Best Practice

Familiensache Unternehmenskauf

Wer weiß, wonach er sucht, kann schnell ans Ziel gelangen: Über DUB.de fanden Karin und Thomas Schneider die Berliner Friseure Vandéll – ihr erstes gemeinsames Unternehmen. Seitdem pendelt das Paar zwischen der Hauptstadt und seiner Heimat im Bergischen Land.

Familie Schneider modernisiert die Friseure Vandéll sanft

Im Geschäft: Karin Schneider (o. l.) mit einer ihrer 110 Mitarbeiterinnen (Foto: Thomas Schneider)

Thomas Schneider ist ein Zahlenmensch. Aus dem Bauch heraus entscheidet der Diplomkaufmann aus Remscheid selten. Schon gar nicht bei beruflichen Dingen. Doch manchmal hält das Leben Überraschungen bereit. „Meine Frau Karin und ich haben das Verkaufsinserat der Friseurkette auf dem Nachfolgeportal DUB.de gesehen und wussten sofort: Das ist das Unternehmen, das wir kaufen werden“, sagt er. „Unser erstes unternehmerisches Familienprojekt.“

Die Prüfung der Unternehmenszahlen folgte selbstverständlich umgehend. Als diese hielten, was der positive Eindruck des Verkaufsinserats versprach, verlor das Unternehmer-Ehepaar keine Zeit: Weniger als ein Jahr dauerte der Prozess von der Idee bis zur Unterzeichnung des Kaufvertrags. Seit Juli 2017 sind die Eheleute die Besitzer der 19 Filialen starken Friseurkette Vandéll im Berliner Stadtteil Pankow. Ein ungewöhnlich kurzer Prozess für eine mittelständische Unternehmensübernahme. „Familie Schneider wusste genau, wonach sie sucht“, sagt Reiner Grönig. Der Vorstand der UnternehmensBörse Grönig und Kollegen, die das Mandat zum Unternehmensverkauf von der ehemaligen Besitzerin erhielt und das Inserat auf DUB.de schaltete, erinnert sich: „Es sollte ein Dienstleistungsunternehmen mit guter Skalierung im Bereich Lifestyle, Kosmetik und Beauty sein.“ Die Friseurkette passte ausgezeichnet. Nicht zuletzt, weil Karin Schneider in Remscheid bereits ein Kosmetik- und Friseurgeschäft besitzt und als Frau vom Fach das Potenzial der Unternehmung gut einschätzen konnte.

Mit Prozesswissen punkten

Auch die Unternehmensgröße war ein entscheidendes Kriterium. „Wir wollten ein größeres Projekt, weil das eine sehr reizvolle strategische und betriebswirtschaftliche Aufgabe ist“, erklärt Thomas Schneider sein ansonsten recht offen gehaltenes Suchprofil. Auf einen bestimmten Ort oder eine Region waren die Schneiders nicht festgelegt. Auch München oder Hamburg wären als Standorte infrage gekommen.

Dass Thomas Schneider selbst als Berater im Bereich mittelständischer Unternehmensübernahmen arbeitet, erwies sich beim eigenen Unternehmenskauf als weiteres Plus. „Es hat sicher mit meinem beruflichen Hintergrund zu tun, dass wir ein bestehendes Unternehmen fortführen wollten“, sagt er. Auch sein Know-how zum Prozess – von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Notartermin – war dabei von Vorteil. „Über uns kamen Käufer und Verkäuferin schnell in Kontakt“, erinnert sich der vermittelnde Berater Grönig. „Wir moderierten die Gespräche, waren an der Gestaltung der Vertragsentwürfe beteiligt und haben beide Parteien zur Vertragsunterzeichnung begleitet.“ Für Thomas Schneider ein bekanntes Prozedere. Einzig mit dem Unterschied, dass er nun auf der anderen Seite des Tisches saß – und nicht beriet, sondern kaufte.

Die ersten Kontakte zwischen den Schneiders und der Verkäuferin fanden im November 2016 statt. „Wir sind zu Gesprächen mehrmals nach Berlin gefahren“, so Thomas Schneider, „um uns intensiv auszutauschen.“ Auf der Agenda: Passen die Vorstellungen beider Parteien zueinander? Welche Erwartungen stehen im Raum? Sind die Pläne miteinander vereinbar? Als Chemie und Vorhaben stimmten, räumte die Verkäuferin für die Finanzierungsphase Exklusivität ein. „So konnte kein Wettbewerber unsere Kaufabsicht torpedieren“, sagt Karin Schneider.

Digital in die Zukunft

Bis etwa einen Monat nach der Übernahme standen die Schneiders im Austausch mit der Vorbesitzerin, die aus Altersgründen verkaufte. Seitdem arbeiten sie allein daran, die Friseurkette sanft zu modernisieren. Die Mitarbeiterkommunikation nehme dabei eine zentrale Rolle ein, so Thomas Schneider. „Wir gehen sehr demutsvoll vor, veranstalten wiederkehrende Informationsveranstaltungen mit den Salonleiterinnen und besuchen die Filialen mit unseren 110 Mitarbeiterinnen regelmäßig.“ Dass das Team hinter den neuen Besitzern steht und die Aufbruchstimmung begrüßt, freut das Unternehmer-Ehepaar, das vier Tage pro Woche in Pankow vor Ort ist.

Das Friseurhandwerk soll das Kerngeschäft bleiben. Dennoch ist eine Erweiterung des Angebots geplant. „An geeigneten Standorten wollen wir Kundenberatungscenter eröffnen, in denen alle Probleme rund um das Haar gelöst und behandelt werden“, kündigt Karin Schneider an. Sie kennt das Beauty-Business und hat eine klare Vision: „Vandéll soll zu einer Qualitätsmarke mit hohem Bekanntheitsgrad in Berlin heranwachsen.“ Dazu werde der Fokus auch auf die Website, Social Media und die Digitalisierung von Prozessen wie etwa die Online-Terminbuchung und eine Bezahl-App gelegt werden. Man wolle sich Schritt für Schritt dem Zeitgeist und modernen Kundenbedürfnissen nähern. Dazu gehört für Karin Schneider auch, den Bereich Anti-Aging aufzunehmen und den Kunden ein ganzheitliches Beauty-Konzept anzubieten. „So machen wir die Friseure Vandéll fit für die Zukunft.“

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