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Silicon Germany - Teil 2

Turbo für Gründer

BÄRENSTARKE STARTHILFE DER HAUPTSTADT

Der Wunsch, ein eigenes Unternehmen zu führen, greift unter Akademikern um sich: Jeder fünfte Studierende möchte sich später selbstständig machen. Gerade im Start­up­-Mekka Berlin gibt es eine ganze Menge Gründungswilliger. An der Freien Universität Berlin (FU Berlin) sind rund 30.000 Studenten immatrikuliert, die sich auf 170 Studiengänge verteilen. Der Statistik nach könnten an der Hochschule also aktuell bis zu 6.000 Entrepreneure eingeschrieben sein, was die unternehmerische Aufbruchstimmung in der Hauptstadt erklären könnte. Damit das große Gründerpotenzial optimal gefördert wird, hat die FU Berlin den Inkubator Profund Innovation ins Leben gerufen. „Wir verstehen den Transfer von Wissen und Technologien in die Gesellschaft neben der Forschung und der Lehre als wichtige Aufgabe der Freien Universität“, kommentiert Professor Dr. Peter-­André Alt, Präsident der FU Berlin, die Initiative. In mehr als 30 verschiedenen Kursen werden die Studenten fit für die eigene Firma gemacht. Die Kurse für Doktoranden und Master­ oder Bachelorstudierende lassen sich zu individuellen Lernpfaden kombinieren.

Gründungsinteressierten Bachelor­-Studenten legt Profund Innovation den Funpreneur­-Wettbewerb nahe, an dem seit 2007 bereits über 1.000 Studierende teilgenommen haben. Im Verlauf des Wettbewerbs erleben die Teilnehmer eine intensive Zeit mit Höhen und Tiefen und können ihre Teamfähigkeit und Kreativität beweisen. Dabei erkennen sie, ob ihr Talent für Entrepreneurship ausreicht – oder dass die Führung eines Unternehmens vielleicht doch nicht ihren Vorstellungen entspricht. In Teams entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Geschäftsideen. Nach Kompaktkursen für Projektmanagement, Marketing, Vertrieb und Recht gründen sie ein Unternehmen auf Zeit und bringen ihre Produkte in fünf Wochen auf den Markt. Unterstützung erhalten sie von Paten aus der Wirtschaft. Die zehn besten Teams präsentieren ihre Ergebnisse vor der Jury und dem Publikum in der Industrie-­ und Handelskammer zu Berlin und können Preisgelder von insgesamt 2.500 Euro gewinnen.

BERLINS TURBO FÜR GRÜNDER

Auch die Technische Universität Berlin (TU Berlin) schickt sich an, Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Absolventen in der Hauptstadt den Weg ins Unternehmertum zu weisen. Und das in einem nicht minder großen Maßstab: Knapp 34.000 Studenten waren zum Wintersemester 2015/2016 an der TU Berlin eingeschrieben. Ihnen steht das Centre for Entrepreneurship (CfE) mit Rat und Tat zur Seite. Das Gründerzentrum unter Leitung von Professor Dr. Jan Kratzer und Dr. Franka Birke bündelt an der TU Berlin Kompetenzen aus Entrepreneurship-­Forschung, ­Lehre und Gründungsservice.

Mit Erfolg: Jedes Jahr entstehen am CfE um die 20 Hightech Start­ups. Gründungsinteressierte werden in jeder Phase ihres Vorhabens unterstützt – egal, ob nur eine erste Idee entstanden ist oder schon ein fertiger Businessplan vorliegt. Das CfE stärkt ein gründungs- und gründerfreundliches Umfeld und erschließt systematisch wissens­ und technologiebasiertes Potenzial für Gründungen. Praxisorientierte Lehrveranstaltungen zum Thema Selbstständigkeit, Informationstage, Vorträge und Workshops sowie individuelle Beratung sorgen dafür, das unternehmerische Denken und Handeln an der Universität noch weiter auszubauen.

Damit die Businesspläne und Produktdesigns nicht unter freiem Himmel oder in der Wohnheimküche vorangetrieben werden müssen, hat das CfE verschiedene Raumkonzepte für Gründer entwickelt. So erhalten am StarT-Up-­Incubator etwa bis zu 13 Teams von je ein bis vier angehenden Gründern Zugang zu modernen Büroarbeitsplätzen mit Telefon, Internet, Drucker, Fax, Kopierer. Sogenannte Gründungsinseln, die in den unterschiedlichen Fachbereichen auf dem gesamten TU­-Campus verteilt sind, ergänzen das Angebot. Darüber hinaus können die Geschäftsführer von morgen ihre Ideen in der TU­Prototypenwerkstatt in handfeste Prototypen verwandeln. Sie bieten neben der technischen Ausstattung Kontakt zu anderen Gründern, Workshops, etwa zu den Themen Rapid Prototyping und Design Thinking, sowie den Zugang zum Angebot und Netzwerk des CfE und ab dem nächsten Jahr auch einen 750 Quadratmeter großen Co­Working­Space. Das CfE wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit dem Titel „EXIST – Die Gründerhochschule“ ausgezeichnet.

1. Teil: Helden von morgen
2. Teil: Turbo für Gründer
3. Teil: Unternehmer-Startrampe

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