Tipps für externe Nachfolger:
So finden Sie Ihr Unternehmen.

Der Traum vom eigenen Unternehmen beschäftigt viele Manager, die sich über Jahre konsequent auf der Karriereleiter nach oben gearbeitet haben.

Weg von der Fremdbestimmung und der Eigendynamik bestehender Firmenstrukturen, hin zur Selbstbestimmung und Arbeit für sich selbst im eigenen Unternehmen - das ist die Hauptmotivation, eine Unternehmensnachfolge antreten zu wollen.

Die Chancen, diesen Traum wahr werden zu lassen, sind in den letzten Jahren signifikant gestiegen, da bei einer großen Anzahl von Familienunternehmen die Lösung der Nachfolgefrage ansteht und innerfamiliäre Nachfolger/-innen nur noch in ca. 60% der Fälle zur Verfügung stehen.

Damit die Suche nach dem eigenen Unternehmen erfolgreich verläuft, empfiehlt sich eine strukturierte Vorgehensweise und kompetente Begleitung in allen Phasen der Vorbereitung und Realisierung.

Als ersten Schritt gilt es für den zukünftigen Unternehmer, sich sein eigenes Profil und seine Kompetenzen selbstkritisch bewusst zu machen. Hierzu zählen die Berufserfahrung, die persönlichen Stärken und Schwächen, die inneren Antreiber und die bevorzugten äußeren Rahmenbedingungen, genauso wie die finanziellen Möglichkeiten.

Im zweiten Schritt erfolgt die Konkretisierung des Suchprofils eines passenden Unternehmens. Viele denken hier nur an Branche, Umsatzgröße und regionale Lage und vergessen dabei, dass gerade Familienunternehmen über Jahre durch die Persönlichkeit des Inhabers geprägt sind.

Ist der bisherige Unternehmer zum Beispiel ein eher allgewaltiger Machertyp, findet man dort Mitarbeiter, die es gewohnt sind eng geführt zu werden und klare Ansagen erwarten. Genauso kann es sein, dass der bisherige Inhaber ein introvertierter Tüftler ist, der eine Mannschaft aufgebaut hat, die mit hoher Eigenverantwortung als selbstgesteuertes Team agiert. Vernachlässig man bei der Entscheidung für eine Nachfolge die gewachsenen Unternehmensstrukturen und den Abgleich mit dem eigenen Führungsstil, führt das ganz schnell zu großen Spannungen im Unternehmen, die eventuell die gesamte Nachfolge scheitern lassen.

Es gilt also, bei der Suche nach einem passenden Unternehmen nicht nur betriebswirtschaftliche Kennzahlen, strategische Perspektiven und Finanzierungsmodelle zu betrachten, sondern sich vor allem bewusst zu machen, dass ein Unternehmen ein lebender Organismus ist, dessen Erfolgspotential auf den dort arbeitenden Menschen und der Art und Weise, wie sie interagieren, beruht.

Erst wenn das eigene Unternehmerprofil klar herausgearbeitet ist und das Profil eines passenden Unternehmens definiert ist, kann im dritten Schritt mit der Suche begonnen werden.

Hierzu bieten sich Gesuche in öffentlichen Börsen wie z.B. der Deutschen Unternehmerbörse, Direktansprachen von passenden Unternehmen und vor allem die Einbindung von Netzwerkskontakten an.

Ohne die Einschaltung eines neutralen Vermittlers ist die Recherche und Erstkontaktaufnahme sehr schwierig, da bei der Klärung der Nachfolgefrage sowohl die Übergeber- als auch von Übernehmerseite auf höchste Vertraulichkeit und Diskretion angewiesen sind.

Professionelle Nachfolgeberater sichern dieses notwendige, hohe Level an Vertraulichkeit dadurch ab, dass konkrete Informationen zu Firmen, Personen und Hintergründen nur fließen, nachdem die Ernsthaftigkeit des Interesses geprüft ist, detaillierte gegenseitige Vertraulichkeitsvereinbarungen unterzeichnet sind und die Übermittlung der Information jeweils freigegeben ist.

Die Erfahrung zeigt, dass die Chancen ein passendes Unternehmen zu finden immens steigen, wenn der zukünftige Unternehmer vom ersten Schritt an einen kompetenten Berater und Vermittler einbindet mit dem er erst das eigene Unternehmerprofil definiert und dann strukturiert erarbeitet welches Unternehmen er sucht, bevor die Suche konkret gestartet wird.

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Zum Autor

Norbert Lang ist Partner von
K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten in Memmingen und Spezialist für Unterneh-
mensverkauf oder -kauf im Mittelstand.
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