Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Inhaber behalten das letzte Wort

Familienbetriebe setzen gerne auf Minderheitsinvestoren. Sorgsame Planung verringert die Gefahr von Konflikten.

Macht abgeben und dennoch die Kontrolle behalten - nach diesem Prinzip öffnet sich eine wachsende Zahl von Familienunternehmern für Investoren. "Ich sehe eine deutlich steigende Nachfrage bei mittelständischen Beteiligungen", sagt Jürgen von Wendorff, Vorstand der Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz. Besonders in den Fokus gerückt seien dabei Minderheitsbeteiligungen: Der Mittelstand fordere zunehmend dieses Modell, bei dem ihm im Gegensatz zur Mehrheitsbeteiligung das letzte Wort erhalten bleibt.

Christian Niederle, Managing Partner beim Finanzierungsberater Network Corporate Finance, bestätigt den Trend. "Insgesamt denken Mittelständler offener über Eigenkapitalgeber nach." Das sei einerseits eine Generationsfrage - anderseits seien die Beteiligungen häufig flexibler als Kredite und stellten sich den Unternehmern so als langfristige Alternative dar.

Bei einer Minderheitsbeteiligung bringt ein Investor über eine Kapitalerhöhung frisches Eigenkapital ein, indem er weniger als 50 Prozent der Anteile eines Unternehmens erwirbt. Dieses kann so Akquisitionen stemmen, investieren oder seine Bilanz stärken. Auch bei der Nachfolgeplanung sind die Beteiligungen beliebt - um etwa Kontinuität zu sichern, wenn der Seniorchef aussteigt.

Im Gegenzug sichern sich die Geldgeber Einfluss, Anspruch auf Dividenden und erhoffen sich einen Mehrwert durch den Beteiligungsverlauf. Ganz ohne Mitspracherechte geht der Einstieg selten über die Bühne. "Wir wollen schon mitreden", sagt von Wendorff, schließlich investiere man. Es gehe nicht um Eingriffe ins operative Geschäft. Man wolle als Partner sein Wissen einbringen, wenn es gefordert sei - wenn nicht, halte man sich heraus.

Dennoch, so Berater Niederle, für die Unternehmen ändert sich der Alltag: "Der Eigentümer wird bei einer Minderheitsbeteiligung das Heft zwar in der Hand halten, aber er muss dem Investor Einblick ins Geschäft geben und etwa regelmäßiges Reporting sicherstellen." Besonders für Familienfirmen ist das oft eine große Umstellung. Dass der Anteilseigner nicht nur mitrede, sondern eingreife, wenn es schlecht läuft,sei ein weiterer Mechanismus des Eigenkapitalaufbaus. Da kann es auch um die Besetzung des Managements gehen.

Um der Minderheitsbeteiligung von Beginn an eine klare Struktur zu geben, rät Niederle, diese gründlich zu planen. Von Wendorff berichtet, dass das schnellste Engagement der Hannover Finanz bereits nach sechs Wochen stand. Es habe aber auch schon zwei Jahre gedauert, bis alles geklärt war. Die Beteiligungen seien meist auf eine Dauer von zehn bis zwölf Jahren angelegt. Danach gehen Unternehmen und Geldgeber wieder getrennte Wege.

© Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten
Mehr auf www.handelsblatt.com

Das interessiert andere Leser

  • Einen Klick entfernt
    Drei, zwei eins, ...

    Onlineshopping boomt – eine E-Commerce-Seite will aber gut geplant sein.

  • Kampf mit dem Gewissen
    Schwieriger Spagat

    Benötigt ein Angehöriger dauerhaft Hilfe, pflegen ihn oft Partner und Verwandte. Was aber, wenn auch ein Unternehmen zu führen ist?

  • Frauke Fees
    Marke ohne Budget

    Auch mit Kreativität und Leidenschaft lässt sich eine Marke bekannt machen, sagt Beraterin Frauke Feess – wenn man die Zielgruppe gut kennt.

  • Dr. Kerstin Nina Schulz, Anwältin für Franchiserecht
    Rettung für gekündigte Franchisenehmer

    Wenn Franchisenehmern der Vertrag gekündigt wird, stehen sie häufig vor dem Nichts. Ein Paragraf im Handelsgesetzbuch schafft Abhilfe.

  • Hagen Rickmann, Telekom
    Deutscher Mittelstand meets Silicon Valley

    Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland hat beide zusammengebracht. Ein Erlebnisbericht.

  • Christoph Keese
    Messerscharf analysiert

    Christoph Keese wurde mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2016 ausgezeichnet. Für das DUB UNTERNEHMER-Magazin analysiert er exklusiv, was wir vom Silicon Valley lernen müssen.

  • Auf in die Selbstständigkeit
    20 Tipps für die Selbstständigkeit

    Befreit von Hierarchien Ideen umzusetzen, ohne sich abzusprechen – das sind nur einige Vorteile der Selbstständigkeit. So funktioniert’s.

  • Gerlinde Baumer - Partnerin der omegaconsulting GmbH
    Nach dem Firmenverkauf ...

    ... fängt die Übergabe erst richtig an. So meistern beide Seiten die Herausforderung.

  • Flottenmanagement
    Knifflige Entscheidungen

    Kaufen, leasen, finanzieren, mieten? Vor dieser Frage steht jedes Unternehmen, ganz gleich welcher Art und Größe, wenn es um die Anschaffung von Dienst-, Fuhrpark- oder Firmenwagen geht.

  • Auf in die Franchise-Selbstständigkeit
    Auf in die Franchise-Selbstständigkeit: Welche Freiheiten habe ich?

    Als Franchiser ist man befreit davon, eine eigene Idee zur Marktreife zu führen. Was kann man entscheiden, wo sind die Grenzen?

  • Veranstaltung Firmennachfolge in Hamburg
    Die Hürden bei der Firmennachfolge: einfach mal Ja sagen!

    Eine Firma zu verkaufen, das ist für manche Eigner so schwierig, wie ihr Kind in die Selbstständigkeit zu entlassen. Welche Befürchtungen Käufer und Verkäufer haben, zeigte eine Veranstaltung in Hamburg auf.

  • Joe Kaeser, Siemens
    Der Siemensianer

    Nie hat er für ein anderes Unternehmen gearbeitet: Siemens-Chef Joe Kaeser im Interview.

  • Öko-System
    Franchise wird grün

    Der Deutsche Franchise-Verband hat den Green Franchise Award vergeben. Und der Gewinner ist ...

  • Küche&Co
    Rückenstärkung

    Franchisesystem als Gängelband, so das vielfache Vorurteil. Wie es richtig gut laufen kann, erzählen zwei Gründer.

  • Das Who’s who deutscher Konzernlenker verrät exklusiv, wie es sich die digitale Welt von morgen vorstellt.
    Quintessenzen des Erfolgs

    Denke stets vom Kunden her! An welchen Leitplanken sich 15 Konzernchefs bei ihren Strategien orientieren.

  • Kai Enders im DUB UNTERNEHMER-Magazin Herbst 2016
    Modernisierung des Verbands

    Kai Enders, neuer Vorstand des Deutschen Franchise-Verbands, hat sich hohe Ziele gesteckt.

  • DFV-AWARDS
    Neue Aushängeschilder

    Der Franchise-Verband hat fünf Unternehmen ausgezeichnet. Was macht diese zu Botschaftern für die gesamte Franchisewirtschaft?

  • Lisa Mayer, Olympionikin und erfolgreiche Studentin ist Sport-Stipendiatin des Jahres 2016
    Sprinterin räumt ab

    Lisa Mayer, Olympionikin und erfolgreiche Studentin ist „Sport-Stipendiat des Jahres 2016“.

  • Der Transformator
    Wachgeküsst

    Wie aus einem unprofitablen Familienbetrieb ein europäischer Champion wird, zeigt das Beispiel Europart.

  • Regierung hilft Start-ups
    Regierung hilft Start-ups

    Dank Steuererleichterungen für Investoren sollen junge Unternehmen leichter an frisches Kapital kommen.

  • Erfolgreich mit Hundefutter: Franchise-Unternehmer Torsten Toeller
    Selfmade-Millionär auf Abwegen?

    Torsten Toeller, Chef des Franchise-Imperiums Fressnapf, zieht sich zurück. Was steckt dahinter?

  • Firmenwerte: KMU-Multiples
    Schwacke-Liste für KMUs

    Neue Tabellen von DUB.de und concess.de helfen bei der Bewertung kleiner und mittelständischer Unternehmen.

  • Migranten als Gründer
    Mehr als Dönerbude

    Wenn Migranten ein Unternehmen gründen, sind sie längst nicht mehr nur in den Bereichen Gastronomie oder Handel aktiv. Viele schaffen erfolgreich Jobs.

  • Firmen fiebern nach Fusionen
    Das große Fressen

    Bayer, Fresenius, Volkswagen: Deutsche Unternehmen sind in Shoppinglaune. Dabei sah es zu Jahresbeginn düster aus im M&A-Sektor.

  • MBO - Vom Manager zum Eigentümer
    Vom Manager zum Eigentümer

    Wenn eine Firma per Management Buy-out gekauft wird, muss nicht nur das Engagement der Besitzer in spe passen, sondern auch die Finanzierung.

  • Social Media im Franchise
    Social Media für Franchise

    Wie Franchise-Unternehmen Facebook, Twitter oder Whats App richtig nutzen.

  • War for talents
    Bereit für die Neuen? Wahl des Arbeitgebers bei der Generation Y

    Bei der Wahl des Arbeitgebers gilt die Generation Y als besonders anspruchsvoll. Welches Unternehmen positioniert sich am besten im ‚War for Talents’? Eine Studie will der Frage auf den Grund gehen.

  • Wladimir Klitschko 2016
    Veränderungen managen

    Ex-Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko und die Universität St. Gallen zeigen Führungskräften und Managern, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung meistern.

  • LMU München
    Start-up-Hochburg München

    Der Inkubator der Ludwig Maximilians-Universität München (LMU) hat bereits 165 Start-ups mit mehreren hundert Millionen Euro Marktwert hervorgebracht.

  • Stefan Wagner
    CSR ist kein Werbe-Chichi

    Stefan Wagner, Chef der HSV-Stiftung, sagt, weshalb Corporate Social Responsibilty nicht nur Marketing sein darf.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick