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MARKUS UND JULIUS BRINKMANN

"Privates und Berufliches trennen"

Die neuen Bugatti-Geschäftsführer über ihre Väter, Mitgestaltung und Absprachen.


V. l.: Wolfgang Brinkmann, Julius Brinkmann, Markus Brinkmann, Klaus Brinkmann (Foto: Markus Ohweb)

Die beiden jungen Männer verstärken seit vergangenem Dezember die Führungsriege bei Bugatti.

Bei Generationswechseln tritt oft die alte Führungsriege ab und die neue an. Bei Bugatti führen Sie das Unternehmen jetzt gemeinsam mit Ihren Vätern. Kann das gutgehen?

Julius B.: Definitiv, sonst würden wir das nicht machen. Wir arbeiten jetzt seit fünf Jahren operativ im Unternehmen. Wir haben deshalb ein gutes Gefühl, wie die Zusammenarbeit mit unseren Vätern funktioniert.

Markus B.: Es ist dabei wichtig, Privates und Berufliches klar zu trennen. Das hat bei unseren beiden Vätern funktioniert. Ich bin sicher, dass dies auch zwischen uns vieren gelingen wird.

Sie haben sogar das Sagen in jeweils demselben Bereich wie Ihre Väter. Da muss es doch zu Streit kommen.

Julius B.: Die Väter hören uns zu und lassen uns mitgestalten. In unserem Viererkreis der Geschäftsleitung hat jeder von uns die gleiche Stimme. Da geht es sehr demokratisch zu.

Markus B.: Außerdem werden größere Entscheidungen bei uns im Kreis der erweiterten Geschäftsleitung gemeinsam mit den acht Prokuristen des Hauses getroffen.

Wie sprechen Sie sich ab?

Markus B.: Wir treffen uns zehn- bis zwölfmal im Jahr zu strategischen Sitzungen mit unseren Vätern. Ansonsten sprechen wir vieles auf Zuruf ab. Schließlich sitzen wir alle auf einer Etage in der Firmenzentrale und haben eine gemeinsame Sekretärin.

Wie lange soll die Übergangsphase mit dem Quartett an der Firmenspitze denn dauern?

Julius B.: Kurz- bis mittelfristig werden uns die Väter die verschiedenen Ressorts übergeben. Ich habe zum Beispiel vor kurzem alleine die Verhandlungen mit unserem kanadischen Vertriebspartner geführt und neue in den USA hinzugewonnen.

Welche Rolle sollen dann langfristig die Väter übernehmen?

Markus B.: Sie werden womöglich in einen noch zu gründenden Aufsichtsrat wechseln und dort bei strategischen Fragen mitreden.

Wann wird dies passieren?

Julius B.: Wir haben keinen Termin für die endgültige Übergabe festgesetzt. Wie lange die Übergabe letztlich dauern wird, ist offen.

Was wollen Sie anders machen als Ihre Väter?

Julius B.: Unsere Väter haben schon verdammt viel richtig gemacht. Wir wollen das Lizenzgeschäft ausbauen und den Umsatz der Marke Bugatti in den nächsten zehn Jahren verdoppeln. Wir werden keine neuen Marken kaufen, sondern die heutigen weiterentwickeln. Denn da sind wir mit der gehobenen Männermodenmarke Eduard Dressler oder der Reitmodenmarke Pikeur breit aufgestellt.

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