Unternehmensnachfolge: Deutscher Mittelstand im Fokus von Übernahmen und Fusionen

Deutschen Mittelstandsbetrieben steht in den nächsten Jahren ein großer Besitzerwechsel bevor. Allein bis 2022, so eine Erhebung der KfW Bankengruppe, sind mehr als 500.000 Inhaber von kleinen und mittleren Firmen auf der Suche nach einem Nachfolger.

Der Markt für einen Firmenverkauf oder eine Firmenübernahme in Deutschland bleibt auch weiterhin dynamisch. Weil sehr häufig im Familienkreis und aus der Belegschaft keine Nachfolge realisiert werden kann, gibt es für viele Mittelständler nur die Option Verkauf. Aktuell können sich 42 Prozent der betroffenen Inhaber deshalb einen externen Käufer vorstellen – aus dem In- und Ausland.

Unternehmen sucht Nachfolger - begehrte Firmen mit Sitz in Deutschland

Die Chancen, einen Firmenverkauf erfolgreich umzusetzen, stehen gut, wie Studien von KfW Research belegen. So bleiben KMU zwischen Kiel und Konstanz begehrte Objekte für eine komplette Übernahme oder eine Fusion. In den Jahren 2015 bis 2017 wurden pro Jahr mehr als 1.100 M&A-Transaktionen im Mittelstands-Segment durchgeführt. Die Ergebnisse basieren auf einer Analyse der Transaktionsdatenbank Zephyr mit Unternehmen, die bis zu 500 Mio. EUR Jahresumsatz erzielen. Die meisten Deals für eine Nachfolge erfolgten mit deutschen Investoren, aber die Zahl ausländischer Käufer steigt. Im Jahr 2017 waren es schon 49 Prozent. Das ist ein eindeutiger Beleg für die Attraktivität Deutschlands als Industriestandort. Ebenfalls wird dadurch deutlich, dass die Investoren Vertrauen in die Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität der deutschen Unternehmen haben.

Unternehmensnachfolge innerhalb Europas

Ein Viertel der ausländischen Käufer kam im Untersuchungszeitraum aus Europa. An der Spitze lagen „Einkäufer“ aus Großbritannien (5%), darunter viele Beteiligungsunternehmen und Fonds mit Sitz auf der Insel. Es folgten Investoren aus der Schweiz (3,9%), Niederlande (3,0%), Frankreich (2,7%) und Österreich (2,3%). Spitzenreiter bei der Firmenübernahme deutscher Mittelständler waren jedoch die USA mit 8,3%. Obwohl aufgrund medialer Berichterstattung China häufig in Verbindung mit Nachfolge gebracht wird, ermittelte die KfW nur 2,2% Übernahmen aus Fernost im entsprechenden Zeitraum.

Vollständige Übernahmen bevorzugt

Die Mehrheit der Aufkäufer wählte eine vollständige Firmenübernahme (53%). 17% waren Minderheitenbeteiligungen und 13% Mehrheitsbeteiligungen. Fusionen spielen mit 6% nur eine untergeordnete Rolle, wenn ein Nachfolger gesucht wird. Welche Branchen stehen im Fokus? Produzierende Betriebe sowie IT- und Kommunikationstechnologie. Bei rund 60% der M&A-Deals in Deutschland stammen Käufer und Zielunternehmen aus demselben Wirtschaftsbereich.

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