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Internationale Fusionen

Chinas Konzerne kaufen am liebsten in Deutschland ein

Auf dem Wunschzettel der Investoren aus Asien stehen vor allem Technologieunternehmen.

Für die Börsianer ist Chinas Konjunkturschwäche auch im neuen Jahr ein Klotz am Bein. Ganz anders sehen es die Investmentbanker. Für sie sind die Konzerne aus dem Reich der Mitte die großen Hoffnungsträger. Bestes Beispiel ist der deutsche Entsorger Energy from Waste (EEW), für den gleich zwei chinesische Adressen bieten. Sollten Beijing Enterprise oder China Tianying für geschätzte 1,8 Milliarden Euro den Zuschlag erhalten, wäre das ein Lichtblick im ansonsten trüben Bild des Marktes für Fusionen und Übernahmen (M & A) zum Jahresauftakt.

Fest steht: Deutschland ist der absolute Favorit der Investoren aus Fernost. 2015 kauften oder beteiligten sich Chinesen laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) an 36 deutschen Adressen. Großbritannien hat im vergangenen Jahr stark aufgeholt und folgt mit 34 Transaktionen auf Rang zwei. Weil für viele Käufe keine Preise genannt wurden, fehlen aussagekräftigen Zahlen zum Volumen. Bekannte Deals mit Preisangabe waren aber zuletzt der Kauf des Maschinenbauers Krauss-Maffei durch Chem China für 925 Millionen Euro sowie die Übernahme der Privatbank Hauck & Aufhäuser durch den Mischkonzern Fosun für etwa 190 Millionen Euro. "Chinesische Unternehmen haben sich zu einer wichtigen Käufergruppe auf dem internationalen Transaktionsmarkt entwickelt - inzwischen sind sie auch immer öfter in Megadeals involviert und zahlen Milliardensummen für europäische Konzerne", beobachtet Yi Sun, Partnerin bei EY Deutschland. Und 2016 dürfte der Trend anhalten. "Das hohe Interesse von chinesischen Käufern an deutschen Unternehmen, die Markt- und Technologiezugang ermöglichen, wird weiter steigen", meint Jens Maurer, zuständig für M & A in Deutschland und Österreich bei der US-Großbank Morgan Stanley.

Der Kurssturz an den chinesischen Börsen wirkt nicht als Bremse, sondern eher als Beschleuniger, denn: "Gerade jetzt wird klar, dass die chinesische Volkswirtschaft weiter modernisiert werden muss - Akquisitionen ausländischer Unternehmen stehen dabei ganz oben auf der Agenda", meint Beraterin Yi Sun. Daher füllt sich die Pipeline für Transaktionen in Deutschland. "Chinesische Konzerne dürften 2016 und darüber hinaus eine stärkere Rolle im M & A-Markt spielen. Die Unternehmen wollen Technologie einkaufen und stehen auch für große Transaktionen bereit", sagt Carsten Laux, Managing Director für das deutsche M & A-Geschäft der Deutschen Bank. "Das Geschäft mit China gewinnt in Deutschland an Dynamik", lautet das Fazit von Rainer Langel, deutscher Investmentbanking-Chef von Macquarie.

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