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Starke Konjunktur lässt Zahl der geschlossenen Firmen sinken

Die Zahl insolventer Firmen geht in Deutschland immer weiter zurück. Die florierende Wirtschaft dämpft aber zugleich auch das Gründungsgeschehen.

Deutschland ist Durchschnitt. Zumindest was die Zahl insolventer Firmen im europäischen Vergleich angeht. 2015 mussten 23.230 Betriebe Konkurs an-melden – ein Minus von 3,3 Prozent gegenüber 2014, das zeigt eine Auswer-tung von Creditreform. Mehr noch: Dies ist der niedrigste Wert seit Einführung der Insolvenzordnung 1999. Trotzdem liegt Deutschland aber damit nur im EU-Mittelfeld.

Genereller Trend: In Westeuropa fiel dank stabiler Konjunktur, niedriger Zin-sen und hoher Beschäftigung die Zahl der Unternehmensinsolvenzen. Die EU-15-Länder inklusive Norwegen und der Schweiz verzeichneten 2015 insgesamt 174.891 Firmenpleiten – minus 4 Prozent gegenüber 2014. In Großbritannien sank die Zahl sogar um 9,7 Prozent, in den Niederlanden gar um 20,7 Prozent.

Sinkende Insolvenzzahlen sind allerdings nur ein Fingerzeig für eine robuste Konjunktur. Manche Menschen geben ihr Unternehmen nicht notgedrungen auf, sondern freiwillig, etwa weil sie eine Angestelltentätigkeit aufnehmen. So fiel denn im vergangenen Jahr auch die Zahl der Unternehmens- aufgaben im Vergleich zum Vorjahr auf 328.000, ergab eine Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Mit 5,8 Prozent ist der Rückgang deutlich.

Eine florierende Wirtschaft dämpft aber zugleich das Gründungsgeschehen. So rutschte zum fünften Mal in Folge die Gesamtzahl der Existenzgründungen (-3,7 Prozent) ab und liegt nun bei 298.500. Immerhin: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen ist in 2015 entgegen dem allgemeinen Trend geringfügig geklettert. "Diese Gründungen besitzen eine größere wirtschaftliche Bedeutung als beispielsweise Gründungen im Kleingewerbe, weil mit ihnen zumeist die Schaffung von Arbeitsplätzen einhergeht", sagt Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn.

Da mehr Betriebe abgemeldet wurde, als neu gegründet, bleibt der sogenannte Gründungssaldo weiterhin negativ. Die Differenz aus Gründungen und Schließungen betrug vergangenes Jahr minus 29.400 Unternehmen.

Dieser Trend dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen, möglicherweise in verlangsamter Form. Dies liegt an einem sehr leichten Rückgang des Wirtschaftswachstums in Deutschland gegenüber 2015. In ihrem sogenannten Frühjahrsgutachten haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ein Wachstum des BIP von 1,6 Prozent prognostiziert. Zum Vergleich: 2015 war Europas größte Volkswirtschaft noch um 1,7 Prozent gewachsen.

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