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Hamburg, 17.02.2017

Fusionen und Übernahmen: Ein Hoch auf den deutschen Markt

Bisher gibt es nur das Brexit-Votum. Aber das reicht, dass viele Firmen in Großbritannien die Abwanderung planen. Erfreulich für den deutschen M&A-Markt.

Der Markt der Fusionen & Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) in Deutschland zeigt sich derzeit sehr robust – und dürfte dieses Jahr durch den bevorstehenden Brexit in Großbritannien noch stärker werden. Laut einer Untersuchung des Wirtschaftsprüfers EY nehmen 40 Prozent der ausländischen Unternehmen Deutschland als Top-Investitionsstandort in Europa wahr – das sind zwei Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Deutschland wird damit für Investoren attraktiver und baut seinen Vorsprung in dieser Hinsicht gegenüber Großbritannien aus. Lediglich 22 Prozent der ausländischen Unternehmen bewerten das Königreich als führenden Standort. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es noch 27 Prozent. Noch weiter abgeschlagen ist Frankreich mit acht Prozent der Nennungen.

In absoluten Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden laut dem Branchendienst „Mergermarket“ insgesamt 846 Transaktionen abgeschlossen – 27 mehr als in 2015. Das Volumen belief sich auf gut 80 Milliarden Dollar. Im Branchenvergleich gab es die meisten Fusionen und Übernahmen im Industrie – und Chemiesektor. 285 Transaktionen summierten sich insgesamt auf einen Wert von 27,8 Milliarden US-Dollar.

Was Großbritannien angeht: Obwohl das Land frühestens erst in zwei Jahren faktisch aus der Europäischen Union austreten wird, plant bereits jetzt schon jedes siebte Unternehmen in dem Land, Geschäftsbereiche außerhalb der Grenzen zu verlagern. Auch das ist ein Ergebnis der EY-Untersuchung. Zum Vergleich: Umzüge kommen in den übrigen Ländern nur für gerade einmal jedes fünfzigste Unternehmen in Betracht.

Von den abwanderungswilligen britischen Unternehmen favorisieren 54 Prozent mit Deutschland als Ziel. Deutlich abgeschlagen sind die Niederlande (33 Prozent) und Frankreich (8 Prozent).

EY weist darauf hin, dass der britische Standort noch nie so schlecht bewertet wurde wie derzeit. Mehr noch: Mehr als jedes dritte befragte Unternehmen (34 Prozent) erwartet, dass die Attraktivität Großbritanniens in den nächsten drei Jahren weiter abnimmt – der höchste bisher erhobene Wert. Gleichzeitig erwarten nur noch 29 Prozent eine Verbesserung. Zum Vergleich: Kurz vor dem Brexit-Votum im März 2016 gingen immerhin noch 36 Prozent von einer Verbesserung aus, im Jahr 2015 lag der Anteil bei 54 Prozent.

Konkrete Auswirkungen hat der Brexit noch nicht auf den globalen M&A-Markt. Die Studienautoren weisen aber darauf hin, dass sich die niedrigen Zinsen in Form von sehr hohen Kaufpreisen auswirken. Das vergangene Jahr war damit ein Jahr der hohen Unternehmensbewertungen.

Allerdings spüren 71 Prozent der britischen Unternehmen schon konkrete Auswirkungen des Brexit-Votums in ihrem Geschäft. Bei 28 Prozent sind die Gewinnmargen gesunken, bei 29 Prozent haben sich die Einkaufspreise erhöht. Infolge des Votums hatte das britische Pfund massiv an Wert verloren, was Importe nach Großbritannien deutlich verteuerte.

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