Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Unternehmensnachfolge als eine Chance für MBI‘S

Die Unternehmensnachfolge ist einer von vielen Wegen in die Selbständigkeit. So ist das Management-Buy-In (MBI), im Rahmen einer Unternehmensnachfolge, eine attraktive Möglichkeit einer Beteiligung oder Übernahme eines bereits gut positionierten Unternehmens.

Vor allem langjährig erfahrene Führungskräfte nutzen zunehmend diese Möglichkeit, um den Traum vom eigenen Unternehmen zu realisieren.
Der nachfolgende Beitrag gibt wesentliche Hinweise für Nachfolger und vergleicht Chancen und Risiken von Unternehmensnachfolgen und Existenzgründungen.

Unternehmensnachfolge in bestehendem Markt oder Neueintritt durch Gründung?

Eine Unternehmensgründung gestaltet sich im Vergleich zur Unternehmensnachfolge deutlich schwieriger, da ein Existenzgründer oftmals auf keine gewachsenen Kundenbeziehungen zurückgreifen kann. Zudem benötigt der Jungunternehmer Zeit und ausreichend finanzielle Mittel, um die Produkte oder Dienstleistungen am Markt erfolgreich und nachhaltig zu positionieren.

Grundvoraussetzung dafür ist neben dem klar erarbeiteten Geschäfts-
modell ein belastbarer Businessplan inklusive einer schlüssigen Vertriebs- und Wachstumsstrategie.

Auch sollte der Gründer mögliche Verzögerungen in der Anlaufphase berücksichtigen, sowie eventuelle Ausfälle einzelner Produkte oder Dienstleistungen einplanen. Dies betrifft Gründungen mit markt-
verändernden innovativen Geschäftsmodellen ebenso wie Neustarts traditioneller Produkte und Dienstleistungen.

Nachfolger profitieren von etablierten Geschäftsmodellen und belastbaren Kundenbeziehungen

Im Vergleich dazu ist eine Unternehmensnachfolge oft deutlich einfacher, da das zur Übergabe anstehende Unternehmen in der Regel über belastbare Kundenbeziehungen und eingespielte Prozesse und Strukturen verfügt.

Ein Unternehmensnachfolger sollte auf jeden Fall die Nachfolgefähigkeit einer Firma überprüfen. Hierbei ist zunächst die Frage zu beantworten, ob das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet und somit das Eigenkapital dem wirtschaftlichen Risiko angemessen verzinst. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob sich der aktuelle Inhaber einen marktgerechten Unternehmerlohn auszahlt.

Die Zukunftsfähigkeit des aktuellen Produkt- und Leistungsangebotes sowie die Abhängigkeit der bestehenden Kunden- und Lieferantenbeziehungen von der Person des aktuellen Firmeninhabers sind weitere wichtige zu beantwortende Fragen.

Im direkten Vergleich zwischen Neugründung und Unternehmens-
nachfolge ist festzustellen, dass die große unternehmerische Freiheit einer Neugründung oft mit einem vergleichsweise hohen Marktrisiko einhergeht. Die hohe Zahl von sehr früh gescheiterten Neugründungen verdeutlicht deren längere Anlaufzeit und das höhere unternehmerische Risiko.

Bei einer Unternehmensnachfolge sollte das Augenmerk des Unternehmers vor allem auf der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells sowie den Prozessen und Strukturen liegen. Die Umsetzung von Veränderungsprozessen kann manchmal sehr aufwendig und zeitintensiv sein.

Fokus auf Businessplan und Finanzierungskonzept

Sowohl Existenzgründer als auch Nachfolger sollten dem Businessplan und dem daraus resultierenden Finanzierungskonzept besondere Aufmerksamkeit widmen. Gut vorbereitet beantworten diese alle Fragen der Geldgeber schlüssig. Aufgrund der Unternehmenshistorie zeigen sich Banken einer Unternehmensnachfolge in Finanzierungsgesprächen oftmals offener als gegenüber einer Existenzgründung.

Das Finanzierungskonzept von Unternehmensnachfolgen sollte neben dem zu zahlenden Kaufpreis vor allem den laufenden Kapitalbedarf des Unternehmens sowie den Kapitalbedarf für notwendige Ersatz- und Neuinvestitionen abdecken. Hierbei empfehlen sich eine konservative Berechnung von Umsatzpotentialen und die Berücksichtigung von Reserven auf der Kostenseite.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Finanzierung aus Eigenmitteln des Nachfolgers, nachrangigen Darlehen des bisherigen Unternehmens (Verkäuferdarlehen) und einer Bankfinanzierung kombiniert mit Fördermitteln des Bundes und der Länder zu realisieren. Der Einsatz der jeweiligen Finanzierungslösungen muss für jede Unternehmensnachfolge individuell betrachtet werden.

Externe Unterstützung zahlt sich bei einer Unternehmensnachfolge aus

Die Einbeziehung eines Beraters kann eine Unternehmensnachfolge positiv unterstützen. Über dessen Netzwerke können Unternehmens-
gesuche in sehr kurzer Zeit einer großen Anzahl potentieller Gesprächspartner vorgestellt werden. Diese hohe Anzahl von Kontakten erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Unternehmenssuche. Eine sinnvolle Steuerung des Transaktionsprozesses, die Begleitung von Finanzierungsgesprächen und eine zielorientierte, auch die emotionalen Faktoren beachtende, Verhandlungsmoderation sind weitere Vorteile einer Begleitung durch einen transaktionserfahrenen Berater.

Das interessiert andere Leser

  • Erst boxen, dann beraten

    Als mehrfache Boxweltmeisterin weiß Ina Menzer, wie man sich Erfolg erkämpft. Jetzt hat sie sich mit einer Agentur selbstständiggemacht.

  • Energie für Gipfelstürmer

    Große Erwartungen, wenig Entspannung – viele Leistungsträger verspüren enormen Druck. Und doch gelingt es manchem, Spitzenleistungen genau dann zu erzielen, wenn es darauf ankommt.

  • Koalition reicht Start-ups die Hand

    Kleinanlegerschutzgesetz: Parlamentarier weiten Ausnahmen für Schwarmfinanzierungen per Internet aus.

  • Bransons Gebote

    Richard Branson gilt als Exzentriker und Egomane, aber der Erfolg gibt ihm recht: Kaum jemand hat in so vielen Märkten unternehmerisch Fuß gefasst wie er.

  • Wenn Anleger in(s) Schwärmen kommen

    Crowdinvesting via DUB.de eröffnet aufstrebenden Wachstumsunternehmen eine neue Kapitalquelle. Investoren bietet es attraktive Anlagechancen.

  • "Ich erwarte Dynamik"

    Volkswagen fährt derzeit Rekordzahlen ein. Das ist nicht zuletzt Verdienst des Mannes an der Spitze. Exklusiv gewährt Vorstandschef Professor Dr. Martin Winterkorn einen Einblick.

  • "Wer sich erschrecken lässt, verliert"

    Droht der Zerfall der Eurozone? Wie gefährlich ist der Terrorismus für die Wirtschaft? Verschläft Deutschland die Digitalisierung? Volker Kauder redet Tacheles.

  • Was tun mit dem Geld, Dr. Stephan?

    Mehr Mut zum Risiko fordert Dr. Ulrich Stephan, der Chefanlagestratege für die Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, bei Investments im Niedrigzinsumfeld.

  • Kollege Spitzensportler

    Die Praktikantenbörse für Unternehmen und Spitzensportler von Deutscher Bank, Deutscher Sporthilfe und Deutscher Unternehmerbörse hilft Athleten auf dem Weg in die zweite Karriere.

  • Tech-Szene sucht Trends

    Internet-Pionier Bob Metcalfe blickt beim Festival SXSW nach vorn.

  • Das Risiko der Haftung

    Beim Verkauf eines Unternehmens sollten die Vertragspartner genau regeln, wie lange und in welchem Maß der Alteigentümer für Gewährleistungen haftbar ist.

  • Immer top informiert: Der Handelsblatt Digitalpass

    Einmal kaufen. Alles nutzen. Testen Sie den Handelsblatt Digitalpass für 4 Wochen kostenlos.

  • Moving Mainstream

    Crowdfunding wird erwachsen. Europaweit sind fast EUR 3 Mrd. durch die Crowd finanziert worden, davon in Deutschland EUR 140 Mio. Die Uni Cambridge und EY schreiben eine spannende Analyse.

  • Leichtigkeit lernen

    Faszination Wellenreiten: Es dröhnt. Es rauscht. Und doch ist es ganz still. Surfen ist eine der kompliziertesten Sportarten der Welt. Und darum auch eine der entspannendsten.

  • Luxus am Handgelenk

    In der hohen Kunst der feinen Uhrmacherei kommt es auf echte Präzisionsarbeit an. Das DUB UNTERNEHMER-Magazin stellt einen Schweizer und zwei deutsche Qualitätshersteller vor.

  • lnterim Management – flexible Lösung beim Generationswechsel

    Nicht selten kommt es vor, dass in einem Familienunternehmen die Stabübergabe vorgezogen werden muss. Der potenzielle Nachfolger ist dann aber womöglich noch nicht übernahmebereit.

  • Spektakuläres Afrika

    Beeindruckende Landschaften, unendliche Weite und einzigartigeTierwelt – die Wiege der Menschheit ist ein magischer Ort.

  • Freundliche Übernahme

    Der Feinkosthandel „Il Nuraghe“ steht seit Jahrzehnten für höchsteQualität. Um ihr Lebenswerk zu sichern, entschieden sich die jeweils kinderlosen Gründer Richard Retsch und Gesuino Atzeni für eine externe ...

  • Viele Wege, ein Ziel

    Unternehmen verändern ihr Verständnis von Mobilität. Das starre Dienstwagen-Denken weicht flexiblen Reisekonzepten.

  • Durchstarten am Strand

    Digitale Nomaden arbeiten über das Internet und erkunden gleichzeitig die Welt. Der Badeort Jomtien in Thailand entwickelt sich zu einer ihrer Pilgerstätten.

  • Einmal von München nach Berlin

    Start-up-Firmen mit Internet-Ideen zieht es in die Hauptstadt. Das Kapital aber sitzt noch in Bayern.

  • How to start a startup

    Die Startup-Vorlesungsreihe aus der Stanford University geht weiter mit unserem "Export" Peter Thiel und Alex Schultz, VP of Growth bei Facebook.

  • König Mitarbeiter

    Wer heute die besten Nachwuchskräfte haben will, muss flexible Arbeitszeiten bieten - das ist die Überzeugung von Projektron, einem mittelständischen Softwareentwickler in Berlin.

  • Auf neuen Wegen ans Personal

    Der Fachkräftemangel entwickelt sich zunehmend zu einem Problem für die Unternehmen. Die Personalmanager müssen umdenken und bei der Mitarbeitersuche Kreativität beweisen.

  • Nicht ohne meine Tochter

    Im deutschen Mittelstand übernimmt die nächste Generation - selbst im konservativen Maschinenbau sind das immer öfter die Töchter. Und die setzen häufig auf Teamarbeit an der Spitze.

  • „Urlaub ist überflüssig“

    Martin Kind spricht Klartext. Beim DUB UNTERNEHMER-Dinner nahm der Hörgeräte-Magnat und Hannover-96-Boss zu den Themen Erfolg, Nachfolge und Fußball kein Blatt vor den Mund.

  • Schwarmfinanzierung wird erwachsen

    Bislang galt Crowdfunding als Finanzierungsalternative für Start-ups, witzige Ideen und Projekte mit Sozialtouch. Doch jetzt entwickelt sich diese noch junge Form der Kapitalbeschaffung.

  • Abenteurer der Steppe

    Wind im Gesicht, atemberaubende Landschaft vor Augen, von Gegenverkehr keine Spur – in den Weiten der mongolischen Steppe können Biker Gas geben und das Land erfahren.

  • Bescheiden zum Erfolg

    Gästehaus statt Palast: Papst Franziskus wohnt bescheiden und führt die katholische Kirche ganz ohne Pomp. Dabei handelt er nach dem Muster jesuitischer Ordensregeln. Was Unternehmer aller Konfessionen von ...

  • Alle Potenziale nutzen

    Die Ideen der Mitarbeiter sollen dazu beitragen, Kosten zu senken. Dafür braucht man ein funktionierendes System – und Führungskräfte, die ineffizientes Arbeiten sehen und verändern.

Zum Autor

Karl Rehfuß ist Partner von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten in Stuttgart und Spezialist für Unternehmensverkauf oder Unternehmenskauf im Mittelstand.
Weitere Informationen erhalten Sie im Profil

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick