Immer weniger Nachfolger in Sicht

Die deutsche Wirtschaft brummt, die Grundlage für Gründerwachstum ist gelegt. Tatsächlich sinkt die Zahl der Gründer, damit sind auch weniger potentielle Nachfolger für inhabergeführte Unternehmen auf dem Markt.

Erst kürzlich hatte die KfW bekannt gegeben, dass bis zum Jahr 2022 bei mehr als einer halben Mil¬lion kleiner und mittlerer Unternehmen eine Inhabernachfolge ansteht. Bei über 100.000 Unternehmen wird es sogar noch dringender: Hier soll die Nachfolge bis Ende 2019 umgesetzt werden. Das Problem ist aber vielschichtiger: Die Zahl derjenigen sinkt, die an einer Übernahme eines Betriebs interessiert sind. Seit drei Jahren gibt es mehr Alteigentümer auf der Suche nach einen Kaufinteressenten als umgekehrt.

Nun zeigt der veröffentlichte Gründungsmonitor der KfW, dass die Zahl der Gründungen in Deutschland auch im Jahr 2017 rückläufig war – und damit weniger Nachfolger für Firmen auf dem Markt sind. Wie die Förderbank bekannt gab, haben sich nur 557.000 Personen im vergangenen Jahr selbstständig gemacht hat, das sind 17 Prozent weniger als 2016. Unter den Existenzgründern ist die Gruppe der Neugründer mit 77 Prozent die deutlich größte. Deutlich kleiner sind die Gruppen Übernahmegründer mit rund 10 Prozent und die Beteiligungsgründer mit 12 Prozent.

Vom Bruttoinlandsprodukt her betrachtet, war die Grundlage vergangenes Jahr für Gründerwachstum eigentlich gelegt. Das kalenderbereinigte BIP-Realwachstum betrug 2,5 Prozent – nach 1,9 Prozent im Vorjahr. Das war der stärkste Wachstumsschub seit 2011. Die Erwerbslosenquote dagegen ging nur etwas zurück, auf 3,7 Prozent – in 2016 waren es 3,9 Prozent. Folgerichtig wäre für vergangenes Jahr damit ein Plus an Gründern zu erwarten gewesen. Insbesondere hätte dies für Nebenerwerbsgründungen vermutet werden dürfen, da diese Gruppe in der Regel stärker auf die Konjunktur als Gründungen im Vollerwerb reagiert.

Tatsächlich kam es zu dem oben erwähnten deutlichen Rückgang. Die Volkswirte der KfW vermuten, dass der leer gesaugte Arbeitsmarkt offenbar den gewohnten langfristigen Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Wachstum mit der Gründungstätigkeit sprengt. Schließlich, darauf weisen die Experten in dem Zusammenhang hin, ist eine abhängige Beschäftigung auch für den Hinzuverdienst zu finden, derzeit so einfach wie nie. Die Rekordzahlen bei offenen Stellen und Besetzungszeiten zeigen wie angespannt die Personaldecke bei vielen Unternehmen ist.

Wie die KfW weiter bekanntgab, ist der Anteil von Frauen an der Gründungstätigkeit 2017 nochmals um 3 Prozentpunkte auf insgesamt 37 Prozent gesunken. Der Rückgang war auf den Vollerwerb beschränkt und ist das Ergebnis einer stärkeren Gründungstätigkeit von Männern im Vollerwerb.

Zudem hat die Studie untersucht, inwieweit Gründer beim Gang in die Selbstständigkeit auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Die Untersuchung ergab, dass dies auf 60 Prozent der Gründer zutraf. 39 Prozent der Gründer greifen ausschließlich auf eigene Mittel zurück, acht Prozent brauchten Summen über 25.000 Euro, die sie von externen Kapitalgebern eingeworben haben. Wie die KfW ebenfalls herausfand, hatten 2017 rund 14 Prozent der Gründer Probleme bei der Finanzierung. Hauptgrund hierbei war, dass die Entrepreneure meist mehr Eigenmittel eingesetzt hätten, als ihnen zur Verfügung standen.

Last but not least: Wie bei der allgemeinen Gründungstätigkeit war der Rückgang im Nebenerwerb stärker als im Vollerwerb. Der Anteil von Neugründern mit Beschäftigten ging im Vollerwerb auf 30 Prozent, im Nebenerwerb auf 8 Prozent zurück.

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