Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Die Zukunft sichern – der Beirat in einem Familienbetrieb

Ein Erfahrungsbericht von Martin Kaltner, Beiratsmitglied im Mittelstand und Profi in Sachen Unternehmensnachfolge bei omegaconsulting

Wo holt sich ein Geschäftsführer Rat – auf Augenhöhe und mit einem guten Ergebnis für das Unternehmen? Viele Studien und Medienberichte zeigen es: Für Unternehmen werden Beiräte in dieser Funktion immer wichtiger. Inzwischen haben etwa 50 % aller Familienunternehmen einen Beirat installiert, die Tendenz ist steigend. Schwerpunktmäßig sind es die großen Unternehmen. Aber auch immer mehr Unternehmen im Umsatzbereich 1 bis 25 Mio. € holen sich Unterstützung aus Reihen eines Beirats. Martin Kaltner, Partner beim Nachfolgespezialisten omegaconsulting GmbH, bestätigt den Trend. Speziell in Familien-
unternehmen ist ein Beirat Gold wert – als Ratgeber, Sparringspartner und Katalysator.

Ein Blick in die Beirats-Praxis

Seit über einem Jahrzehnt ist Martin Kaltner Beiratsmitglied in einem großen, mittelständischen Handelsunternehmen. Das Münchner Traditions-Familienunternehmen hatte sich schon vor mehr als 20 Jahren entschlossen, einen Beirat einzurichten. Damaliger Auslöser war eine Nachfolgeregelung und die intensive Beratung der neuen Geschäftsführer in dieser Phase. „Die Gründung des Beirats war ein wichtiges Kriterium, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern“, ist sich Kaltner sicher:
Der Beirat begleitet die Arbeit und Entwicklung des Unternehmens kritisch, bietet Lösungen an und entwickelt die Strategien maßgeblich mit. So ist das Vorankommen des Unternehmens gesichert – dieser Blick von außen hilft.

Wie läuft die Arbeit des Beirats konkret ab?

Die Befugnisse des Beirats und seine personelle Zusammensetzung sind im Gesellschaftsvertrag festgelegt. „Neben externen Mitgliedern mit hoher Expertise sind auch Vertreter der Eigentümerfamilien im Beirat vertreten“, fasst Martin Kaltner zusammen.

Jährlich finden bis zu 10 Sitzungen statt, der Austausch zwischen Beirat und Unternehmen ist also sehr eng. Gegenstand der Sitzungen sind zum Beispiel strategische Entscheidungen, die Berufung von Geschäftsführern und Besprechungen mit Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern. Auch die Freigabe der Unternehmensplanung liegt in den Händen des Beirats
sowie deren Überprüfung in Form der Halbjahresberichte. Die Investitions-
planung unterliegt somit auch der Zustimmung des Beirats.

Regelmäßiges Reporting

Die Geschäftsführung ist zu einem regelmäßigen monatlichen Reporting über die Geschäftsentwicklung an den Beirat verpflichtet. „Neben dieser Bringschuld der Geschäftsführung sehen wir uns als Beirat auch zu einer Holschuld verpflichtet“, definiert Kaltner das Selbstverständnis der Beiratsmitglieder. Wichtige unternehmerische Entscheidungen der Geschäftsführung müssten qualifiziert hinterfragt werden. Im Rahmen der sogenannten Corporate Governance, den unternehmerischen Grundsätzen, muss der Beirat zunehmenden Anforderungen hinsichtlich der Unternehmenskontrolle gerecht werden.

Beiratsprofile und Erfolgsfaktoren

Im Fall des Münchner Traditions-Unternehmens sind Experten aus den Bereichen Recht, Handel, IT, Logistik und Finanzen mit dabei. Die Beiratsmitglieder zeichnen sich außerdem durch langjährige, erfolgreiche Tätigkeiten in diversen Beratungs- bzw. Managementfunktionen mittelständischer Familienunternehmen aus. Neben der fachlichen Expertise ist auch die Rolle eines „vermittelnden Elements, eines Mediators“ wichtig, weiß Martin Kaltner zu berichten. „Die Größe eines Beirats sollte sich an der Betriebsgröße und an der Komplexität des Geschäftsfeldes orientieren“, sagt er. Der Beirat sei grundsätzlich kein „Abnickgremium“ – in diesem Fall hätte er seine Funktion verfehlt.

Die Seele des Unternehmens lebt im Beirat weiter

Bei der Beiratsordnung besteht eine weitgehende Gestaltungsfreiheit. Das unterscheidet ihn vom Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft, bei dem die Kontrollrechte im Aktiengesetz und in der Satzung genau festgelegt sind.

Das wird dann besonders wichtig, wenn ein Inhaber sein Unternehmen
an einen Nachfolger übergibt. Egal, ob es eine familieninterne Nachfolge-
lösung oder eine neue externe Geschäftsführung gibt: Dem abgebendem Inhaber geht es oft darum, sein Unternehmen, sein Lebenswerk, nachhaltig zu sichern und die Unternehmenswerte weiterleben zu lassen. Der übergebende Inhaber kann die Kontroll- und Mitbestimmungsrechte des Beirats so weise und wissend ausdehnen, dass die Firmenkultur gut fortbestehen kann. In diesem Sinne kann der Inhaber über den Beirat auch die Zukunft seines Unternehmens weiterhin mitgestalten.

Deshalb ist Martin Kaltners Empfehlung klar: „Ich sehe den Beirat als Sparringspartner der Geschäftsführung, als Kontrollorgan, als wichtiges Entscheidungsorgan und auch als Katalysator im Unternehmensprozess. Ein funktionierender Beirat trägt wesentlich zur Zukunftssicherung gerade bei Familienbetrieben im Rahmen eines Generationswechsels bei.“

Das interessiert andere Leser

  • Wladimir Klitschko gewährt einen Einblick in seine Pläne für die Karriere nach dem Sport.

    Wladimir Klitschko im Interview

    Der erfolgreichste Box-Schwergewichtler aller Zeiten über die Karriere nach der Karriere.

  • Nicolas Rädecke und Susanne Schnur von DUB.de auf dem Franchise Matching Day 2016.

    Franchise Matching Day mit großem Erfolg

    Rund 400 Besucher kamen zur größten deutschen Franchisemesse in Köln. Als Medienpartner stellte die Deutsche Unternehmerbörse DUB.de die neue DUB Franchisebörse vor.

  • Das neue DUB UNTERNEHMER-Magazin ist da

    Exklusiv am Kiosk, in Handelsblatt und in WirtschaftsWoche: Weltmeister Wladimir Klitschko verrät sein Erfolgsgeheimnis. Dazu: fünf Megatrends, die Sie kennen müssen.

  • Wer ein Unternehmen gründen oder kaufen will, braucht Geld – zu möglichst niedrigen Zinsen.

    Wenn die Hausbank Nein sagt

    Ihre Bank will Ihnen keinen Gründerkredit geben? Kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen! So kommen Sie trotzdem an günstiges Startkapital.

  • Wie fit sind die Krankenkassen?

    Der Chef der größten deutschen Krankenkasse spricht über Zukunftsszenarien – nicht alle sind rosig.

  • Colin Berr

    Gefragte Mentoren

    „Jedes Team braucht einen guten Mentor“, weiß der Milliardär und Entrepreneur Richard Branson. Warum das auch für kleine Unternehmen zutrifft.

  • Am Ziel vorbei

    Teamarbeit ist ein Erfolgsfaktor. Doch was tun, wenn das Zusammenwirken hakt? Das gängige Rezept: ein gemeinsamer Ausflug. Aber hilft das?

  • Unternehmerischer Erfolg mit System

    Wer sich selbstständig machen will, ohne auf eine strategische Unterstützung zu verzichten, sollte über Franchising nachdenken.

  • Ideen innen und aussen

    Beim Innovationsforum 2015 in Frankfurt am Main sprachen vier Konzernlenker darüber, welche Quellen sie anzapfen, um neue Ideen zu generieren.

  • Aufs große Spielfeld

    Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, sagt, was passieren muss, damit Europa nicht den Anschluss verliert.

  • Was bleibt, was kommt

    Ob Digitalisierung, Mobilität, Demografiewandel – Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Wer erfolgreich sein will, muss sich dem globalen Wandel stellen.

  • Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen.

    Weg mit dem Server

    Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen – wenn sie richtig eingesetzt wird. Zwei Experten sagen, wie sie am besten eingeführt wird.

  • Über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und das Ende des klassischen Beratungsgeschäfts.

    Roboter statt Banker

    Prof. Dr. Martin Hellmich über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und wie Mittelständler von den neuen Angeboten profitieren.

  • 7 Tipps für eine gelungene Franchise-Vertragsunterzeichnung.

    Erst Verträge schließen, dann Geld verdienen

    Vertragslaufzeit, Einkaufsbedingungen Gebührenhöhe – Franchisenehmer müssen sich mit dem Kleingedruckten befassen. 7 Tipps für eine gelungene Vertragsunterzeichnung.

  • Die Entdeckung Europas

    Aus AG wird SE - Immer mehr deutsche Firmen werden ihrer Rechtsform nach europäisch. Die Vorteile: mehr Flexibilität beim Management, aber auch bei Mitbestimmung und Verlagerungen.

  • Mischung mit System

    Geldanlegen wie die Profis - das war lange Zeit nur vermögenden Investoren vorbehalten. Doch jetzt mischen Multi-Asset-Fonds den Markt auf.

  • Werben Sie jetzt auf der DUB-Franchisebörse

    Seit Jahren suchen Unternehmer in spe bei DUB.de Ihr eigenes Unternehmen. Bieten Sie finanzstarken Interessenten ein neues Zuhause unter Ihrem Dach.

  • Alles im Fluss

    Istanbul steht auf der Liste der beliebtesten Spots für Städtetrips ganz oben. Mit einem privaten Guide kann man die Stadt abseits der Touristenströme entdecken.

  • Welches Preisschild trägt ein Lebenswerk?

    Über Jahre hat Kirsten Schubert im Unternehmen ihres Vaters mitgearbeitet. Bis er unerwartet starb. Statt trauern zu können, musste sie die Firma verkaufen. Ein Erfahrungsbericht.

  • Anstand zahlt sich aus

    Anstand zahlt sich aus

    Der Gründer des Club of Hamburg, Frank Breckwoldt, erklärt, warum sich Wertschätzung und Verbindlichkeit gegenüber Mitarbeitern, Kollegen und Kunden lohnen.

  • Unternehmer per System

    Mit Franchising kann der Traum von der unternehmerischen Selbstständigkeit schnell wahr werden. Richtig angepackt, können beide Seiten profitieren.

  • Deckung oben halten

    Abischerung ist oft nicht das Erste, an das Entrepreneure denken. Doch die Altersvorsorge, die Deckung betrieblicher Risiken zählen.

  • Bester Agrarunternehmer zum „Landwirt des Jahres“ gekürt

    Bei der „Nacht der Landwirtschaft“ wurden zum zweiten Mal die begehrten „CeresAwards“ für innovative Ideen und verantwortungsvolles Wirtschaften verliehen.

  • Mach dein Ding!

    So manch erfahrener Konzernmanager liebäugelt mit einem Chefsessel im Mittelstand. Und viele Unternehmer suchen dringend einen Nachfolger. So kommen beide zusammen.

  • Digital-Know-how für alle

    Wie externe Beiräte dabei helfen, Unternehmen einen Weg durch die digitale Revolution zu weisen.

  • Print ist nicht tot

    Mindshare-Chef Christof Baron erklärt, warum gedruckte Medien im Zeitalter der Digitalisierung unterschätzt werden und Inhalte so wichtig sind wie der Kanal.

  • Erfolgreiches Franchising in fünf Schritten

    Franchise erleichtert den Weg in die Selbstständigkeit. Die Systeme sind allerdings bei weitem kein Selbstläufer. Diese fünf Tipps sollten angehende Franchise-Nehmer beachten.

  • Werbe lieber ungewöhnlich

    Für einen wirksamen Mix aus klassischen und digitalen Instrumenten gehört vor allem Mut zum Wagnis. Experten und Unternehmer verraten, wie Sie ihrer Firma Gehör verschaffen.

  • Glamour + Camping = Clamping

    Komfort-Camping führt längst kein Nischendasein mehr. Das liegt nicht zuletzt an den weltweit entstehenden Glamping-Angeboten, die Natur, Abenteuer und Fünf-Sterne-Niveau miteinander kombinieren.

  • Sophia Saller

    Sport-Stipendiatin des Jahres 2015

    Und die Gewinnerin ist ... Sophia Saller! Die U23-Weltmeisterin im Triathlon und Mathematikstudentin in Oxford wurde zur „Sport-Stipendiatin des Jahres“ 2015 gekürt.

Erfahrungsbericht

Martin Kaltner ist Partner von omegaconsulting in Rosenheim, Beiratsmitglied im Mittelstand und Experte für Unternehmensnachfolge
Weitere Informationen erhalten Sie im Profil

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen

Jetzt Newsletter bestellen

DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick