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Darum wachsen Gazellen-Unternehmen so schnell

Sie sprinten von einem Wachstumspeak zum nächsten, die Gazellenunternehmen. Aber wie gelingt das diesen erfolgreichen Unternehmen? Die Mischung macht’s!

Wollen Sie ein Unternehmen gründen, dass maximal schnell wächst? Dann achten Sie darauf, dass Sie in Forschung investieren, immer genügend Fachkräfte um sich haben, leicht an frisches Geld kommen – und Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Engagement muss für sie ein Fremdwort sein! Das sind kurz gefasst Ergebnisse einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) aus Bonn über die Wachstumstreiber der sogenannten Gazellenunternehmen. Jenen Unternehmen also, die aus dem Startup-Stadium heraus sind.

Das IfM hat dazu 469 Unternehmen mit einer Größe ab fünf Beschäftigten befragt. Die Mehrzahl der Gazellen verzeichnete im untersuchten Zeitraum 2012 bis 2015 stärkere Zuwächse beim Umsatz als bei den Mitarbeitern: Beschäftigten sie im Jahr 2012 noch im Durchschnitt rund 155 Personen, waren es Ende 2015 durchschnittlich rund 287 Personen. Das macht ein Beschäftigtenwachstum von 84 Prozent. Noch deutlicher das Umsatzwachstum, die Erlöse stiegen durchschnittlich um 237 Prozent.

Angefacht wird schnelles Wachstum vor allem durch die Arbeit der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Als Wachstumsbarriere erweist sich dagegen der Abbau von Personal, so die Studie. Auch enthält die Studie einen Hinweis ähnlich wie dem Beipackzettel bei Medikamenten. Es mindere die Chancen auf schnelles Wachstum sehr, so die Autoren, wenn Gazellenfirmen dem gesellschaftlichen Engagement oder der ökologischen Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung beimessen. „Folglich scheint nachhaltiges und gleichzeitig schnelles Wachstum nur schwer vereinbar zu sein.“ Auch das Ziel der Gewinnmaximierung kann, so die Ifm-Forscher, einen negativen Einfluss auf schnelles Wachstum haben.

Die finanziellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beurteilten die befragten Firmen sehr unterschiedlich. 60 Prozent der Unternehmen hatten einen ausreichenden Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten. Satte 40 Prozent hatten allerdings Probleme an Kredite zu kommen. Im übertragenen Sinne: So wie ein Radrennprofi, der im Wettbewerb plötzlich nichts mehr zu trinken bekommt. Schließlich haben schnell wachsende Unternehmen einen höheren Finanzierungsbedarf.

Dass der Fachkräftemangel keine Mär ist, wie mitunter geschrieben, zeigt diese Studie. Nur gut ein Viertel kann sich genug Fachkräften erfreuen. 72 Prozent der Unternehmen dagegen verneinen die Aussage, dass für ihr Unternehmen genug geeignetes Personal vorhanden sind. Mit anderen Worten: Der durch den demografischen Wandel ausgelöste Fachkräftemangel war bei der deutlichen Mehrheit der Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren spürbar.

Manchmal ist die Not der Gazellenunternehmen bei der Personalmisere so groß, dass sie recht ungewöhnliche Schritte gehen: Sie kaufen einfach andere Firmen auf, die über genau diese Teams an Fachkräften verfügen. Mitunter wird dies auch zu einer Win-Win-Situation: Das kann auch ein Ziel sein für Unternehmer, die verkaufen müssen. Die Firma verliert zwar ihre Selbstständigkeit, aber der Verkäufer weiß seine Mitarbeiter in einem größeren Gebilde sicherer.

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