Der richtige Verkaufszeitpunkt

Wann soll ein Unternehmer seine Firma verkaufen? Mit 40, 50, 60 oder doch erst mit 70 Jahren?

Leider kann dafür keine pauschale Antwort gegeben werden, denn sie hängt viel zu sehr von der individuellen Situation des Einzelnen ab. Es gilt genau zu überlegen und alle Aspekte, sowohl aus unternehmerischem als auch privatem Standpunkt, gegeneinander abzuwägen, um eine richtige Entscheidung zu treffen. Es kommt also darauf an!

Die Entwicklung am Markt zeigt, dass es eine immer größer werdende Gruppe von Unternehmern gibt, die zu einem Zeitpunkt verkaufen, der einer Zuordnung aus Altersgründen widerspricht. Erfahrungsgemäß sind das Unternehmer, die das Unternehmen selbst aufgebaut haben und es Jahrzehnte führten. Bei manchen dieser Personen macht sich eine gewisse Unlust breit und sie kommen zu dem Schluss im Leben auch noch anderes tun zu wollen, als dieses eine Unternehmen zu führen.

Ein Unternehmer verkauft dann rechtzeitig aus Altergründen, wenn er nach wie vor auf der Höhe seiner Kraft ist und das Unternehmen voll im Griff hat. Mit anderen Worten heißt das, dass es bisher keine gravierenden Umsatz- und Ertragseinbrüche aus diesem Grund gibt und er so das Unternehmen „in Hochform“ oder zumindest „in guter Form“ anbieten und auch in der Regel gut verkaufen kann. Der Verkaufszeitpunkt in diesem Sinne mag beim einen Unternehmer im Alter von 50 erfolgen, beim anderen mit Mitte 60 oder in Einzelfällen auch älter. Dies wird der Unternehmer jedoch nur schaffen, wenn er sich rechtzeitig um den Verkauf bemüht.

Mancher Unternehmer verkauft leider in einem Alter oder gesundheitlichem Zustand, in dem er von einem potenziellen Käufer regelrecht „erpresst“ wird, weil er schnellstmöglich verkaufen muss. Dies hat zur Folge, dass ein Kaufpreis, den man vielleicht vor ein oder zwei Jahren noch hätte erzielen können, bei weitem nicht mehr erreicht werden kann und man sich auf Verkäufergewährleistungen einlässt, auf die man sich sonst nicht eingelassen hätte.

Viel zu spät verkauft ein Unternehmer dann, wenn er nicht mehr Herr seines Unternehmens ist, die Mitarbeiter sich mit Abwanderungsgedanken tragen oder zum Teil bereits gekündigt haben, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht. Diese Situation führt manchmal zur absoluten Unverkäuflichkeit eines Unternehmens, mit der Folge einer stillen Liquidation oder einer Insolvenz.

Als Fazit lässt sich feststellen, dass ein Unternehmer seine Firma verkaufen sollte, wenn es ihm selbst gesundheitlich und privat gut geht und die Zukunftsaussichten positiv sind. Als Unternehmer sollte man sich auch fragen, ob man seine Firma selbst kaufen würde. Wenn die Antwort „ja“ lautet und man selbst dazu bereit und das übrige Umfeld mit dieser Entscheidung einverstanden ist, dann lässt sich mit Gewissheit sagen, dass es keinen besseren Zeitpunkt dafür geben wird.

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Autor

Andreas Sattler
Vorstand der Sattler & Partner AG

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