Übergabeprozess gestalten

Nach dem Kaufvertrag: Arbeitsreicher Abschied und Neuanfang

Ist der Unternehmensverkauf vertraglich in trockenen Tüchern, muss der Betrieb noch übergeben werden. Dieser Übergabeprozess ist für Käufer und Verkäufer deutlich umfangreicher als eine reine Schlüsselübergabe.

 Unbekanntes Terrain: Für viele Unternehmer ist der Übergabeprozess nach dem Kauf oder Verkauf eines Unternehmens komplettes Neuland

Der Entschluss ist gefasst. Das eigene Unternehmen soll verkauft werden und nach ausgiebiger Suche hat sich auch endlich ein passender Nachfolger gefunden, mit dem man sich über die Verkaufsbedingungen einig ist. Damit ist ein Unternehmensverkauf jedoch noch nicht zu Ende gebracht. Jetzt gilt es, den Übergabeprozess zu gestalten. Zum einen müssen organisatorische Dinge erledigt werden, zum anderen wartet die interne Übergabe.

Geschäftsübernahmen an die wichtigsten Stellen kommunizieren

So sind diverse Stellen über den Inhaberwechsel zu informieren. Je nach Art des Betriebes muss eine Ummeldung bei der entsprechenden Institution erfolgen, etwa beim Gewerbeamt, der IHK oder der Handwerkskammer. Die Berufsgenossenschaft will über den Eigentümerwechsel informiert werden.

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Auch das Finanzamt und die Hausbank wollen Bescheid wissen. Eventuell müssen Versicherungen oder Verträge mit Versorgern für Telekom etc. gekündigt werden oder zumindest auf neue Namen umgeschrieben werden. Der Verkäufer sollte im eigenen Interesse sicherstellen, dass sein Name aus allen wichtigen Verträgen und bei öffentlichen Stellen gelöscht ist.

Um die erfolgreiche Weiterführung seines mühevoll aufgebauten Unternehmens zu unterstützen, kann der Verkäufer seinen Nachfolger während der Übergangsphase umfassend einarbeiten und firmenspezifisches Wissen vermitteln.

Übergabeprozess erleichtert Käufern den Einstieg

Für den Käufer ist die interne Übergabe sehr wichtig. So lernt er die Geschäftsprozesse schnell kennen und kann so manchen Fehler vermeiden. Er sollte Tipps zum Betriebsablauf daher auch nicht als Bevormundung, sondern als Unterstützung sehen und sicherstellen, so viele nützliche Informationen wie möglich zu erhalten.

Idealerweise arbeiten der alte und der neue Inhaber in der Übergabephase eng zusammen – auch beim Organisatorischen. Neben den öffentlichen Institutionen müssen verschiedene Interessensgruppen des Unternehmens über den Verkauf bei einer Geschäftsübernahme informiert werden. Um sich den Einstieg zu erleichtern, sollte sich der neue Chef von seinem Vorgänger bei wichtigen Kunden, Lieferanten und sonstigen Geschäftspartner vorstellen lassen – gerne in einem persönlichen Gespräch.

Den Prozess von Beginn an transparent gestalten

Um unnötige Reibungen zu vermeiden, werden die Rahmenbedingungen für den Übergabeprozess im Kauf- bzw. Übergabevertrag geregelt. Die beiden Vertragspartner vereinbaren, welche Pflichten und Verantwortung sie jeweils übernehmen und grenzen ihre Kompetenzen ab.

Vor allem sollte klar sein, wie stark sich der Verkäufer in den Übergabeprozess einbringt. Hilfreich ist zudem ein Zeitplan: Wann soll der „Neue“ aktiv ins Geschäft involviert werden, wann verabschiedet sich der „Alte“ aus dem Tagesgeschäft? Und bleibt der ehemalige Besitzer dem Betrieb noch länger als Berater erhalten? Für den Neuling könnten sein Wissen und seine Kontakte von Vorteil sein – zumindest solange das Klima zwischen den beiden stimmt.

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Autorin

Sabine Groth
Freie Wirtschafts- und Finanzjournalistin

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