft sich jedes fünfte Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern in Gründerfirmen ein, um Innovationen zu fördern. Bei kleineren Unternehmen sind derartige Beteiligungsmodelle deutlich seltener anzutreffen. Nur jede zehnte Firma mit weniger als 1.000 Mitarbeitern verfolgt diese Strategie. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Studie im Auftrag des Spezialchemiekonzerns Altana aus dem vergangenen Jahr.

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