Unternehmensnachfolge Beratung

Unternehmensnachfolge - die richtigen Werte zählen

Wer sein Unternehmen verkauft, will einen guten Preis erzielen. Zudem sollte der Käufer die gleichen Vorstellungen von der Zukunft des Betriebes haben. Ein guter Nachfolgeberater berücksichtigt das.

Drei Personen befassen sich intensiv mit einer Exceldatei Intensive Gespräche : Damit scheidender und nachfolgender Unternehmer zueinander passen, sollte der Nachfolgeberater Fingerspitzengefühl haben (Foto: Getty Images/anyaberkut)

Unternehmer zu werden ist ein großer Schritt. Ganz gleich, ob jemand selbst gründet, ein Unternehme kauft oder mit einer Franchiselizenz ein Geschäft eröffnet. Diese Entscheidung zur unternehmerischen Selbstständigkeit verändert das Leben nachhaltig – und zwar auf Jahre. Genauso verhält es sich beim Schritt in die andere Richtung: Auch wer sich nach langer Zeit der beruflichen Selbstständigkeit dazu entschließt, sein Unternehmen zu verkaufen, macht das nicht einfach mal so. Es hängt viel Herzblut am Lebenswerk, und die Aussicht darauf, bald nicht mehr selbst die Zügel in der Hand zu halten, sondern jemand Fremdes im eigenen Haus schalten und walten zu sehen, kann bei vielen ein mulmiges Gefühl heraufbeschwören.

Der Nachfolger muss passen

Es empfiehlt sich deshalb, einen Nachfolge-Berater hinzuzuziehen, der den Unternehmer begleitet. Denn zum einen geht es dem scheidenden Inhaber darum, einen guten Preis zu erzielen, zum anderen, den passenden Käufer zu finden, der das Unternehmen im Sinne des Verkäufers weiterführt.

Empathie und Fingerspitzengefühl

Transaktionsberater Roland Schwarzer sagt: „Als ich mein Unternehmen vor fünf Jahren nach meinem Namen benannt habe, waren wir die Ersten, die sich getraut haben, im Marketing das Wort ‚Empathie’ einzusetzen. Den Mitbewerbern war das zu weich, aber heute werben viele Berater damit.“ Bei seinem jüngsten Projekt spielte Empathie eine große Rolle. Verkäufer waren drei befreundete Ingenieure. Sie hatten sich auf der Abendschule kennengelernt und vor 19 Jahren beschlossen, zusammen eine Firma auf dem Gebiet technische Gebäudeausrüstung zu gründen. Mittlerweile beschäftigen sie 33 Mitarbeiter und sind heute sämtlich Anfang 50. Der Grund, aus dem sie ihr gemeinsames Unternehmen verkaufen wollten, war also nicht der bevorstehende Ruhestand, schließlich sind sie dafür noch zu jung. Sie wollten vielmehr einfach keine Unternehmer mehr sein, sondern sich dem widmen, was sie am besten können – dem Ingenieurwesen –, und weniger der Geschäftsführung und Verwaltung. „Sie wollten alle drei in ihrem eigenen Unternehmen weiter beschäftigt bleiben, weil ihnen die Arbeit Spaß macht. Zudem bestand der Wunsch, weiterhin an der Firma beteiligt zu bleiben und sich zum jetzigen Zeitpunkt nur einen Teil auszahlen zu lassen.“ Keine einfache Aufgabe für Schwarzer und sein Team. So wundert er sich nicht darüber, dass er in diesem Fall einige Monate länger brauchte als sonst, um den teilweisen Verkauf in trockene Tücher zu bringen. „Üblicherweise vergehen zwischen der Vermarktungsbeginn und dem Notartermin etwa zwischen fünf bis neun Monate“, so der Berater. „In diesem Fall haben wir etwas länger als ein Jahr gebraucht. Schließlich musste es wirklich passen.“

Kaum Nachfolger in der Familie

Das Problem: Immer weniger Inhaber finden ihren Nachfolger in der Familie. Laut einer KfW-Studie müssen bis 2022 rund 500.000 Inhaber von kleinen und mittelständischen Unternehmen ihre Nachfolge planen, 100.000 von ihnen wollen dies bereits Ende nächsten Jahres abgeschlossen haben. Dies ist ein schwieriges Unterfangen, wenn sich kein Nachfolger in der Familie findet, was bei 42 Prozent der Unternehmen der Fall ist. Schwarzers Erklärung: „Die Ansprüche an die Work-Life-Balance haben sich geändert. Wenn die Kinder sehen, wie hart die Eltern arbeiten müssen, entscheiden sie sich oft dagegen.“ Es gebe aber auch die andere Variante: Die Kinder arbeiten aktiv im Unternehmen mit und wären bereit, die Nachfolge anzutreten – wissen aber mitunter gar nicht, dass die Eltern den Verkauf des Geschäftes planen. „In solchen Fällen merken wir, dass etwas nicht stimmt in der Familie. Dann holen wir alle an einen Tisch und suchen nach einer Lösung, mit der alle Familienmitglieder zufrieden sind.“ Dass in solchen Fällen Empathie und Fingerspitzengefühl gefragt sind, lässt sich leicht nachvollziehen. Bei der Suche nach möglichen Käufern fokussiert Schwarzer auf Beteiligungsunternehmen und Marktteilnehmer, zudem recherchiert er über die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. „Oder wir finden die Käufer über Inserate, zum Beispiel auf der Deutschen Unternehmerbörse DUB.de“, sagt Schwarzer. Dort fand er auch den Käufer für die Firma der drei Ingenieure, ein börsennotiertes Schweizer Unternehmen.

Als Kaufinteressent sichtbar werden

Kaufinteressierte tun sich auf der Suche nach geeigneten Objekten oft schwer. Sie sollten sichtbar werden, indem sie auf einschlägigen Portalen wie DUB.de inserieren. Für einen potenziellen Käufer hat ein Inserat auf DUB.de weitere Vorteile – so können sich ihm Möglichkeiten bieten, die er zunächst nicht im Blick hatte. Nicolas Rädecke, Geschäftsführer der Deutschen Unternehmerbörse, sagt: „Auch Franchiseunternehmen suchen auf unserer Plattform nach Lizenznehmern, also Franchisegründern, oder nach Nachfolgern für ein bestehendes Unternehmen.“ Der Schritt zum Inserat lohnt sich: 94 Prozent aller Inserenten erhalten qualifizierte Anfragen. Das sollte genug Schub geben für den nächsten großen Schritt.

Nachfolge über DUB.de

Auf der Deutschen Unternehmerbörse finden Firmenverkäufer und Nachfolger zusammen.

Die größte deutsche Unternehmensbörse gestaltet den Kauf und Verkauf von Unternehmen komfortabel: Die Kaufgesuche und Verkaufsangebote lassen sich einfach, anonym und sicher online stellen. Neben der Unternehmensbörse bietet DUB.de auche eine Franchisebörse, über die Franchisegeber präsentieren können und Franchisenehmer für neue und bestehende Standorte finden.


Das interessiert andere Leser

  • Finanzierungs-Alternative zur Hausbank - DUB.de
    Jenseits der Stange

    Joachim Haedke springt mit Finanzierung.com ein, wenn Banken bei der flexiblen Beschaffung von Liquidität für Unternehmen mauern.

  • Unternehmensverkauf - Gute Vorbereitung bestimmt den Erfolg Teil II
    Teil II: Unternehmensverkauf - Gute Vorbereitung bestimmt den Erfolg

    Der zweite Teil geht auf weitere für eine Vorbereitung wesentliche Punkte ein und fasst alle aufgezählten Schritte in einer Checkliste zusammen.

  • Unternehmensverkauf - Gute Vorbereitung bestimmt den Erfolg
    Teil I: Unternehmensverkauf - Gute Vorbereitung bestimmt den Erfolg

    Zu viele Unternehmerinnen und Unternehmer stellen sich der Herausforderung Unternehmensnachfolge zu spät. Eine gute Vorbereitung ist das A und 0.

  • FRANCHISE AWARDS 2019
    FRANCHISE AWARDS 2019

    In drei Kategorien messen sich insgesamt neun Franchisesysteme. Wer am Ende die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen darf entscheidet eine Fachjury.

  • Bester Franchisenehmer der Welt - jetzt Nominierung abgeben

    Nominieren Sie Ihre Franchisenehmer zum internationalen Award und präsentieren Sie Ihr Franchise-System und Ihre Marke auf internationaler Bühne.

  • Franchise Ideen: Was der Markt anbietet und was Sie wissen müssen
    Franchise Ideen: Was der Markt anbietet und was Sie wissen müssen

    Das passende System finden: Franchise Angebote gibt es viele, aber welche Franchise Idee ist die richtige?

  • Mobilitäts-Debatte- E-Scooter auf Gehwegen: Das sagen die Versicherer
    E-Scooter auf Gehwegen: Das sagen die Versicherer

    Die Bundesregierung entscheidet demnächst über die Zukunft der E-Scooter auf den Verkehrswegen. Viele Versicherer lehnen die neuen elektronischen Tretroller aber pauschal ab.

  • So gelingt das Change Management

    Neue Eigentümer bringen oft frische Ideen mit. Doch wer neue Strukturen und Prozesse integrieren will, muss ein paar Dinge beachten.

  • Auf Bewährtes aufbauen

    Franchise lohnt sich – besonders für die Nachfolger. DUB.de erklärt, was das System so attraktiv macht und worin die größte Herausforderung besteht.

  • Franchiseunternehmen verkaufen – So geht der Franchise Resale!
    Franchiseunternehmen verkaufen – So geht der Franchise Resale!

    Häufig werden in Franchise Verträgen auch Vorkaufsrechte festgeschrieben. Was bedeutet das nun im Falle eines gewünschten Weiterverkaufs?

  • con|cess M+A-Partner erhält den „Content Creator Award"
    con|cess M+A-Partner erhält den „Content Creator Award“

    Das Beraternetzwerk hat in der Kategorie: „Company Sales Facilitators of the Year 2019 – Germany“ den Award für seinen umfangreichen Content Marketing Ansatz erhalten.

  • Robert Gladis von der HALLESCHE
    „Benefit für Mitarbeiter“

    Jeder Versicherte sollte selbst auswählen können, welche bKV-Leistungen er in Anspruch nimmt. Dafür plädiert Robert Gladis von der HALLESCHE.

  • Steuerlich nutzbar: Durch eine Gesetzesänderung Ende 2018 werden Verluste bei einer Übertragung bis zu 50 Prozent nicht mehr gekürzt
    Das Minus nutzen

    Die Vorschrift zum anteiligen Verlustuntergang wurde Ende letzten Jahres gestrichen. Für Kapitalgesellschaften entstehen so neue Chancen, um ihre Verluste trotz Übertragung zu verrechnen.

  • Die digitale Transformation gelingt im Unternehmen nur im Miteinander
    „Mehr Empathie denn je“

    Die digitale Transformation gelingt im Unternehmen nur im Miteinander, postuliert Antje Leminsky, CEO beim Finanzierungsspezialisten GRENKE.

  • China hat sich zu einer der führenden wirtschaftlichen und technologischen Weltmacht entwickelt. Ex-Chefredakteur der „Die Zeit“ Theo Sommer erklärt, was der Aufstieg bedeutet.
    Chinas Aufstieg zum technologischen Vorreiter

    China hat sich zu einer der führenden wirtschaftlichen und technologischen Weltmacht entwickelt. Ex-Chefredakteur der „Die Zeit“ Theo Sommer erklärt, was der Aufstieg bedeutet.

  • Marc Simons von SIMONS & KOLLEGEN weiß, wie man sich für die richtige betriebliche Krankenversicherung entscheidet.
    „Passende Lösungen für die ganze Belegschaft“

    Die Entscheidung für die richtige betriebliche Krankenversicherung (bKV) fällt vielen Unternehmen nicht leicht. Marc Simons von SIMONS & KOLLEGEN weiß Rat.

  • Nur ein Bruchteil der deutschen Unternehmen hat einen Krankenzusatzschutz für seine Mitarbeiter abgeschlossen.
    Vorsorge im Doppelpack

    Nur ein Bruchteil der deutschen Unternehmen hat einen Krankenzusatzschutz für seine Mitarbeiter abgeschlossen. Dabei bietet die bKV viele Vorteile – für Betriebe wie Angestellte.

  • T-Systems-CEO Adel Al-Saleh über die Telematik-infrastruktur in der Gesundheitsbranche.
    „Deutschland hinkt noch hinterher“

    Die Telematik-infrastruktur ist das fehlende Bindeglied in der Kommunikation zwischen Ärzten, Apotheken und Krankenkassen, mahnt T-Systems-CEO Adel Al-Saleh.

  • Stephanie Renda kennt die Grenzen, an die Frauen stoßen.
    „Das einzige Mittel der Wahl“

    Courage: Als junge Mutter gründete Stephanie Renda 2008 ihr eigenes Unternehmen. Heute engagiert sie sich für die ganze Start-up-Szene. Sie kennt die Grenzen, an die Frauen stoßen.

  • Maria Moraeus Hanssen fordert Diversität in Unternehmen
    „Sagen Sie Ja zu neuen Chancen“

    Maria Moraeus Hanssen ist Vorstandsvorsitzende der DEA Deutsche Erdoel AG. Die Norwegerin fordert Diversität in Unternehmen – und das weit über die Geschlechterfrage hinaus.

  • Ines von Jagemann über die neuen Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu kommen.
    „Lernen Sie, sich selbst zu schätzen“

    Ines von Jagemann, Geschäftsführerin Digital bei Tchibo, über Digital Leadership und die neuen Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu kommen.

  • Verena Pausder will, dass unsere Kleinen einmal digital ganz groß werden.
    Die Zukunft beginnt genau jetzt

    Es könnte abgedroschen klingen, wäre es nicht so unwiderlegbar: Gründerin Verena Pausder will, dass unsere Kleinen einmal digital ganz groß werden.

  • Sarna Röster macht sich für den Nachwuchs stark – und glaubt nicht an die Frauenquote.
    „Gründergeist in die Schulen“

    Sarna Röster, die Nachfolgerin des Familienbetriebs Karl Röser & Sohn, macht sich für den Nachwuchs stark. Im Interview erklärt sie warum sie gegen eine Frauenquote ist.

  • Beate Oblau behauptete sich gegen zwei Männer in der Unternehmensspitze
    „Nur Kompetenz zählt“

    Neben zwei Männern behauptet sich Beate Oblau an der Spitze des Schreibgeräteherstellers Lamy. Sie spricht über die Digitalisierung der Marke und warum ihr Geschlecht irrelevant ist.

  • Prof. Sabina Jeschke über den Mobilfunkstandard 5G und ihre Arbeit als Ingenieurin
    „Digital Leader sein heißt Vielfalt fördern“

    Prof. Sabina Jeschke, Vorstand Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn, über den Mobilfunkstandard 5G und ihre Arbeit als Ingenieurin in einem klassischen Männerbereich.

  • Personalvorständin von EWE, Marion Rövekamp, über Diversity und Frauenförderung.
    „Netzwerken ist essenziell“

    Als Personalvorständin von EWE setzt sich Marion Rövekamp unter anderem für die Themen Diversity und Frauenförderung ein – auch, um damit drohendem Fachkräftemangel zu begegnen.

  • Die Designerin Jette Joop über ihr Geschäft und Frauen in Führungspositionen
    „Wer Konflikte aushält, kommt weiter“

    Die Designerin Jette Joop über ihr Geschäft und Frauen in Führungspositionen – und was ihr selbst als Unternehmerin geholfen hat.

  • Michael Kaib und David O’Neill von Reemtsma erklären, wie die E-Zigarette den Wandel im Traditionsunternehmen treibt.
    Plötzlich anders

    Gestern Tabakhersteller, heute Technikproduzent: Michael Kaib und David O’Neill von Reemtsma erklären, wie die E-Zigarette den Wandel im Traditionsunternehmen treibt.

  • Eine neue Umfrage zum Thema Nachfolge legt offen: Eine große Mehrheit der Firmeninhaber trifft keine Regelungen für einen möglichen Notfall.
    Notfallplan für die Unternehmensnachfolge

    Eine aktuelle Umfrage zum Thema Nachfolge legt offen: Eine große Mehrheit der Firmeninhaber trifft keine Regelungen für einen möglichen Notfall. Was sind die Gründe für dieses Versäumnis?

  • Ist der Unternehmensverkauf vertraglich in trockenen Tüchern, muss der Betrieb noch übergeben werden. Dieser Übergabeprozess ist für Käufer und Verkäufer deutlich umfangreicher als eine reine Schlüsselübergabe.
    Arbeitsreicher Abschied und Neuanfang

    Ist der Unternehmensverkauf vertraglich geregelt, muss der Betrieb noch übergeben werden. Dieser Übergabeprozess ist für Käufer und Verkäufer deutlich umfangreicher als eine reine Schlüsselübergabe.

Erschienen in der

WirtschaftsWoche 34-2018

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser