Profi-Sparring

Wilde & Partner: Kommunikation auf Augenhöhe

Wie ein neuer Chef eine Agentur repositioniert, während der Gründer noch an Bord ist. Nachgehakt bei Jens Huwald, Wilde & Partner.

Jens Huwald war vor der Übernahme von Wilde und Partner bei Bayern-Tourismus Marketing – zunächst als Leiter PR und Unternehmenskommunikation und seit 2012 als Geschäftsführer – tätig.

Jens Huwald war vor der Übernahme von Wilde & Partner bei Bayern-Tourismus Marketing – zunächst als Leiter PR und Unternehmenskommunikation und seit 2012 als Geschäftsführer – tätig. Zuvor war der Kommuni­kationsprofi PR-Berater bei Pleon und bei Weber Shandwick sowie Pressesprecher für Brau und Brunnen (Foto: PR)

Für Jens Huwald war es der logische nächste Schritt: Die Selbstständigkeit. Sprich, die Übernahme der Agentur Wilde & Partner. Der Kommunikationsprofi über Kultur, Quoten und Handschrift.

DUB-UNTERNEMER-Magazin: Nach gut neun Monaten – wie fällt Ihr Zwischenfazit der Übernahme als geschäftsführender Gesellschafter bei Wilde & Partner aus?

Jens Huwald: Großartig. Das war sicher eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Es fühlt sich an, als wäre es nie anders gewesen.

Wie herausfordernd ist die Übernahme einer Agentur mit ausgeprägter Kultur?

Huwald: Traurig wäre es, wenn ich das ohne eigene Ideen getan hätte. Natürlich habe ich vor meiner Entscheidung, als neuer Mehrheitsgesellschafter Wilde & Partner zu übernehmen, nicht nur eine saubere Due Dilligence durchgezogen, sondern mir auch die Kultur angesehen. Dabei stellte ich schnell fest, dass die Werte der vergangenen 30 Jahre die gleichen Wurzeln haben wie die Werte, die zu meiner Vision passen. Das, wofür in der Vergangenheit Pionier-Lorbeeren verdient wurden, wird in Zukunft Grundvoraussetzung sein, wenn man gute Mitarbeiter gewinnen und dauerhaft mit ihnen planen möchte. Meine oberste Prämisse war schon immer Vertrauen. Das gilt für den persönlichen Einsatz, die Job-Planung jedes einzelnen genauso wie für eine positive Fehlerkultur.

Wie steht es um die gezielte Förderung von Frauen?

Huwald: Es war ja kein erklärtes Ziel, so viele Frauen zu fördern – das ist auch der Branche geschuldet. Ich halte es für nicht mehr zeitgemäß, sich zu sehr mit einer „Frauenkarte“ zu schmücken. Auch Männer werden bei uns gefördert. Wenn ein junger Vater entscheidet, in Elternzeit zu gehen, hat er meine Unterstützung. Ich würde mich freuen, unser sehr weibliches Team verstärkt auch mit tollen Männern ergänzen zu können.

Wie ist es, mit dem Gründer noch auf Jahre hinaus zusammenzuarbeiten? Ist Ihre Handschrift erkennbar?

Huwald: Das ist sicherlich die Frage, die sich Thomas Wilde und seine Frau im Vorfeld immer wieder gestellt haben – und sicher der am wenigsten planbare Aspekt. Heute kann ich sagen: Es läuft wunderbar. Ich ziehe meinen Hut vor Thomas Wilde, der mir sein „Baby“ nach 30 Jahren anvertraut hat. Er und seine Frau haben lange gesucht. Ich bin stolz darauf, dass sie mich und meine Frau, die sich als Prokuristin um Finanzen und Verwaltung kümmert, ausgewählt haben. Ich habe bereits vieles geändert: eine neue interne Struktur, neue Geschäftsbereiche, neue Zugeständnisse an Mitarbeiter und neue Anforderungen an Strategie-Prozesse. Wir werden uns stärker als Kommunikations-Beratung positionieren und nicht nur als pure PR-Company. Und wir ziehen innerhalb Münchens in größere, schönere, zeitgemäßere Räume um. Im Januar ist die neue Webseite komplett. Manch alter Zopf ist schon abgeschnitten, andere werden folgen. Und: Thomas Wilde versichert mir, dass er das alles gut findet und sich das so für „seine Firma“ gewünscht habe. Klar ist: Ich hätte die Agentur nicht gekauft, wenn Herr Wilde sich direkt komplett zurückgezogen hätte. Ich brauche ihn als Sparringspartner, einige Kunden fordern seine Expertise aktiv ein und Kolleginnen wie Kollegen genießen den Austausch mit ihm.

Teil 1: Wilde & Partner: Kommunikation auf Augenhöhe

Teil 2: Positive Fehlerkultur leben

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