Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

So sieht eine ideale Digital Due Diligence aus

Ob ein Unternehmen fit für die digitale Zukunft ist, lässt sich mit der Digital Due Diligence überprüfen. Ein Teil davon ist die IT Due Diligence.

Ob bei Verbrauchern oder bei Firmen: Die Digitalisierung ist in aller Munde. Aber nicht überall stellen sich sofort Erfolge ein. Eine Studie der Strategieberatung Simon Kucher & Partners ergab gerade erst, dass 81 Prozent der Firmen in den vergangenen drei Jahren in die digitale Transformation investiert haben; für eine breite Mehrheit stand dabei die Umsatzsteigerung im Fokus. Doch tatsächlich haben nur 23 Prozent der Befragten dieses Ziel erreicht.

Auch im Prozess der Due Diligence müssen Firmen noch stärker den digitalen Aspekt ins Visier nehmen. Schließlich hat so manche genuin digitale Firma ganze Märkte umgekrempelt. AirBnB hat etwas im Hotelmarkt für Furore gesorgt, Amazon hat die E-Commerce-Branche auf den Kopf gestellt. Disruptive Bewegungen gibt es zudem in kleineren Segmenten, wie etwa den herkömmlichen Videotheken, deren bisheriges Geschäftsmodell durch Netflix & Co. praktisch zum Scheitern verurteilt ist.

Was macht also eine Digital Due Diligence grundsätzlich? Sie analysiert alle digitalisierungsrelevanten Themen, summiert die bestehenden digitalen Kompetenzen und ermittelt den digitalen Reifegrad eines Unternehmens. In der Folge klärt sie, wie bedeutend die Digitalisierung für das Geschäftsmodell ist. Diese Art von Unternehmensbewertung ist auch deshalb so wichtig, weil die fortschreitende Digitalisierung auf die jahrhundertealte Erkenntnis trifft, dass der Wert eines Unternehmens maßgeblich durch die erwarteten Erträge der Zukunft bestimmt wird. Vor diesem Hintergrund ist es mehr als sinnvoll, wenn das bestehende Geschäftsmodell auf die Zukunftsfähigkeit überprüft wird.

Die entscheidenden Fragestellungen lauten deshalb: Ist das bisherige Geschäftsmodell durch die Digitalisierung bedroht? Und wieweit hat das Unternehmen das Potential, die sich aus der Digitalisierung ergebenden Herausforderungen für sich als Chancen zu nutzen? Bei letzterer Frage geht es speziell um den digitalen Entwicklungsgrad der Firma, die digitalen Ressourcen, über die es verfügt und die Erfolgsaussichten der digitalen Transformation.

Beispiel Autoindustrie: Ob der Elektroantrieb wirklich Erfolg haben wird, ist noch unklar. Sicher ist aber, dass die Hersteller von Elektroautos relevante Marktanteile erringen werden. Hinzu kommt eine zweite Revolution: das autonom fahrende Auto. Dies hat bedeutende Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle vieler in der Autoindustrie tätige Unternehmen, etwa Verbrennungsmotorenhersteller und sogar die Reifenindustrie. Wenn irgendwann in ferner Zukunft selbstfahrende Autos miteinander kommunizieren können, dann senkt das den Verschleiß etwa von Bremsen und Reifen. Jene Herstellerfirmen dürften also geringere Umsätze machen.

Um die Auswirkungen in den Industrien möglichst genau vorhersagen zu können, checken erfahrene Due-Diligence-Berater zunächst das ganze digitale Ökosystem, in dem sich das Unternehmen befindet. Der Wert der Zielfirma erhöht sich dabei, wenn es die essentiellen Leistungsfaktoren (KPIs) im digitalen Markt kennt und erfüllt. Ein ganzheitlicher Ansatz ist hierbei erfolgsversprechend: Auch indirekte Wettbewerber, Dienstleister und Partner sollten in die digitale Infrastruktur des Geschäftsmodells miteinbezogen werden.

Im Weiteren geht es darum, die digitalen Kompetenzen von Management und Mitarbeitern zu beleuchten. Dabei stellt sich die Frage, ob es ein digitales Mindestwissen im Unternehmen gibt und ob die Mitarbeiter ausreichend geschult sind, um die Veränderungen mitzugestalten. Gerade im Management muss auch hinterfragt werden, ob das Team ausreichend digital gebildet ist, um die Herausforderungen zu meistern.

In einem zweiten Schritt obliegt den Prüfern die Begutachtung des wertschöpfenden Kerns des digitalen Geschäftsmodells. Die Due-Diligence-Berater beurteilen zudem, ob das Unternehmen die richtigen Kennzahlen für das Geschäftsmodell in den Mittelpunkt gerückt hat und deren Veränderungen richtig interpretiert werden. Dabei geht es auch ganz konkret zu. So wird etwa ermittelt, ob der Leiter der IT-Abteilung imstande ist eine Vergrößerung der Mannschaft nach der Transaktion auch führen zu können.

Stichwort: IT. Was die Digitale Due Diligence angeht, ist das IT-Ressort im Unternehmen kaum an Bedeutung zu schlagen. Deshalb ist die IT Due Diligence auch von besonderer Bedeutung. Sie umfasst die systematische Aufnahme und Beurteilung der vorhandenen IT. Die Berater ermitteln zum Beispiel, wie gut IT-Planung und Unternehmensstrategie aufeinander abgestimmt sind. Profane Tatbestände, etwa ob genügend Server-Kapazitäten und Betriebssystem-Lizenzen vorhanden sind, sind von geringerer Relevanz. Vielmehr wird ermittelt, ob die IT-Mannschaft in der Lage ist, den geplanten Zeitplan in erforderlicher Qualität und ohne steigende Kosten umzusetzen. Weil Unternehmen nach Größe streben wird etwa auch geprüft bis wohin eine Skalierung der Abteilungen möglich ist und ob die Entwicklungsplanung auf die kommerzielle Planung einzahlt.

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Blockchain

    Revolution aus dem Netz: Die Blockchain fordert Mittelstand und Konzerne heraus.

  • Folge-Wirkung

    Wer übernimmt das Unternehmen? Ein Familienmitglied oder doch jemand Externes? Rechtsanwalt Dr. Daniel Mundhenke über eine der entscheidenden Fragen bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

  • Familienunternehmen erwärmen sich für einen Einstieg von Private-Equity

    Beteiligungsgesellschaften waren lange ein rotes Tuch für deutsche Familienunternehmen. Nun findet ein Umdenken statt – auch getrieben durch fehlende Optionen.

  • So läuft eine Due Diligence ab

    Steuernachforderungen, hohe Abfindungssumme, verzwickte Kundenbeziehungen: Risiken bei einem Unternehmenskauf gibt es viele. Eine Due Diligence ist deshalb zwingend erforderlich.

  • Beiräte in Franchisesystemen

    Wie wird ein Beirat organisiert? Was sind die Aufgaben und die Arbeitsweise? Und welche positiven und negativen Aspekte gibt es? Erfahren Sie mehr über Beiräte in Franchisesystemen.

  • Mama startet durch

    Als Mutter erfolgreich im Job zu sein, ist in Deutschland oft nicht leicht. Die Erfolgsgeschichten zweier Start-up-Gründerinnen zeigen, wie es dennoch geht.

  • Starke Motivation

    Das Nahziel von Bobfahrer Thorsten Margis und Rennrodler Julian von Schleinitz (Foto) ist die erfolgreiche Teilnahme bei Olympia 2018. Ihre Fernziele: Mastertitel und Promotion an der Hochschule.

  • Smarter leben

    Neue Technologien machen die eigenen vier Wände intelligent. Arne Sextro, Smart-Home-Experte bei EWE, über Chancen und Möglichkeiten ferngesteuerter Haustechnik.

  • Falsche Vorstellung

    Die Berater von Project Partners sind Spezialisten für die Umsetzung der Blockchain. Wie sich ein Unternehmen der Technologie öffnen kann, erfahren Sie im Interview.

  • Seit 2012 Blockchain-User

    Estland ist digital ganz vorn dabei. Riina Leminsky, Leiterin der Wirtschaftsförderung Estlands in Deutschland, über erste Anwendungen der Technologie.

  • Bessere Entscheidungen

    Über 600 Millionen Euro an ausgezahlten Krediten – auxmoney ist ein führender Kreditmarktplatz in Kontinentaleuropa. CEO Raffael Johnen über die Digitalisierung des Kreditmarkts.

  • Erfolgsrezept: Loslassen lernen

    Ein pragmatischer Ansatz zur Umsetzung eines Nachfolgeprojektes bei einem Mittelstandsunternehmen in der metallverarbeitenden Industrie.

  • Unternehmensbewertung: Das müssen Sie beachten!

    Unternehmen zu bewerten ist alles andere als trivial. Es kommen verschiedene Methoden infrage. Wie sich ein Preis für ein Unternehmen ermitteln lässt, zeigt unsere Übersicht.

  • 20 Tipps für die Selbstständigkeit

    Befreit von Hierarchien Ideen umzusetzen, ohne sich absprechen zu müssen – das sind nur einige der Vorteile. Doch viele unterschätzen den Aufwand und die neue Verantwortung.

  • Deutsche Unternehmen zögerlich beim Kauf von Startups

    Um im Wettbewerb zu bestehen, brauchen Unternehmen Innovationen. Startups zu übernehmen, ist aber nicht an der Tagesordnung.

  • Das sind die wichtigsten Kommunikationsregeln bei einer M&A Transaktion

    Wenn eine Firma die andere kauft, dann kann viel schiefgehen. Eine laienhafte Kommunikation ist eine große Gefahr für eine M&A Transaktion.

  • Wie läuft die Systemintegration ab?

    Eine Hauptleistungspflicht des Franchisegebers ist es, den Franchisenehmer in das Franchisesystem zu integrieren. Erfahren Sie mehr über den Ablauf und die Inhalte der Systemintegration.

  • Stressfrei studieren

    Studieren gleicht einem Fulltime-Job. Klausuren, Hausarbeiten und knappe Deadlines treiben den Adrenalinspiegel deutlich in die Höhe. Was dagegen hilft.

  • CEO-Interview: Dynamischer Prozess

    Künstliche Intelligenz avanciert zum Treiber des digitalen Wandels. Im DUB UNTERNEHMER-Magazin geben CEOs und führende Manager exklusive Einblicke in die Transformationsprozesse ihrer Unternehmen.

  • Jung, begabt, sucht ...

    ... findet und kauft Firma: Ein neues Modell aus den USA bringt Käufer und Verkäufer elegant zusammen.

  • So sieht eine ideale Digital Due Diligence aus

    Ob ein Unternehmen fit für die digitale Zukunft ist, lässt sich mit der Digital Due Diligence überprüfen. Ein Teil davon ist die IT Due Diligence.

  • Welches Konzept passt zu mir?

    Ein Franchisesystem, das universeller Erfolgsgarant für jedermann ist, gibt es nicht. Das Konzept sollte Ihnen ein solides Einkommen bieten - da ist sorgfältiges Selektieren angesagt.

  • Judoka ist „Sport-Stipendiat des Jahres 2017“

    Theresa Stoll, EM-Zweite und Medizin-Studentin, ist „Sport-Stipendiat des Jahrs 2017“– eine Auszeichnung von Deutscher Bank und Deutscher Sporthilfe.

  • Leasing: Tipps für Gewerbetreibende

    Bei Firmenwagen ist Leasing weit verbreitet. Worauf Unternehmer im Kleingedruckten achten müssen und welche Alternativen es gibt.

  • Konfliktsituationen in Franchise-Partnerschaften

    Wie das Risiko von Konflikten in Franchise-Partnerschaften reduziert werden kann, lesen Sie hier.

  • „Zuschüsse nutzen“

    Nicht nur Käufer von Unternehmen haben Anrecht auf finanzielle Unterstützung, es gibt sie auch für Verkäufer.

  • Prinzip einfach

    Um zu unternehmerischem Wachstum zu gelangen, müssen Unternehmer eine passende Vorgehensweise entwickeln. Überzeugend sind Strategien, die sich in wenigen Worten zusammenfassen lassen.

  • Die Rolle der D&O-Versicherung für Unternehmensnachfolger

    Haben Sie als Unternehmensnachfolger schon geprüft, ob das begehrte oder bereits gekaufte Unternehmen über eine D&O-Versicherung verfügt?

  • Franchisegründungen haben Vorteile bei der Finanzierung

    Eine Gemeinsamkeit haben Franchise- und Individualgründungen auf jeden Fall – das Vorhaben muss solide und langfristig finanziert sein. Welche Vorteile Franchisegründungen haben, lesen Sie hier.

  • Digitalisierung der Integration von neuen Franchise-Partnern in das Franchise-System

    Erfolgreiches Franchising braucht einen Mix aus Online- und Offline-Medien. Lesen Sie hier, wie sich solch ein Mix zusammensetzen könnte.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick