Unternehmensnachfolge per MBO

Management Buy Out als Nachfolgestrategie für Familienunternehmen nimmt zu

Vom Vater auf den Sohn – traditionelle Konzepte zur Unternehmensnachfolge lassen sich im deutschen Mittelstand immer seltener realisieren. Deshalb gewinnen Alternativen zum klassischen Generationenwechsel in Familienunternehmen zunehmend an Gewicht. Vor allem der Management Buy Out (MBO) rückt in den Fokus.

Unternehmensnachfolge per MBO Management-Buy-Out

Nachfolge in der Krise: Immer öfter suchen Familienunternehmen außerhalb der eigenen Familie nach einer Lösung

 

Anstieg beim Investitionsvolumen und der MBO-Nachfolgestrategie macht 2018 zum Rekordjahr

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und Finance Magazin haben statistische Daten der letzten Jahre ausgewertet.

Dabei standen folgende Fragen im Mittelpunkt:

- Wie viele Familienunternehmen haben ihre Nachfolgeregelung per MBO realisiert?

- Hat sich diese Zahl erhöht?

- Gab es Steigerungen bei den Transaktionssummen?

Fakt ist: Immer mehr Unternehmer entscheiden sich für eine MBO-Regelung, wenn sie keinen Firmennachfolger aus dem Familienkreis stellen können.

Insgesamt kamen 40 % aller MBO im Jahr 2018 durch eine bewusste Nachfolgeregelung des Geschäftsinhabers zustande. Das ist ein Rekordwert seit 2012. Noch vor einigen Jahren kamen gerade 10 % aller Nachfolgeregelungen über ein MBO zustande. Diese Zahlen beziehen sich auf Unternehmen im mittleren Segment mit einem Transaktionswert zwischen 50 und 250 Mio. Euro.

Das Kapital für die Firmenübernahme stammt zumeist von Private-Equity-Investoren. Auch bei ihnen erhöhte sich das Gesamtinvestitionsvolumen. In 2018 lag es bei 4,8 Milliarden Euro, im Vorjahr 2017 betrug es noch 4,4 Milliarden Euro. Auffällig ist, dass der durchschnittliche Unternehmenswert von 126 Mio. Euro in 2017 auf 103 Mio. Euro in 2018 gesunken ist. Der Anstieg des Investitionsvolumens erklärt sich allein durch den zahlenmäßigen Zuwachs von 35 MBOs im Jahr 2017 auf 47 in 2018.

Immer mehr Gründer öffnen sich für neue Wege bei der Unternehmensnachfolge

Relevant ist, dass in 19 der 47 Fälle die Investoren das Unternehmen mehrheitlich übernahmen und dafür die Anteile von Familiengesellschaftern kauften. In 13 Fällen handelte es sich dabei um die Anteile des Unternehmensgründers. Insgesamt wird deutlich: Der Trend zur Firmenübernahme durch bestehende Mitarbeiter, mittels MBO, setzt sich im Mittelstand als adäquater Lösungsansatz bei der Nachfolgeregelung immer stärker durch.

~Kurz und knapp~

Was bedeuten MBO und MBI im Zusammenhang mit einer Unternehmensnachfolge?

Management Buy Out (MBO) stellt eine besondere Form der Nachfolgeregelung für ein Unternehmen dar. Das eigene Firmenmanagement kauft das Unternehmen dem Eigentümer ab. Es handelt sich dabei in der Regel um die Geschäftsführung oder leitende Angestellte.

Verwandt mit diesem Konzept ist der Management Buy In (MBI). Wichtiger Unterschied: Beim Management-Buy-In kauft sich ein externes Management in die Firma ein. Beide Varianten können auch kombiniert auftreten. Dann wird das Unternehmen von mehreren Anteilseignern übernommen, die sich sowohl aus internen als auch externen Managern zusammensetzen.

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