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Hamburg, 30.06.2017

KI wird uns alle bereichern

Dr. Thomas Erwin, Global Execution Partner Data & Analytics bei der KPMG erwartet, dass durch Künstliche Intelligenz (KI) mehr Freiräume für den Menschen entstehen.


Dr. Thomas Erwin ist Global Execution Partner bei KPMG (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Hat Künstliche Intelligenz das Zeug, die nächste technische Revolution auszulösen?
Thomas Erwin:
Das Potenzial von KI lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht abschätzen. „Die“ KI wird es gar nicht geben. Vielmehr wird KI in vielen verschiedenen Einzelgebieten zum Einsatz kommen. Und das wird zunächst nur sehr punktuell geschehen, zur Unterstützung einzelner, vermutlich sehr spezialisierter Tätigkeiten. Wir reden also von einem Prozess, der gerade erst angefangen hat. Ob das in der Rückschau eine „Revolution“ oder doch eine eher iterative Weiterentwicklung war, wird die Zeit zeigen.  

Macht KI die menschliche Arbeitskraft überflüssig?
Erwin: Davon ist definitiv auszugehen. Hier gilt das Prinzip: „Je genauer du beschreiben kannst, was du tust, desto wahrscheinlicher wird eine KI deine Tätigkeit übernehmen.“  

Wie konkret werden sich unsere Jobs verändern?
Erwin:
Einfache und repetitive Tätigkeiten werden schrittweise automatisiert. Die Automatisierung wird den Menschen jedoch nicht überflüssig machen, sondern ihm Freiräume geben, sich auf kreativere, wertschöpfende Tätigkeiten zu konzentrieren.

Brauchen wir bald eine Robotersteuer oder ein bedingungsloses Grundeinkommen?
Erwin: Bis wir in den etablierten Volkswirtschaften soweit sind, dass so umfangreich menschliche Arbeit durch den Einsatz von KI ersetzt wird, dass nicht mehr genug Arbeit für alle vorhanden ist, wird noch eine lange Zeit vergehen. Wenn sie denn je kommt. Im Bereich der Fertigung und der Produktion sind durch den Einsatz von Robotern in den letzten Jahrzenten die Menschen ja auch nicht aus den Fabriken verschwunden. Aber es ist klar: die Arbeit wird sich ändern.

Brauchen wir künftig Digital-Minister in den Regierungen, die den Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft mit Sachverstand, Sensibilität für diese Themen und deren Auswirkungen steuern?
Erwin: Wir brauchen in jedem Fall Menschen, die etwas von diesen Themen verstehen und den Wandel steuern. Ob dazu neue Rollen oder Posten nötig sind, kann ich nicht beurteilen.

Teil 1: KI wird uns alle bereichern

Teil 2: Im Bereich des Philosophischen

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