Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Hamburg, 13.02.2017

„Deal Breaker“ – unüberwindbare Hindernisse für den Vertrags-
abschluss

Haben sich in einem M&A-Prozess die Parteien auf die wesentlichen Eckpunkte der Transaktion im Rahmen einer Absichtserklärung, dem sogenannten „Letter of Intent“, geeinigt, folgt im Regelfall die Due Diligence.

Diese Due Diligence ist, stark vereinfacht gesagt, eine umfassende Risiko- und Haftungspotentialprüfung der veräußernden Gesellschaft. Es geht dabei in erster Linie darum, den Erwerber umfassend über alle potentiellen Risiken zu informieren. Außerdem soll durch die Due Diligence auch verifiziert werden, ob der von den Parteien vereinbarte Kaufpreis angemessen ist.

Nicht selten werden im Rahmen der Due Diligence aber sogenannte „Deal Breaker“ gefunden, also Risiken, die so gravierend sind, dass der gesamte Unternehmenskauf in diesem Stadium scheitert. Derartige Risiken können insbesondere sein:

  • Bodenverunreinigungen/Altlasten

    Mit Bodenverunreinigungen und Altlasten sind erhebliche Risiken verbun-den. Unternehmenskäufer legen deshalb bei Vertragsverhandlungen Wert darauf, dass sie vom Verkäufer vollständig von derartigen Risiken freige-stellt werden. Eine solche Verpflichtung zu übernehmen, ist in vielen Situationen unverantwortbar. Nicht selten veranlasst dann der Unternehmenskäufer unmittelbar nach der Transaktion Bohrungen mit der Zielsetzung, den Zustand der „grünen Wiese“ noch solange zu sichern, wie der Unternehmensverkäufer über Vermögen verfügt.


  • Nicht kalkulierbare Produkthaftungsrisiken

    Es ist keine Ausnahme, dass Unternehmen in der Vergangenheit mangel-hafte Produkte ausgeliefert haben. Die möglichen Produkthaftungsrisiken lassen sich zum Teil nicht kalkulieren. Das trifft insbesondere dann zu, wenn Produkte exportiert worden sind. Je nach Empfängerland können die Haftungsansprüche sehr unterschiedlich ausfallen.


  • Öffentlich-rechtliche Genehmigungen und Erlaubnisse

    Für viele Branchen sind umfassende öffentlich-rechtliche Genehmigungen ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor. Gelegentlich gibt es Zweifel an der Prolongation bestimmter Genehmigungen nach Auslaufen bestehender Fristen.


  • Risiken bei gewerblichen Schutzrechten

    Für viele Unternehmen sind Schutzrechte erfolgsentscheidend. Nicht selten gibt es jedoch Situationen, bei denen kurzfristig Schutzrechtsverträge auslaufen, ohne dass gesicherte Verlängerungsmöglichkeiten bestehen. Auch der Wegfall wichtiger Lizenzen und anstehender Patentrechts-
    streitigkeiten können zum Scheitern von Verkaufsverhandlungen führen.

Neben diesen eklatanten Aspekten gibt es natürlich eine Vielzahl von weiteren Gründen, Unternehmen nicht zu kaufen: Dazu zählen ein unzuverlässiges Rechnungswesen, wettbewerbsrechtliche Probleme und letztlich auch hoher Investitionsbedarf. Auch unüberwindbare steuerliche Schwierigkeiten (z. B. Rechtsstreit mit der Finanzverwaltung) oder komplizierte arbeitsrechtliche Situationen führen immer wieder zum Scheitern von Verkaufsverhandlungen.

Der qualifizierte Berater wird das Unternehmen vor der Ansprache potenzieller Käufer hinsichtlich möglicher „Deal Breaker“ prüfen. Verfügt der verantwortliche Projektleiter über qualifizierte Kenntnisse in allen Bereichen des Unternehmensverkaufs, hat rhetorisches und organisatorisches Talent sowie Verhandlungsgeschick und zwischenmenschliches Feingefühl, sollte das Scheitern von Verkaufsverhandlungen verhindert werden können. Im 39. Geschäftsjahr konnte unser Haus das Closing für die 500. Unternehmenstransaktion im Dezember 2016 realisieren. Langfristig gesehen, konnten wir 82 % aller Mandate erfolgreich abschließen.

Teil 1: Sorgfältige Vorbereitung: Entscheidend für den Erfolg von Unternehmenstransaktionen

Teil 2: Deal Breaker“ – unüberwindbare Hindernisse für den Vertragsabschluss

Das interessiert andere Leser

  • Erfolg ist Verhandlungssache

    Zehnmal täglich verhandeln Führungskräfte im Schnitt. Wie gut sie sich in den Gesprächen durchsetzen, wird auch durch ihre Taktik bestimmt. Der Erfolg beginnt schon mit der Vorbereitung.

  • Geld auf breiter Basis

    Crowdfinanzierungen machen als alternative Kapitalquelle von sich reden. Der Markt ist zwar klein, doch mehr als eine Schwärmerei.

  • Kühler Kopf beim Turnaround

    Wenn die Kosten steigen, der Absatz stockt und der Umsatz sinkt, darf das Management keine Zeit verlieren. Wie mittelständische Unternehmen Restrukturierungen am besten angehen.

  • Auf der sicheren Seite

    Die 17 deutschen Bürgschaftsbanken sind private Förderinstitute, die mittelständischen Unternehmen den Weg zu mehr Kapital ebnen.

  • Erfolg beginnt im Kopf

    Was verbindet Mark Zuckerberg und Wickie den Wikinger? Ihr Erfolg beginnt im Kopf. Der eine erdachte Facebook, der andere hilft seinen Freunden mit klugen Einfällen. Die Idee ist die Basis für erfolgreiches ...

  • Großprojekte im Fokus

    Projektinvestitionen sind oft Meilensteine bei der Erreichung strategischer Ziele. Häufig gehen damit hohe Risiken einher, die besonderer Aufmerksamkeit von Management und Aufsichtsrat bedürfen.

  • Vorbildliche Führung

    Ottmar Hitzfeld erklärt auf dem zweiten DUB UNTERNEHMER-Dinner, wie er Teams erfolgreich führt und wie er lernen musste, Druck zu managen.

  • Halterhaftung für den Fuhrpark

    Halterhaftung für den Fuhrpark birgt für den Verantwortlichen ein erhebliches Haftungsrisiko, das sich besonders offenbart, wenn es um die Haftungsverteilung nach einem Verkehrsunfall geht.

  • Das Geheimnis der Gewinnmaschinen

    Anlegern gelingt es nur sehr schwer - viele Unternehmen, auch deutsche, schaffen es aber Jahr für Jahr. Sie streichen Renditen von 25 und mehr Prozent ein.

  • Führen mit Stil

    Über Managementprinzipien und E-Commerce-Wandel diskutierten Otto-Vize-Chef Dr. Rainer Hillebrand und Ebay-Deutschland-Lenker Dr. Stephan Zoll auf dem ersten Hamburger Unternehmer-Dinner von EO und DUB.

  • Können Unternehmer ein Privatleben haben?

    Führungskräftetrainer und Effizienzexperten engagieren sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Doch vielbeschäftigte Unternehmer finden dieses Ziel oft unrealistisch.

  • „Wichtig war, nie abzuheben“

    „Der Doktor, der Kämpfer, der Sieger“ – unter diesem Titel ist eine Biografie über Professor Dr. Reinfried Pohl, den Gründer der Deutschen Vermögensberatung AG, erschienen. DUB UNTERNEHMER sprach mit ihm über ...

  • Passion für Pferde

    In dieser Serie berichten Unternehmerpersönlichkeiten davon, welchen Leidenschaften sie in ihrer Freizeit nachgehen. Den Auftakt macht Albert Darboven, Vorstandsvorsitzender und Inhaber des ...

  • Rendite – eine Standortfrage

    Deutschland ist im Immobilienfieber, auch bei Unternehmern. Beliebt sind nach wie vor A-Standorte wie München oder Frankfurt am Main – doch sind sie auch lohnenswert?

  • China Inside

    Reisen, lernen, netzwerken – Ende Mai wird eine „Handelsblatt“-Reisedelegation Kurs gen China nehmen, um das Reich der Mitte zu erkunden. Fünf Unternehmerinnen und Unternehmer erzählen, warum sie mit an Bord ...

  • Stolpersteine für Fremdmanager in Familienfirmen

    Der eine gibt zu viel Geld aus, der andere geht zu selten durch die Produktion: Manager, die neu in ein Familienunternehmen kommen, haben es nicht immer leicht.Dabei haben die Außenseiter einen entscheidenden ...

  • „Man kann nicht alle Cyber-Angriffe verhindern“

    Cybercrime-Experte Marco Gercke über Strategien der Prävention, die Verantwortung der Vorstände und was man aus simulierten Attacken lernen kann.

  • Immer etwas mehr tun

    - sprich besser, fleißiger, erfolgreicher sein -, so das Credo von Professor Dr. Reinfried Pohl. Der 85-Jährige führt die DVAG, den größten eigenständigen Finanzvertrieb Deutschlands, seit fast vier ...

  • Bewertung von GmbH-Anteilen zu Verkehrswerten unter steuerlichen Prämissen

    Während bis zum Jahr 2008 GmbH-Anteile für die vorgenannten steuerlichen Zwecke mit dem Stuttgarter Verfahren bewertet wurden, gelten seit dem ersten Januar 2009 andere Regeln.

  • Öko-Vorbild

    Claus Hipp leitet in dritter Generation den Säuglingsnahrungshersteller Hipp. Er führt die begründete Tradition der nachhaltigen Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln fort.

  • Was verdienen Vorstände?

    Aktionäre fordern heute maximale Transparenz über die Corporate Governance des Unternehmens. Dies gilt auch für die Vergütung der Vorstände.

  • Inhaber als Wachstumsbremse

    Wenn in Familienunternehmen nur einer das Sagen hat oder aber viel zu viele mitmischen, wachsen die Firmen langsamer.Dass dies nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, zeigt eine exklusive Studie, die dem ...

  • Einfacher, billiger, leichter

    Chinesische Firmen erobern den Maschinenbau. Die deutsche Vorzeigebranche ist alarmiert.

  • "Wir können zuhören"

    Die Hamburger Volksbank wurde in einer Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft zu Hamburgs mittelstandsfreundlichster Bank gekürt.

  • Herausforderung Reporting

    Flexibler, schneller, transparenter – das Berichtswesen leistet heute mehr denn je einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenssteuerung. Dazu bedarf es zuverlässiger Daten.

  • Wenn die Auslandsexpansion scheitert

    Wal-Mart zieht sich aus Deutschland zurück, Thyssen-Krupp kehrt Brasilien den Rücken und MyParfum macht eine Bruchlandung in den USA. Woran Auslandsgeschäfte scheitern – und warum manchmal Bescheidenheit ...

  • Chefs auf Zeit

    Die meisten Aufträge erreichen sie aus der Automobilbranche sowie vom Maschinen- und Anlagenbau. Auf Interim-Manager greifen immer mehr Unternehmen zurück. Dennoch gibt es weiterhin Skeptiker.

  • Runter vom Sockel

    Mehr und mehr Führungskräfte von Unternehmen warten nicht mehr, bis die Mitarbeiter kommen, sondern gehen direkt zu ihnen. Aber zu viel Nähe der Chefs ist riskant

  • Automatisch unter Kontrolle

    Die Automatisierung interner Kontrollen kann die Effizienz und Effektivität von Überwachungssystemen entscheidend erhöhen. In der Praxis wird dieses Potenzial selten genutzt.

  • Verstecken nützt nichts

    Viele Unternehmer haben die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf die einheitlichen europäischen Formate noch nicht in Angriff genommen. Dabei wird es höchste Zeit.

Gastbeitrag

Mark Niggemann ist geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Wirtschaftsberatung Niggemann & Partner GmbH.
Weitere Informationen erhalten Sie im Profil

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick