Perfekt aufgegangen

Jakob Preisenberger, Geschäftsführer von Kapitalkontor, sucht ganz besondere Unternehmen. Solche, die andere nicht auf dem Schirm haben, die aber in ihrer Nische überaus erfolgreich sind. Backtechnik S.I. ist so ein Unternehmen.

Perfekt aufgegangen
Verborgene Schätze: dort suchen wo andere nichts vermuten

Donaueschingen, wo Brigach und Breg sich zum zweitlängsten Fluss Europas zusammenschließen, zählt zu den wichtigsten Standorten deutscher Maschinenbauer. Wie an einer Perlenkette reihen sich mittelständische Firmen dort aneinander. Eine von ihnen: der Bäckereimaschinenhersteller Backtechnik S.I., der seine Produkte seit 18 Jahren weltweit vertreibt.

Interesse geweckt hat das Unternehmen mit seinem Profil auch bei Jakob Preisenberger, Geschäftsführer von Kapitalkontor. „Das Ziel unserer Unternehmensgruppe ist es, die erwirtschafteten Eigenmittel in den Kleinstmittelstand zu investieren, um so ein Portfolio besonderer Nischenspezialisten aufzubauen“, sagt Preisenberger. Dafür sucht er im Dienstleistungs- und Produktionssektor nach Firmen mit bewährten Geschäftsmodellen, die auch künftig stabile Renditen versprech

Vielfältige Anforderungen

Nach der Gründung von Kapitalkontor im Januar 2019 ist Preisenbergers Plan äußerst schnell aufgegangen: „Bis Juni haben wir zirka 260 Möglichkeiten in Erwägung gezogen und davon etwa 25 in die engere Auswahl genommen, haben also Erstgespräche geführt und Unterlagen geprüft.“

Auf dem Portal DUB.de entdeckte er etwa das Inserat der M&A-Beratungsfirma COVENDIT, die einen Käufer für Backtechnik S.I. suchte. „Aufgrund der sehr speziellen Positionierung des Unternehmens und der schlanken Struktur hat sich die Suche nach einem neuen Eigentümer nicht einfach gestaltet“, sagt Bernhard Kluge, geschäftsführender Gesellschafter von COVENDIT. „Die Anforderungen an das Profil des Käufers waren vielfältig: technische Kenntnisse, internationale Vertriebserfahrung und ein entsprechender finanzieller Hintergrund, um den Kauf des Unternehmens darstellen zu können.“

Mitwirken, Mitgestalten

Das Erstgespräch zur Übernahme von Backtechnik S.I. folgte nur einen Monat nach dem Marktstart von Kapitalkontor. Überzeugt haben Preisenberger schlussendlich drei Aspekte: der große Exportmarkt des Unternehmens, die Produkte, der Verkäufer. „Durch die Entkopplung vom deutschen Binnenmarkt, aus dem das eingesetzte Kapital stammt, erreichen wir die zur erfolgreichen Umsetzung unserer Strategie beste Risikodiversifikation“, sagt Preisenberger. „Und außerdem gibt es in dem speziellen Segment, in dem die Backtechnik aktiv ist, praktisch keine Konkurrenz mit Produkten in gleicher Qualität.“

Das allein reichte aber nicht. „Zur Unterschrift kam es letztlich, weil alle Gespräche mit den Verkäufern inhaltlich wie zwischenmenschlich von Vertrauen und Aufrichtigkeit geprägt waren. Wir haben schnelle, zielführende Verhandlungen geführt, bei denen es keine Überraschungen oder geschönten Zahlen gab“, so Preisenberger. Ende Februar trafen sich alle Beteiligten erstmals, Ende Mai waren die Verträge unterzeichnet.

Und dann? „Die Übernahme eines so eingespielten Unternehmens erfordert eine gewisse Zeit.“ Preisenberger spricht von einer intensiven Übergabephase, die auf die formale Transaktion folgte. „Wichtig für uns ist von vornherein gewesen, dass wir uns persönlich intensiv im Unternehmen einbringen. Eine Firmenleitung per Fernsteuerung funktioniert bei einem kleinen Mittelstandsunternehmen nicht. Man muss mitwirken, mitentscheiden, mitgestalten.“

Zufrieden mit seiner Kaufentscheidung, akzentuiert Preisenberger die unternehmerischen Ziele: „Zusammen mit den verkaufenden Gesellschaftern haben wir frühzeitig ein realistisches Strategiepapier aufgesetzt, das die Entwicklung der Geschäftsbereiche, des Personalaufbaus, der inneren Struktur und der wirtschaftlichen Planung integriert. Unser wichtigstes Ziel ist es, international noch mehr Markenpräsenz zu erreichen und wirtschaftlich auf gesunde Weise zu wachsen.“

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