Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Geht doch!

Zur Finanzierung von Unternehmensnachfolgen.
Der Geschäftsplan als Kernelement einer erfolgreichen Finanzierungsstrategie.

Unternehmensnachfolgen scheitern immer wieder an der Finanzierung. Das muss nicht sein! Denn es ist keinesfalls so, dass der finanzielle Spielraum allein durch die vorhandenen Eigenmittel des Übernehmers und das Wohlwollen seiner Bank definiert ist.

Nach unserer Beobachtung scheitern Finanzierungen häufig an mangelnder bzw. nachlässiger Vorbereitung. Eine sorgfältige Aufbereitung des Themas ist jedoch unabdingbar. Das Finanzierungskonzept muss durchdacht sein und den Interessen der Finanzierungspartner Rechnung tragen. Es bildet den Abschluss eines überzeugenden Geschäftsplans, aus dem der Finanzbedarf abgeleitet wird. Das Gesamtkonzept muss stimmig sein. Was bedeutet das konkret?

Der Geschäftsplan beinhaltet alle Vorhaben des Unternehmenskäufers. Dieser stellt seine Ziele dar und beschreibt, mit welcher Strategie und welchen Mitteln er diese erreichen will. Kernstück des Geschäftsplans sind die besonderen Fähigkeiten, Eigenschaften, Alleinstellungsmerkmale, mit denen sich das Unternehmen gegenüber Wettbewerbern durchsetzt. Diese Informationen münden in eine Stärken/Schwächen-Analyse, die wiederum potentiellen Kapitalgebern ein klares Chancen/Risiko-Profil liefert.

Darüber hinaus sind im Geschäftsplan die finanziellen Auswirkungen des Vorhabens dargestellt. Es wird ersichtlich, ob neben der Kaufpreisfinanzierung weitere Investitionen erforderlich sind, z.B. um einen Wachstumskurs einzuschlagen oder Wettbewerber zu übernehmen. Sämtliche Informationen münden in eine 3-5 Jahres-Planung, aus der ersichtlich ist, ob das Unternehmen ertragreich arbeitet und welcher Finanzbedarf entsteht. Die Ermittlung des gesamten Finanzierungsbedarfs ist Grundvoraussetzung, um Gespräche mit potentiellen Geldgebern aufzunehmen.

Im nächsten Schritt wird die Finanzierungsstruktur festgelegt. Grob gesprochen ist dies die Verteilung zwischen Eigen- und Fremdkapital. Hier sollten alle Varianten und Kombinationen durchgespielt und in Betracht gezogen werden. Neben der Hereinnahme weiterer Gesellschafter ist die Aufnahme von Hybridkapital (Mezzaninekapital = rückzahlbare Mittel mit Eigenkapitalcharakter, z.B. stille Beteiligungen) und Fremdkapital zu prüfen. Am Ende dieses Prozesses steht eine Finanzierungsstruktur, die den Interessen aller Beteiligten Rechnung trägt.

Die Vorzüge eines aussagefähigen Geschäftsplans stellen sich zusammenfassend wie folgt dar:

• Der Geschäftsplan zwingt den Erwerber zu einer strukturierten Auseinandersetzung mit allen unternehmerischen Facetten, vor allem der Formulierung und Operationalisierung seiner eigenen unternehmerischen Ziele.
• Der Geschäftsplan ist damit Richtschnur für etwaige Korrekturmaßnahmen bei unplanmäßiger Geschäftsentwicklung. Es geht weniger um die punktgenaue Erreichung der Planung. Vielmehr können in der Rückschau Aussagen zur Stabilität der Marktverhältnisse und Planungsqualität getroffen werden. Ebenso, wie auf unvorhergesehene Veränderungen unternehmerisch reagiert wurde, also Rückschlüsse auf die Managementqualität gezogen werden.
• Der Geschäftsplan ist die unternehmerische Visitenkarte des Übernehmers. Er bietet ihm die Möglichkeit, sich als fachlich und persönlich kompetenter Kandidat zu präsentieren.
• Last, not least: ein aussagefähiger Geschäftsplan ist eine wirkungsvolle Ergänzung für den hausinternen Bewilligungsprozess der Geldgeber und erleichtert diesen die Arbeit

Nutzen Sie die Chancen, die in einem guten Geschäftsplan stecken. Machen Sie sich die Mühe, es lohnt sich!

Das interessiert andere Leser

  • Franchise-Umfrage: Wo, bitte, geht’s hier zum neuen Personal?

    Zum zweiten Jahr in Folge hat die Deutsche Unternehmerbörse Franchise-Systeme nach ihren größten Herausforderungen im Markt gefragt. Ganz oben: Die Suche nach Personal.

  • Späte Führungsnachfolge

    Der Brillenkönig Günther Fielmann behält noch weitere drei Jahre das Zepter in der Hand. Erst 2020 will er das Unternehmen in die Hände seines Sohnes legen.

  • Sachsen-Anhalt legt Fonds für die Unternehmensnachfolge auf

    Immer wieder scheitern Firmennachfolgen an der Finanzierung. Sachsen-Anhalt will dem nun vorbeugen – mit einem Fonds, ausgestattet mit 265 Millionen Euro.

  • „Psst, haben Sie schon gehört … ?“

    Wenn die Gerüchteküche brodelt, hat das selten Gutes zu bedeuten. Erst recht, wenn es um den Verkauf eines Unternehmens geht.

  • Zu schön, um wahr zu sein

    Was Franchisegeber Geschäftspartnern in spe über ihr System verraten müssen und woran man schwarze Schafe erkennt.

  • Geld vom Staat

    Auch Franchisenehmer kommen in den Genuss von staatlichen Fördertöpfen. Es müssen nur drei Kriterien erfüllt werden.

  • Deutschland paradox

    Die Bundesrepublik spielt wirtschaftlich in der ersten Liga – außer beim Gründungsgeschehen. Wie kann das sein?

  • Alles VUKA, oder was?

    Volatil, unsicher, komplex, ambivalent, kurz: VUKA. So beurteilen viele Chefs die Digitalisierung. Was tun?

  • Optimistische Chefs

    Deutschlands Unternehmer strotzen vor Optimismus. Dabei müssen sie in einem Punkt noch mächtig aufholen.

  • Erst Praktikum, dann Nachfolger

    Warum der Chef in spe bei seinem neuen Unternehmen erstmal eine Hospitanz absolvieren sollte.

  • Pflichtteilsrechte – die Büchse der Pandora

    Verstirbt ein Unternehmer, müssen häufig Kredite aufgenommen werden, um Erben auszuzahlen. Doch es geht auch anders.

  • Mehr als nur ein Spiel

    Zocken, daddeln – ist doch Kinderkram? Weit gefehlt. Video spielen ist zum Milliardenmarkt avanciert. So wollen Unternehmen und Vereine auf den neuen Goldesel aufsatteln.

  • Begehrte Pleitefirmen

    Warum ausländische Investoren um insolvente deutsche Unternehmen feilschen.

  • Gesucht, gefunden

    Wer genau weiß, was er will, wird schneller fündig: zum Beispiel auf der DUB-Franchisebörse. Im Fall von Lutz Große und dem System Filtafry war das ein Glücksfall für alle Beteiligten.

  • Risiko Familienunternehmen

    Familienunternehmen können schneller von einer Insolvenz bedroht sein als andere. Doch das Risiko lässt sich senken.

  • Von Mäusen und Gazellen

    „Growth Guy“ Verne Harnish, Gründer der Entrepreneurs’ Organization, Autor und Coach, verrät, warum Unternehmer einsam sind und wann das beste Timing für Firmenausbau oder -verkauf ist.

  • Keine Angst vor dem blauen Brief

    Wenn ein Familienunternehmen einen neuen Chef bekommt, werden Mitarbeiter selten gekündigt. Im Gegenteil.

  • Passende Partner

    Wenn ein Franchisenehmer einen Nachfolger für sein Unternehmen sucht, ist auch der Franchisegeber gefragt – um ihn dabei im Sinne des Systems zu unterstützen.

  • Franchise: Bedeutung und Nutzen des System-Handbuchs

    Lesen Sie mehr über die „Betriebsanleitung“ für die Führung des Franchisebetriebes.

  • Ehrgeiz und Leidenschaft

    Judith Williams. Die frühere Opernsängerin, heutige Unternehmerin und TV-Moderatorin über Rezepte für ein erfolgreiches Leben.

  • Digitale Potenziale

    Deutschland ist reif für ein digitales Gesundheitswesen. Deshalb unterstützt Die Techniker Existenzgründer, Talente und Visionäre.

  • Der Amazon-Plan

    Das entschlüsselte Erfolgsgeheimnis des Amazon-Gründers Jeff Bezos.

  • So digital tickt Berlin

    Alles #Neuland? Die Redaktion des DUB UNTERNEHMER-Magazins hat sechs deutsche Spitzenpolitiker nach ihrer Vision der digitalen Zukunft befragt.

  • Die vier wichtigsten „Deal Breaker“

    Deal Breaker können Übernahmen in letzter Minute scheitern lassen. Das sind die häufigsten.

  • Bilanzbombe Pensionen

    In vielen Firmen klaffen riesige Pensionslücken – ein ernstes Problem, vor allem beim Unternehmensverkauf.

  • Auf die (Franchise-)Größe kommt es an

    Einsteiger in der Franchise-Branche haben es schwer. Aber der Aufwand zahlt sich aus.

  • Unternehmensverkauf: Worauf bei Earn-Out-Klauseln achten?

    Was Unternehmensverkäufer und -käufer über variable Preiskomponenten wissen müssen.

  • Die fünf wichtigsten Trends der CeBIT

    2017 werden auf der CeBIT wieder die großen Trends der IT-Branche gezeigt. Ganz oben auf der Tagesordnung: künstliche Intelligenz.

  • Disruption meets Design

    Produktdesigner stehen vor einem Paradigmenwechsel. Die analoge und digitale Welt verschmelzen zunehmend miteinander. Was sich hinter der „new holistic experience“ verbirgt.

  • Wie ein Franchisenehmer seine Mitarbeiter für sich werben lässt

    Employer Branding – Ein Unternehmer aus Hannover zeigt, dass solche Kampagnen sinnvoll sein können.

Zum Autor

Axel Bergmann ist Partner von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten in Hannover und Experte für Finanzierungen und Wertsteigerungsstrategien
Weitere Informationen erhalten Sie im Profil

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick