Nachfolge mit Partner

Mit dem Aufbau eines mittelständischen Betriebs für Medizintechnik hat Wilfried Krömker ein Lebenswerk geschaffen. Am Ende seiner Karriere als Unternehmer hat er sich dazu entschlossen, Mitgesellschafter und einen Fremdmanager mit ins Boot zu holen – ein erfolgreiches Modell.

Erfolgreiche Unternehmensgeschichten beginnen nicht selten in Garagen, kleinen Werkstätten oder Kellern. So war es auch im Fall von Wilfried Krömker aus Bückeburg bei Hannover. Der heute 65-Jährige machte aus einer kleinen Feierabendfirma ein mittelständisches Unternehmen mit 40 Mitarbeitern. Die W. Krömker GmbH entwickelt heute vielfältige medizinische Systeme – von Gelenkarmen und Haltesystemen über Fahrgestelle bis hin zu elektronischen Komponenten. Zu den Kunden gehören große Medizintechnikunternehmen wie Dräger, Hamilton Medical, Maquet und B. Braun. Doch Krömker liefert nicht nur eine Blaupause für den sprichwörtlichen Self-Made-Mann. Sein Beispiel zeigt darüber hinaus, dass erfolgreiche Unternehmensgeschichten auch mit dem sukzessiven Rückzug des Gründers fortgeschrieben werden.

Rückzug auf Raten

Ende 2012 machte Krömker mit dem Verkauf der Mehrheit seiner Unternehmensanteile an zwei Beteiligungsgesellschaft en den entscheidenden Schritt in Richtung Nachfolge. Bewegt hat ihn das Thema bereits einige Jahre zuvor. „Meine Tochter und mein Sohn wollten nicht in die Firma einsteigen. So habe ich mich schon relativ früh damit auseinandergesetzt, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll, wenn ich mich aus dem operativen zurückziehe“, sagt Krömker.

Bei dem Versuch, die Nachfolgeregelung allein in die Hand zu nehmen, zahlte Krömker einiges Lehrgeld: Er nahm einen zweiten Geschäftsführer mit ins Unternehmen, der es weiterführen wollte. „Mit dem bin ich aber auf die Nase gefallen“, gibt Krömker offen zu. So reifte der Entschluss, die Firma zu verkaufen.

Mit der Begleitung durch seinen Steuerberater nahm die Sache Fahrt auf. Bei der Suche nach potenziellen Käufern sprach Krömker zunächst gezielt Personen aus seinem Kundenkreis an. Allerdings kam als Käufer niemand infrage. Zumal Krömker wichtig war, dass sein Unternehmen am Standort bleibt und so die Arbeitsplätze in der Region gesichert werden. „Daher hatte ich die Idee, einen Investor ins Unternehmen zu holen“, sagt Krömker. Dabei machte sich die langjährige Partnerschaft mit der Volksbank Schaumburg bezahlt.

„Schon als das Unternehmen noch am Anfang stand, hat mich die Volksbank bei Projektfinanzierungen unterstützt“, erinnert sich Krömker. Das war Mitte der 70er-Jahre. Damals tüftelte Krömker neben seinem Beruf als Hubschrauber-Mechaniker bei der Bundeswehr in einer Kellerwerkstatt an Gelenkarmen für die Medizintechnik. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Den ersten Aufträgen folgten weitere. Zunächst betrieb Krömker seine Firma mit vier Mitarbeitern nebenher. Als Anfang der 90er-Jahre ein Großauftrag kam, kündigte er den festen Job, um sich dem Unternehmen ganz widmen zu können. Diese Entwicklung hat die Volksbank Schaumburg über alle Jahre begleitet.

Idealer Partner an der Seite

Sie war es dann auch, die Krömker bei seiner Suche nach einem Investor den Kontakt zu VR Equitypartner herstellte. „Ich wusste damals nicht, dass die Genossenschaftliche FinanzGruppe so etwas anbietet“, gesteht Krömker. Bei „Private Equity“ habe er eher an Investoren gedacht, die den schnellen Profit suchen. Doch bei dem Absender fasste er sofort Vertrauen. Dass dieses Vertrauen auf Gegenseitigkeit beruht, unterstreicht die Initiative „Deutschland – made by Mittelstand“, mit der die Genossenschaftliche FinanzGruppe Danke sagt für die mittelständische Wirtschaftsleistung.

Mit den Investoren konnte Krömker wieder planen. VR Equitypartner sowie die zweite Gesellschaft wollen über Jahre investiert bleiben. „Beide Partner haben meinen Vorstellungen im Hinblick auf die Gestaltung der Zusammenarbeit voll entsprochen“, lobt Krömker. Das gilt auch für die Wahl des neuen Geschäftsführers. „Mit Michael Meier habe ich den idealen Manager für das Unternehmen gefunden. Er kommt aus der Branche. Ihn reizte die Herausforderung, in einer kleinen Firma mehr bewegen zu können als bei einem Konzern“, sagt Krömker.

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