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Neuregelung der Verlustverrechnung beschlossen

Regierung belohnt Schritt in die Selbstständigkeit

Sie haben eine clevere Geschäftsidee – und gründen eine Firma? Herzlichen Glückwunsch! Der Zeitpunkt ist günstig, die Bundesregierung unterstützt die Entwicklung junger Firmen – mit der Schaffung von Steueranreizen für Investoren.

Die Bundesregierung hat ein Versprechen für die Förderung von jungen Unternehmen eingelöst. Geldgeber, die mit Risikokapital bei Startups einsteigen, sollen aufgelaufene Verluste beim Fiskus geltend machen können. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat die Bundesregierung am Mittwoch beschlossen.

Bislang können Verluste, die in den frühen Phasen von Startups gemacht wurden, steuerlich nicht mehr geltend gemacht werden und verfielen, wenn in folgenden Finanzierungsrunden ein neuer Investor in das Unternehmen einstieg und sich damit der Gesellschafterkreis veränderte. Nach dem Kabinettsbeschluss soll nun die steuerliche Nutzung der aufgelaufenen Verluste weiterhin möglich sein, auch wenn sich ein neuer Investor an dem Unternehmen beteiligt.

Mit der Reform kommt die Regierung auch jungen Start-up-Unternehmen entgegen, die zu ihrer Finanzierung häufig auf die Neuaufnahme oder den Wechsel von Anteilseignern angewiesen sind. In dem Gesetzentwurf wird als Bedingung für den Erhalt der Verluste unter anderem genannt, dass der seit drei Jahren bestehende Geschäftsbetrieb unverändert bleibt. Dadurch sollen Spekulationen mit Unternehmen verhindert werden, die nur wegen hoher Verlustvorträge attraktiv sind.

Die Rechtsänderung soll rückwirkend zum 1. Januar 2016 gelten. Die durch die Änderung entstehenden Steuerausfälle werden mit 600 Millionen Euro im Jahr beziffert.

Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärte, mit den neuen Rahmenbedingungen könne es Unternehmen noch besser gelingen, Investoren für innovative Geschäftsmodelle zu gewinnen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte, Unternehmen erhielten durch die Neuregelung einen besseren Zugang zu privatem Wagniskapital, das sie dringend für ihr Wachstum benötigten. Frank Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbands sagte: „„Die Ermöglichung des Verlustvortrags in Startups ist ein wegweisender Schritt hin zu einem Venture-Capital-Gesetz. Wir appellieren an die Bundesregierung, diesen Weg nun fortzuführen und das Venture Capital Gesetz zurück auf die politische Agenda zu setzen.“

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