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Die Regelung der Nachfolge stellt viele Firmen vor Herausforderungen. Damit ein Rad ins andere greift, braucht es volles Engagement von Unternehmer und Nachfolger. Wie in diesem Fall.

Optimal: Wenn die Nachfolge-Zahnräder ineinandergreifen, läuft es problemlos

Nikolaos Giatrinis hat die Hoffnung nie aufgegeben. Die Hoffnung, dass, was lange währt, am Ende auch gut wird. Der fränkische Unternehmer suchte altersbedingt einen Nachfolger für seinen Betrieb. Dass es sechs Jahre dauern würde, bis der passende Mann gefunden war, hätte er nicht gedacht. Doch Sorgfalt war geboten, denn die N.K.G. Sondermaschinen GmbH & Co. KG war für ihn wie ein leibliches Kind. Das sollte es gut haben mit dem neuen „Vater“.

WER SUCHET, DER FINDET

Auch Dieter Marg hatte sich schon vor gut fünf Jahren Gedanken über seine Rückkehr aus dem Ausland nach Deutschland gemacht. Über 15 Jahre war der Ingenieur für ein großes Unternehmen in verschiedenen Funktionen tätig, davon acht Jahre in den USA und England. Auf die Idee der Selbstständigkeit hatte ihn ein Freund gebracht, der diesen Schritt durch eine Firmenübernahme gewagt hatte. Dessen positive Erfahrungen waren für Marg die Inspiration, sich in Deutschland ebenfalls auf diesen Weg zu wagen. Der studierte Maschinenbauer erstellte zuerst ein Profi von seinem Wunschunternehmen. „Dabei gehörten für mich Punkte wie etwa die finanziellen Rahmenbedingungen, das Geschäftsmodell oder die geografische Lage bei der Suche zu den entscheidenden Faktoren“, erläutert Marg. Als er auf seiner Internetsuche bei der Deutschen Unternehmerbörse unter DUB.de auf eine interessante Anzeige stieß, wusste er noch nicht, dass dies die N.K.G. war: Das Inserat war anonymisiert geschaltet.

FIRMENBERATER HILFT WEITER

Nach einigen Misserfolgen bei der Nachfolgersuche hatte sich Giatrinis an den Unternehmensberater Harald Deininger gewendet. Mit dessen professioneller Unterstützung ging es voran – unter anderem wurde die DUB.de­ Anzeige geschaltet. „Ein Unternehmen zu kaufen oder zu verkaufen stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Deswegen sollte der gesamte Prozess von einem kompetenten Dritten begleitet werden. Wir haben viele Erfahrungen im Bereich Kauf oder Verkauf von Unternehmen und konnten so in diesem Fall fachkundig unterstützen“, sagt Deininger. Nachdem Marg beim Berater eine Vertraulichkeits-
erklärung unterzeichnet hatte, kam es zu einem ersten Kontakt mit Giatrinis. Und die Chemie zwischen den beiden stimmte auf Anhieb.
Denn Marg hatte nicht nur Kenntnisse von der Materie, sondern auch das nötige Kapital, um die Firma zu übernehmen. Wichtige Faktoren, die bei vorherigen Bewerbern laut Giatrinis oft überhaupt nicht vorhanden waren. Doch die finanziellen Mittel sind nicht die einzige Voraussetzung. „Sondermaschinenbau ist eine Frage der Kompetenz, Erfahrung und des Vertrauens. Das habe ich auch von meinem Nachfolger erwartet“, so Giatrinis. Diese Eigenschaften sind Teil seines Erfolgs. Seit 1989 stellt Giatrinis mit seinen Mitarbeitern jeden Tag aufs Neue unter Beweis, dass es funktioniert – und das in den unterschiedlichsten Industriebereichen.

REIBUNGSLOSE VERHANDLUNGEN

Die darauf folgenden Verhandlungen verliefen wie ein gut geschmiertes Zahnradgetriebe. Aufgrund des gegenseitigen Vertrauens und der sich nun entwickelnden Partnerschaft wurde sogar gemeinsam ein Rechtsanwalt damit beauftragt, die vertraglichen Details auszuarbeiten. So kam es dann am 1. September 2015 ganz offiziell zum Verkauf, der zusammen mit den neun Mitarbeitern bei einem Grillfest gefeiert wurde. Auch nach dem erfolgreichen Abschluss steht Giatrinis dem Unternehmen und seinem neuen Geschäftsführer beratend sowie für Konstruktions-
arbeiten zur Verfügung. In dem Wissen, dass er, Marg, auf die Expertise und Kontakte seines Vorgängers zurückgreifen kann, sieht er die Zukunft der N.K.G. Sondermaschinenbau GmbH positiv. „In der Firma steckt viel Potenzial. Wir wollen wachsen und neben den Einzelstücken im Sondermaschinenbau auch kleinere Serien produzieren. So wollen wir neue Märkte erschließen und produktiver werden“, erklärt Marg.

GUTE VERMITTLUNGSCHANCEN

Margs Vorgehensweise „kaufen anstatt gründen“ ist das Motto der Deutschen Unternehmerbörse. DUB.de Geschäftsführer Nicolas Rädecke sagt: „Auf erfolgreiche Vermittlungen wie diese sind wir sehr stolz. Schließlich ist die Nachfolgeproblematik für unsere Wirtschaft ein ernst zu nehmendes Problem, das zahlreiche Arbeitsplätze gefährden kann.“ Die Unternehmerbörse hilft effektiv bei der Lösung. So haben im vergangenen Jahr 87 Prozent der Inserate zu Kontaktanfragen geführt. 71 Prozent erbrachten mehr als eine Anfrage, 46 Prozent der Anzeigen wurden von fünf oder mehr Interessenten angeklickt.

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

Ein Unternehmen zu kaufen oder zu verkaufen stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Viele Parteien lassen daher den gesamten Prozess von einem kompetenten Dritten begleiten.

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