Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Teil 1: Vorbereitung

Den Unternehmensverkauf gut planen und richtig umsetzen

Es ist inzwischen unter Unternehmern allgemein bekannt, dass zwischen 2014 und 2018 in Deutschland ca. 80.000 – 120.000 Unternehmen zum Verkauf stehen, meist aufgrund einer nicht vorhandenen familieninternen Unternehmensnachfolge, manchmal auch durch Auseinandersetzungen zwischen Gesellschaftern oder auch durch Krankheit induziert.

In jedem der Fälle geht es aber darum, das Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen, seinen Kunden, Lieferanten und den Mitarbeitern sowie deren Know-how zu erhalten und damit auch den Unternehmenswert zu sichern. Dies gilt ungeachtet davon, ob das Unternehmen innerhalb der Familie, an Mitarbeiter oder an Dritte übertragen wird. Als sogenannte „Dritte“ kommen dabei strategische Investoren, also Wettbewerber, Lieferanten oder auch Kunden in Frage, ferner kommen MBO- (Mitarbeiter) oder MBI-Kandidaten, also externe Personen, die ein Unternehmen kaufen, um sich damit als Unternehmer selbständig zu machen, in Frage und vermehrt treten in den letzten Jahren auch immer häufiger Beteiligungsgesellschaften und Private Equity als Käufer von Unternehmen in Erscheinung.

Mit ca. 50 % der Unternehmensübertragungen an Mitglieder der Familie stellen diese immer noch die zahlenmäßig größte Gruppe dar, wenn auch mit stark abnehmender Tendenz. Die Häufigkeit des Verkaufs an die o.g. strategischen Investoren oder alternativ an MBI-Kandidaten hängt in erster Linie von der Größe des Unternehmens ab. Tendenziell lässt sich feststellen, dass mit der Größe und damit auch mit dem steigenden Unternehmenswert der Anteil der Übernahmen durch MBI-Kandidaten sinkt, was auch auf die steigenden Eigenkapitalanforderungen in der Übernahmefinanzierung zurückzuführen ist. Da auch aufgrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus in der Eurozone die Anzahl von Beteiligungsgesellschaften und Family Offices stetig gestiegen ist, kommt es auch immer häufiger zu Unternehmensübernahmen in denen MBI-Kandidaten und Beteiligungsgesellschaften ein Unternehmen gemeinsam erwerben.

Der Verkäufer eines Unternehmens sollte sich bewusst sein, dass er es bei Beteiligungsgesellschaften und Private Equity Unternehmen immer mit professionellen Kaufinteressenten zu tun hat, dass heißt eine exzellente Vorbereitung und die Betreuung des Verkaufsprozesses bspw. durch eine M&A – Gesellschaft, ist in den meisten Fällen notwendig, um am Ende des Prozesses auch einen Kaufpreis zu erzielen, der dem Unterenhmenswert entspricht und gleichzeitig steuerliche und rechtliche Risiken zu minimieren oder im Idealfall auszuschließen.

1. Vorbereitung der Unternehmensnachfolge

Der Fachverband „Gründung, Entwicklung und Nachfolge“ des BDU, dessen Mitglied der Autor ist, hat im vergangenen Jahr „Standards ordnungsgemäßer Nachfolgeberatung“ veröffentlicht, auf deren wichtigsten Inhalte hier auch Bezug genommen wird. In der Vorbereitungsphase, die für jeden Unternehmer einen gravierenden beruflichen Lebensabschnitt darstellt, kommt es zunächst einmal darauf an sich bewusst zu machen, welche Optionen der Weiterführung des Unternehmens langfristig bestehen, welche Stärken und Schwächen das Unternehmen kennzeichnen und last but not least welche Notfallplanungen auch kurzfristig bzw. in temporären Übernahmesituationen wie im Fall von Krankheit für das Unternehmen bestehen. Hierzu zählen testamentarische Verfügungen und Vollmachten, die Frage der künftigen Rechtsform, die zukünftige Rolle und Lebensplanung des Unternehmers wie auch die Klärung personeller Weichenstellungen im Unternehmen. Die Beantwortung der Frage des künftigen Managements wird in den meisten familiengeführten Unternehmen als vermeintlicher Soft Fact regelmäßig als von zu geringer Bedeutung betrachtet und stellt sich in der Umsetzung der Übertragung des Unternehmens dann regelmäßig als gravierender Stolperstein der Unternehmensübertragung heraus, da nahezu alle Kaufinteressenten auf eine funktionierende zweite Managementebene auch bei kleineren Unternehmen zu recht allergrößten Wert legen. Der Unternehmer muss sich dabei immer die Frage stellen, was (und zunächst nicht wie hoch) ist der Wert des Unternehmens? Liegt dieser Wert, z. B. im Know-how, der Kundenbindung, der Innovationskraft etc. des Unternehmens nur beim Unternehmer und geht mit dessen Ausscheiden aus Sicht des Kaufinteressenten der Wert zu großen Teilen verloren, bedeutet dies eine erhebliche Wertminderung des Unternehmens – und zwar unabhängig von in der Vergangenheit erwirtschafteten Umsätzen und Gewinnen!

Neben diesen strategischen personellen Weichenstellungen der zweiten Managementebene sind selbstverständlich auch die Hard facts wie die Vorbereitung der optimalen steuerlichen Weichenstellungen im Zusammenhang einer künftigen Unternehmensübertragung von Bedeutung. Hierbei sind nicht nur Fragen zum Thema der allgegenwärtig diskutierten Auswirkungen der geplanten Änderungen der Erbschaftssteuer zu beantworten, sondern bspw. auch die Frage der Sicherung von Substanzwerten, wie z. B. mit den betrieblich genutzten Immobilien zu verfahren ist. Im Zuge der zu erstellenden Unternehmensplanung sollten neben vorgenannten Fragestellungen eine mittelfristige Umsatz- und Ertragsplanung erstellt werden, die wiederum die Grundlage für die zu erstellende Unternehmensbewertung darstellt.

Teil 1: Vorbereitung
Teil 2: Planung und Bewertung
Teil 3: Realisierung und Übergabe

Das interessiert andere Leser

  • Nachfolgetypen

    Wer ein Unternehmen aufbaut, wünscht sich meistens, dass das Lebenswerk von einem Familienmitglied weiterentwickelt wird. Lesen Sie, welche Faktoren die Nachfolge begünstigen.

  • Self-Storage Startups mit neuen Lagerraum-Lösungen

    Der Arbeitsplatz von heute gewährt freie Platzwahl in Coworking-Spaces. Doch die neue Flexibilität hat Ihren Preis: mangelnder Stauraum für Papiere und Akten. Die Shareing Economy bietet Lösungen.

  • Franchise Expo18 Logo
    Save the date - Franchise Expo18 im September in Frankfurt

    Die Franchise Expo18 bringt vom 27. bis zum 29.09.2018 über 100 internationale Aussteller auf das Messegelände in Frankfurt und bietet Informationsmöglichkeiten und spannende Workshops rund um Franchising.

  • Israels Innovationen

    Israel ist eine der größten Innovationsschmieden der Welt. Der Erfolg der Startup-Nation hat System, der Staat investiert massiv in Forschung und Entwicklung.

  • Allen gerecht werden

    Die Ökonomin Kate Raworth fordert ein fixes Umdenken der Wirtschaft und plädiert für ein Gleichgewicht zwischen Kapitalismus, sozialer Gerechtigkeit und Ökologie.

  • Meer und mehr Gründergeist

    Die Suche nach Erfolg im digitalen Zeitalter führt nach Israel ins Silicon Wadi – wo die Menschen mit Begabung, Bildung und Begeisterung kritische Umstände in Stärken verwandeln.

  • Du kommst hier nicht rein!

    Kryptotrojaner, DDos-Attacken, Phishing – Cyberkriminelle verfügen über ein großes Waffenarsenal. Höchste Zeit für entsprechende Abwehrstrategien.

  • Nachfolge im Franchise

    Eine Unternehmensnachfolge im Franchising weist generell deutlich weniger Minenfelder auf als die Gründung eines neuen Unternehmens. Wie es geht und worauf zu achten ist erfahren Sie hier.

  • Bio-Unternehmen suchen Nachfolger

    Biobetriebe tun sich besonder schwer einen Nachfolger zu finden. Neben Unternehmergeist muss er auch eine ökologische Einstellung mitbringen. Was bei der Suche hilft erfahren Sie hier.

  • Was einen »Leitwolf« und einen kleinen und mittelständischen Unternehmer verbindet

    Die Unternehmergeneration, die heute mit dem Problem einer Unternehmensnachfolge konfrontiert wird, ist ein Produkt ihrer Zeit und der Gesellschaft.

  • Bürgschaftsbanken fördern massiv Nachfolge im Mittelstand

    Deutschland hat ein Nachfolgeproblem. Im Mittelstand fehlen bis Ende 2019 rund 240.000 neue Inhaber für kleine und mittlere Unternehmen.

  • Franchise oder Startup?

    Die Vor- und Nachteile beider Modelle im Check. Ein Leitfaden für alle, die sich selbstständig machen wollen.

  • Israels Gründergeist

    Shai Agassi ist so etwas wie der Bill Gates des Silicon Wadis. Mit seiner ersten Gründung fuhr Agassi erstmal gegen die Wand. In Israel aber gehören Rückschläge zum Geschäft.

  • Darf's etwas teurer sein?

    Professionelles Pricing, Omnichannel im Vertrieb, Customization: Dr. Georg Tacke, CEO der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners über Vertriebs- und Marketingtrends 2018.

  • NEU auf DUB.de: Top-Platzierung in den Suchergebnissen

    Steigern Sie die Aufmerksamkeit für Ihre Anzeige. Positionieren Sie sich vor den Basis-Inseraten und erhöhen Sie durch die besondere Darstellung Ihre Inseratsaufrufe.

  • Einfach loslassen

    Ein Praxisbeispiel zeigt, wie die verspätete Unternehmensnachfolge gelingt.

  • Das Lebenswerk sichern

    Welche Rolle die Emotionen bei der Unternehmensübergabe spielen.

  • Die Meister des Franchise

    Die Vor- und Nachteile von Master-Franchise-Lizenzen.

  • DUB setzt Oettingers digitalen Bildungsgutschein um

    Der Politik einen Schritt voraus: Hamburger Verleger Jens de Buhr füllt die Forderung des EU-Kommissars Günther Oettinger nach Gutscheinen zur digitalen Weiterbildung mit Leben.

  • Franchisegründungen und Beteiligungskapital

    Worin unterscheiden sich Business Angels und Venture Capital? In welcher Phase ist welche Art von Beteiligungskapital die richtige? Und was passiert beim Exit? Ein Experte klärt auf.

  • Gemeinsam wachsen

    Nicht nur in der Gastronomie expandieren Unternehmen mithilfe von Franchisenehmern. Auch im Handel, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich ist diese Vertriebsform weit verbreitet.

  • Ziele und Sorgen der nächsten Unternehmergeneration

    Gestalten statt verwalten: Die nächste Generation der Unternehmer will nicht nur das Erbe fortführen, sondern die Digitalisierung vorantreiben, zeigt eine aktuelle Umfrage.

  • Mama startet durch

    Als Mutter erfolgreich im Job zu sein, ist in Deutschland oft nicht leicht. Die Erfolgsgeschichten zweier Start-up-Gründerinnen zeigen, wie es dennoch geht.

  • Folge-Wirkung

    Wer übernimmt das Unternehmen? Ein Familienmitglied oder doch jemand Externes? Rechtsanwalt Dr. Daniel Mundhenke über eine der entscheidenden Fragen bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

  • Familienunternehmen erwärmen sich für einen Einstieg von Private-Equity

    Beteiligungsgesellschaften waren lange ein rotes Tuch für deutsche Familienunternehmen. Nun findet ein Umdenken statt – auch getrieben durch fehlende Optionen.

  • So läuft eine Due Diligence ab

    Steuernachforderungen, hohe Abfindungssumme, verzwickte Kundenbeziehungen: Risiken bei einem Unternehmenskauf gibt es viele. Eine Due Diligence ist deshalb zwingend erforderlich.

  • Beiräte in Franchisesystemen

    Wie wird ein Beirat organisiert? Was sind die Aufgaben und die Arbeitsweise? Und welche positiven und negativen Aspekte gibt es? Erfahren Sie mehr über Beiräte in Franchisesystemen.

  • Starke Motivation

    Das Nahziel von Bobfahrer Thorsten Margis und Rennrodler Julian von Schleinitz (Foto) ist die erfolgreiche Teilnahme bei Olympia 2018. Ihre Fernziele: Mastertitel und Promotion an der Hochschule.

  • Smarter leben

    Neue Technologien machen die eigenen vier Wände intelligent. Arne Sextro, Smart-Home-Experte bei EWE, über Chancen und Möglichkeiten ferngesteuerter Haustechnik.

  • Falsche Vorstellung

    Die Berater von Project Partners sind Spezialisten für die Umsetzung der Blockchain. Wie sich ein Unternehmen der Technologie öffnen kann, erfahren Sie im Interview.

Zum Autor

Sebastian Göring ist Managing Partner von EUROCONSIL

Zum Profil

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick