„Mangels Nachfolge geschlossen!“

So oder ähnlich könnte es künftig im Fenster vieler Einzelhändler zu lesen sein. Nach Angaben des HDE suchen jährlich 10-15.000 Betriebe im Einzelhandel einen neuen Chef.

Insbesondere (filialisierte) Fachmärkte, Discounter und Online-Handel setzen dem traditionellen Einzelhandel zu und führen seit Jahren zu stetiger Konzentration der Marktmacht bei immer weniger Anbietern. Dies geht einher mit zunehmendem Margendruck.

Nach Einschätzung des Handelsforschers Jens Rothenstein sind bis 2020 ca. 70% der traditionellen Einzelhändler verschwunden – oder haben sich vollkommen neu positioniert. Laut einer Studie von IfH und HDE ist die sinkende wirtschaftliche Attraktivität des Fachhandels das größte Problem bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

Im Handel bedarf es daher einer besonders sorgfältigen Vorbereitung der Nachfolge.

Vor allem eine positive Geschäftsentwicklung, eine permanente Überprüfung des eigenen Geschäftsmodells, eine hohe Sortimentsqualität und Inszenierung der Produkte in einem ansprechenden Ladenlayout, eine fachkundige Beratung oder besondere Serviceleistungen spielen bei der Nachfolgelösung eine zentrale Rolle. Last, but not least, tragen motivierte Mitarbeiter zum Erfolg bei. Alles zusammen führt zu einem Einkaufs-
erlebnis, das Kunden bindet. Moderne Geschäftsprozesse und Bezahlsysteme sowie die Bedienung verschiedener Absatzkanäle (auch online) runden das Bild ab.

Ullrich Thiemann, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen, bestätigt diese Einschätzung: „Der Konzentrationsprozess im Einzelhandel wird sich zwar fortsetzen, jedoch eröffnen sich angesichts der vielfältigen Veränderungen interessante Marktnischen für kleine und mittelständische Unternehmen“.

Sofern eine innerfamiliäre Nachfolgeregelung erwogen wird, spielen Befähigung, Engagement und Freiwilligkeit der Übernehmer eine zentrale Rolle. Als Unternehmer sollte man darauf achten, die oftmals hohe Emotionalität und das damit verbundene Konfliktpotential einer innerfamiliären Lösung nicht zu unterschätzen und vorzugsweise professionelle Unterstützung durch einen erfahrenen Wirtschaftsmediator in Anspruch nehmen.

Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein, empfiehlt in jedem Fall eine professionelle Nachfolgeberatung für die Begleitung dieses sehr komplexen Prozesses. Angefangen mit einer verlässlichen Unternehmensbewertung, über ein aussagekräftiges Exposé, bis hin zur gezielten Ansprache potenzieller Übernahme-
kandidaten, auch MBI´ler (externe Management-Buy-in-Kandidaten), bindet die erfolgreiche Suche nach einem geeigneten Nachfolger viel Zeit und Management-Know-how. Erfolgreiche Unternehmensübergaben können leicht 12 Monate und länger dauern.

Als Unternehmer sollte man sich somit stets bewusst machen, dass eine sorgfältige Vorbereitung der Nachfolgeregelung nicht nur das eigene Lebenswerk und die Altersversorgung sichert, sondern auch die Zukunft der Mitarbeiter.

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Zum Autor

Axel Bergmann ist Partner von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten in Hannover.
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Klaus-Christian Knuffmann ist Partner von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten in Krefeld.
Weitere Informationen erhalten Sie im Profil

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