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Hamburg, 30.06.2017

Teil 2: „Der Mensch wird niemals überflüssig werden“

Laut der Unternehmensberatung Forrester sind viele Unternehmen (noch) von KI-Anwendungen überfordert. Sie wissen schlichtweg nicht, welches Problem sie mithilfe künstlicher Intelligenz lösen sollen. Wie schätzen Sie die Lage ein?
Breuer:
Viele Unternehmen setzen sich gerade erst mit dem Thema KI auseinander. Am weitesten sind hier natürlich die Technologiegiganten aus dem Silicon Valley. Amazon, Google und Facebook haben das Thema KI ins Zentrum ihrer Entwicklungen gerückt. Wir gehen davon aus, dass gerade die Verbindung von KI mit der Vernetzung von Maschinen – Stichwort Internet of Things – zu neuen Möglichkeiten führt. Dies gilt insbesondere für Deutschland mit seiner starken Fertigungsindustrie. Ein Beispiel: Unternehmen können ihre Anlagen um bis zu 20 Prozent besser nutzen, wenn durch KI Wartungsarbeiten vorausschauend durchgeführt werden. Smarte Algorithmen können Maschinenparameter und Nutzungsdaten so interpretieren, dass sie Alarm schlagen, noch bevor wichtige Teile ausfallen. Diese „predictive maintenance“ ist ein riesiger Produktivitätshebel. Auch in der Qualitätsüberwachung kann KI einen Quantensprung bedeuten: Durch die gigantischen Fortschritte in der automatischen Bilderkennung kann etwa der Ausschuss fehlerhafter Teile um bis zu 30 Prozent reduziert werden.

Heutige KI-Anwendungen bestehen aus schwacher KI, die auf anspruchsvoller Wahrscheinlichkeitsrechnung basiert. Halten Sie eine starke KI, also Computer mit eigenem Bewusstsein, für realistisch und moralisch vertretbar?
Breuer:
Die Entwicklungen, die wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, sind schon erstaunlich. Der Mensch wird aber niemals überflüssig werden. Emotionen, Kreativität und Empathie werden auch auf lange Sicht nicht auf Roboter übertragbar sein.

Teil 1: Nehmt die Chancen in den Blick!

Teil 2: „Der Mensch wird niemals überflüssig werden“

Teil 3: „Cybersecurity sollte auf Vorstandsebene angesiedelt werden“

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