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Nach der Unternehmensübergabe: Darauf sollten frischgebackene Chefs achten

Die Finanzierung steht, der Vertrag ist unterschrieben. Der neue Vorgesetzte möchte gerne Gas geben, seine eigenen Ideen umsetzen und am liebsten alle bisherigen Prozesse und betrieblichen Abläufe umgestalten. Nur: Das Personal zieht nicht mit. Welche Optionen haben neue Chefs und wie gelingt die erfolgreiche Integration in die neue Führungsposition?

 Neuer Chef, alte Mitarbeiter : Mit zu viel Aktionismus kann sich der neue Chef schnell unbeliebt machen

Vielen Unternehmern geht es bei der Auswahl ihres Nachfolgers nicht nur um den Kaufpreis. Sie sind vielmehr daran interessiert, dass ihr mühevoll aufgebauter Betrieb sorgsam weitergeführt wird und die Belegschaft nicht um ihre Arbeitsplätze bangen muss.

Die Suche nach dem passenden Käufer kann durchaus ein oder mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Verhandlungen sollten möglichst diskret ablaufen. Denn ein geplanter Wechsel in der Firmenleitung sorgt grundsätzlich für Unruhe unter den Mitarbeitern und kann den Geschäftsablauf erheblich beeinträchtigen denn für die Herausforderung Unternehmensübergabe kommen zahlreiche Szenarien in Frage.

Sind die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen, sollte die Belegschaft zeitnah informiert werden – möglichst bevor sie vom Verkauf aus der Presse erfährt. Das Bürgerliche Gesetzbuch (Paragraf 613 a) schreibt zudem vor: Der bisherige Arbeitgeber oder der neue Inhaber muss die Arbeitnehmer schriftlich über Zeitpunkt, Grund sowie die rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Übergangs für die Arbeitnehmer und die hinsichtlich der Angestellten in Aussicht genommenen Maßnahmen informieren.

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Nach der Unternehmensübergabe: Klar informieren, aber nicht gleich alles umkrempeln

Um das Vertrauen in seinen Nachfolger zu bekräftigen, stellt der alte Unternehmer ihn idealerweise den Mitarbeitern persönlich vor. Eventuell kann er, um den Übergang möglichst reibungslos zu gestalten, einige Zeit als Berater im Hintergrund fungieren. Als respektable Führungskraft muss sich der neue Chef jedoch allein beweisen.

Dazu ist nicht nur seine fachliche, sondern auch soziale Kompetenz gefragt. Es ist schwer, ein Unternehmen zu führen und weiter zu entwickeln, wenn die Belegschaft nicht hinter einem steht. Daher sollte er möglichst bald das Team über seine Ziele und seine Arbeitsweise aufklären, damit die Mitarbeiter wissen, was auf sie zukommt. Ist die (eventuell neue) Richtung transparent kommuniziert und gut begründet, wird es leichter sie umsetzen. Mitarbeiter sind dann eher bereit, mit ihm am gleichen Strang zu ziehen.

Abzuraten ist von zu viel Aktionismus in den ersten Tagen. Krempelt der neue Inhaber gleich ohne jegliche Kommunikation bisherige Arbeitsprozesse komplett um, kann dies schnell als Kritik an der bisherigen Leistung gedeutet werden. Demotivation oder gar Widerstand der Mitarbeiter ist vorprogrammiert.

Integrationsprozess: Das Know-how der Mitarbeiter nutzen

Um die Mannschaft für sich zu gewinnen, sollte der neue Chef ihr vielmehr Wertschätzung und Interesse entgegenbringen. Eine gute Führungskraft bemüht sich Abläufe zu verstehen, seine Mitarbeiter und ihre Aufgaben kennenzulernen und fragt nach Verbesserungsvorschlägen. Oder in anderen Worten: Sie nutzt das Know-how derer, die das Unternehmen am besten kennen, und vermittelt diesen zugleich, dass ihre Meinung und ihre Arbeitskraft geschätzt wird. Kaum etwas wirkt motivierender.

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Autorin

Sabine Groth
Freie Wirtschafts- und Finanzjournalistin

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