Teil 2: Planung und Bewertung

Den Unternehmensverkauf gut planen und richtig umsetzen

2. Phase: Den Unternehmenskauf Planen

In der Planungsphase der Unternehmensübertragung geht es um das konkrete „wie“ und an wen zu welchem Preis die Unternehmensübertragung erfolgen soll. Sofern der Unternehmer sich für einen Verkauf des Unternehmens entscheidet, stellt sich also die Frage, ob ein Komplettverkauf oder der Verkauf von Anteilen und in welcher Höhe sowie an wen dieser Verkauf erfolgen soll. Bevor hier konkrete Schritte unternommen werden, gilt es jedoch die Vorbereitungen für den Verkauf zu treffen. Hierzu gehören z.B.:

Die Prüfung und Planung der Beseitigung von verkaufsbehindernden Faktoren wie bspw., ob das Unternehmen über Pensionsverbindlichkeiten verfügt, die in einem Verkaufsprozess stets einer sorgfältigen Prüfung und in nicht wenigen Fällen einer Auslagerung bedürfen

Die Erstellung einer Unternehmensbewertung nach den gängigen und zur Branche und Größe des Unternehmens passenden Bewertungsverfahren

Prüfung aller rechtlichen und steuerlichen Implikationen, die auf den Verkauf als Ganzes oder den Verkaufspreis Auswirkungen haben (z. B. Wahl der Rechtsform, Immobilien im Unternehmenseigentum belassen oder herauslösen, Patente, Vertriebsrechte etc.), um nur einige wichtige Beispiele zu nennen.

Von großer Wichtigkeit ist die unbedingte Einhaltung der Vertraulichkeit der Verkaufsabsicht. Eine zu frühe Veröffentlichung des beabsichtigten Unternehmensverkaufs kann nicht nur bestehende Kunden- und Lieferantenbeziehungen gefährden, sondern verunsichert nicht selten auch die Mitarbeiter und vermindert die Chancen zum Unternehmensverkauf zum bestmöglichen Preis.

Auch die Frage, wie lange der Unternehmer für eine Unternehmensübergabe persönlich zur Einarbeitung zur Verfügung stehen kann und möchte, determiniert die Frage des Verkaufszeitpunktes. Grundsätzlich gilt, je geringer die Fähigkeiten des Unternehmers im Vorfeld auf die zweite Führungsebene übertragen wurden, je länger ist eine Einarbeitung des Nachfolgers bzw. des Investors erforderlich. Am geringsten ist tendenziell die Übergabezeit im Fall des Verkaufs an einen Wettbewerber, hingegen MBI-Kandidaten oder Beteiligungsgesellschaften oder Private Equity – Gesellschaften nicht selten auch einen zwei- bis dreijährige Übergabezeitraum fordern, um die Übergabe von Know-how und Kundenverbindungen sicher zu stellen.

Bewertungsverfahren beim Unternehmenskauf:

Die gängigen Bewertungsverfahren bei Unterenhmenstransaktionen sind das Ertragswertverfahren, das Multiplikatorenverfahren, die Discounted-Cashflow-Methode und mit deutlichem Abstand in der Häufigkeit und Relevanz der Bewertungsverfahren sind das Berwertungsverfahren nach dem AWH-Standard und die Substanzwertverfahren zu nennen. Während das Verfahren nach dem AWH-Standard eher für kleine Unternehmen (oft Handwerksbetriebe mit einer ausgeprägten Abhängigkeit vom Unternehmenseigentümer) zur Anwendung kommt, sind das Ertragswertverfahren, das Multiplikatorenverfahren und die Discounted-Cashflow-Methode deutlich häufiger angewendet und werden nicht selten auch in Kombination zur Bestimmung des Unternehmenswertes herangezogen. Die Substanzwertmethode kommt für den Verkäufer dann in Betracht, wenn der Wert des Anlagevermögens deutlich über dem Ertragswert des Unternehmens liegt, wie es bspw. bei sehr anlageintensiven Branchen oder auch Unternehmen der Fall sein kann, die kurz zurückliegende Sprunginvestitionen getätigt haben, die sich im Ertrag noch nicht niederschlagen konnten.

Allen Bewertungsverfahren ist gemein, dass sie einen signifikanten Anhaltspunkt zum Wert des Unternehmenswertes darstellen können, ausschlaggebend für den tatsächlich realisierten Unternehmenswert, also den Verkaufspreis des Unternehmens, ist hingegen immer der Preis, den ein Käufer am Markt zu bezahlen bereit ist. Diese Optimierung des Verkaufspreises ist im Regelfall nur möglich, wenn das Unternehmen diskret und ohne Bekanntwerden der Verkaufsabsicht in der Öffentlichkeit durch eine auf Unternehmensverkäufe spezialisierte M&A-Gesellschaft den potentiellen Kaufinteressenten angeboten und meistbietend am Markt veräußert wird. Größere M&A-Gesellschaften verfügen im Regelfall über eine eigene Datenbank mit mehreren Tausend potentiellen Kaufinteressenten, darüber hinaus können für den verkaufswilligen Unternehmer die Beantwortung der Fragen, ob die M&A-Gesellschaft deutschlandweit über Büros verfügt und international tätig ist, sowie die Frage der Branchenerfahrung, wichtige Anhaltspunkte für die Auswahl des richtigen Beratungsunternehmens sein. Da Kaufinteressenten in zunehmendem Maß auch über das Internet gewonnen werden, ist die Frage, ob die M&A-Gesellschaft auch sichtbar in den führenden Online-Unternehmensbörsen vertreten ist, ein weiteres mögliches Indiz für dessen Marktpräsenz. Da mit Blick auf die steuerlichen und rechtlichen Implikationen und Risiken ein Unternehmensverkauf häufig komplexer ist, als er sich im ersten Moment darstellt, rundet die steuerliche und rechtliche Kompetenz, der auf Unternehmensverkäufe spezialisierten Beratungsgesellschaft, deren Profil ab.

Teil 1: Vorbereitung
Teil 2: Planung und Bewertung
Teil 3: Realisierung und Übergabe

Das interessiert andere Leser

  • Kartellamt gibt Onlinehändlern Vorlage für Klagen gegen Markenhersteller.
    Wettlauf von Hase und Igel

    Gute Nachrichten für Onlineshop-Betreiber: Das Kartellamt gibt Onlinehändlern Vorlage für Klagen gegen Markenhersteller. Einige Markenhersteller wurden bereits verwarnt.

  • Alles im Fluss

    Istanbul steht auf der Liste der beliebtesten Spots für Städtetrips ganz oben. Mit einem privaten Guide kann man die Stadt abseits der Touristenströme entdecken.

  • Diese Fast-Food-Ketten wollen sich neu erfinden

    Die Kunden sind wählerischer geworden: Das bekommen auch Vapiano, McDonald's und Co. zu spüren. Die Platzhirsche müssen neue Wege gehen.

  • Welches Preisschild trägt ein Lebenswerk?

    Über Jahre hat Kirsten Schubert im Unternehmen ihres Vaters mitgearbeitet. Bis er unerwartet starb. Statt trauern zu können, musste sie die Firma verkaufen. Ein Erfahrungsbericht.

  • Die wahre Dimension des Nachfolgeproblems

    Dem Mittelstand fehlt der Nachwuchs – das ist bekannt. Wie groß das Problem tatsächlich ist, zeigt eine Umfrage von Creditreform und KfW. Diese Fakten sollten Sie kennen.

  • Anstand zahlt sich aus
    Anstand zahlt sich aus

    Der Gründer des Club of Hamburg, Frank Breckwoldt, erklärt, warum sich Wertschätzung und Verbindlichkeit gegenüber Mitarbeitern, Kollegen und Kunden lohnen.

  • Unternehmer per System

    Mit Franchising kann der Traum von der unternehmerischen Selbstständigkeit schnell wahr werden. Richtig angepackt, können beide Seiten profitieren.

  • Deckung oben halten

    Abischerung ist oft nicht das Erste, an das Entrepreneure denken. Doch die Altersvorsorge, die Deckung betrieblicher Risiken zählen.

  • Bester Agrarunternehmer zum „Landwirt des Jahres“ gekürt

    Bei der „Nacht der Landwirtschaft“ wurden zum zweiten Mal die begehrten „CeresAwards“ für innovative Ideen und verantwortungsvolles Wirtschaften verliehen.

  • Mach dein Ding!

    So manch erfahrener Konzernmanager liebäugelt mit einem Chefsessel im Mittelstand. Und viele Unternehmer suchen dringend einen Nachfolger. So kommen beide zusammen.

  • Digital-Know-how für alle

    Wie externe Beiräte dabei helfen, Unternehmen einen Weg durch die digitale Revolution zu weisen.

  • Print ist nicht tot

    Mindshare-Chef Christof Baron erklärt, warum gedruckte Medien im Zeitalter der Digitalisierung unterschätzt werden und Inhalte so wichtig sind wie der Kanal.

  • Erfolgreiches Franchising in fünf Schritten

    Franchise erleichtert den Weg in die Selbstständigkeit. Die Systeme sind allerdings bei weitem kein Selbstläufer. Diese fünf Tipps sollten angehende Franchise-Nehmer beachten.

  • Werbe lieber ungewöhnlich

    Für einen wirksamen Mix aus klassischen und digitalen Instrumenten gehört vor allem Mut zum Wagnis. Experten und Unternehmer verraten, wie Sie ihrer Firma Gehör verschaffen.

  • Glamour + Camping = Clamping

    Komfort-Camping führt längst kein Nischendasein mehr. Das liegt nicht zuletzt an den weltweit entstehenden Glamping-Angeboten, die Natur, Abenteuer und Fünf-Sterne-Niveau miteinander kombinieren.

  • Sophia Saller
    Sport-Stipendiatin des Jahres 2015

    Und die Gewinnerin ist ... Sophia Saller! Die U23-Weltmeisterin im Triathlon und Mathematikstudentin in Oxford wurde zur „Sport-Stipendiatin des Jahres“ 2015 gekürt.

  • Unternehmen mit Stiftung erhalten
    Stiftung statt Erbschaftssteuer

    Mit Stiftungen können Unternehmer ihr Lebenswerk sichern. Dazu ist kein Milliardenvermögen nötig.

  • Ohne Moos nichts los

    Wie bekomme ich einen Gründerkredit? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Cash per Klick
    Cash per Klick

    Fintechs sind auf dem Vormarsch. Die Online-Vermittler bringen Kredite flexibler und oft günstiger an die Kunden als Banken. Die Finanzwelt steht vor einem großen digitalen Wandel.

  • Freund oder Feind?

    Seit 129 Jahren steht Daimler für Mobilität. Geht es nach Apple und Google, hat die Ära der Automobilbauer nun ein Ende. Ein Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche.

  • Nichtstun ist das neue Arbeiten

    Entrepreneure kennen keinen Feierabend. Dabei ist Nichtstun viel effizienter, sagen Fachleute. Eine Anleitung zum produktiven Müßiggang.

  • Mythos Cholesterin

    Wann ist Cholesterin gut? Wann ist es schlecht? Was sollte man bei der Ernährung beachten? Eine Fachärztin steht Rede und Antwort.

  • Reisetipp: Basel

    Basel ist die Kulturhauptstadt der Schweiz. Kunst- und Architekturhighlights säumen das Rheinufer. Heute steht Basel für Lebensqualität. Ein kleiner Reiseführer.

  • „Zweifel zermürbten mich“

    Niemand spricht gern über sie: Verunsicherung wird besonders Chefs schnell als Schwäche ausgelegt. Wie Unternehmer mit Zweifeln an sich selbst umgehen und wieder Kraft schöpfen können - ein Erfahrungsbericht.

  • Putten mal anders

    Strikte Kleiderordnung und gediegenes Clubhaus waren gestern. Viele Golfspieler wollen mehr. Sie suchen nach unterhaltsamer Atmosphäre auf dem Platz. Zwei Turnierveranstalter aus dem Norden bieten genau das.

  • Grillen mit Finesse

    Es muss nicht immer die klassische Bratwurst sein: Spitzenköchin Cornelia Poletto verrät exklusiv originelle Grillrezepte und gibt wertvolle Tipps.

  • Urlaubst du noch, oder vermietest du schon?

    Eine Ferienimmobilie zu erwerben, sie mal selbst zu nutzen, mal zu vermieten – dieser Gedanke ist populär wie lange nicht. Zu Recht?

  • „Raus, oder ich schieße!“

    Schwierige Verhandlungen fordern knallharte Strategien. Ein Experte für Geiselnahmen zieht Parallelen zwischen dem Verhandeln mit Geiselnehmern und schwierigen Verhandlungen im Job.

  • Fallstricke vermeiden

    Eine gute Nachfolgeregelung zu treffen ist kein Spaziergang. Viele Unternehmer haben lediglich eine ungefähre Vorstellung davon, ob und in welchem Ausmaß bei der Unternehmensübernahme Steuern entstehen.

  • Den Absprung im Visier

    Nicht jeder Spitzensportler hat Aussicht auf ein Millionengehalt. Die Praktikantenbörse für Spitzensportler öffnet die erste Tür zu einer zweiten Karriere - jetzt für alle Bundeskaderathleten.

Zum Autor

Sebastian Göring ist Managing Partner von EUROCONSIL

Zum Profil

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser