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Hamburg, 30.06.2017

Neu fokussieren

Dr. Nils Krause, M & A-Experte der Anwaltssozietät DLA Piper, rät Unternehmen, Technologien wie Künstliche Intelligenz aktiv zu begleiten. KI werde die Arbeit, nicht aber deren Stellenwert verändern.


Nils Krause leitet die deutsche Praxisgruppe Corporate/M & A bei DLA Piper (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Viele Experten glauben, dass die Künstliche Intelligenz (KI) das Zeug dazu hat, die nächste technische Revolution auszulösen. KI stünde damit in einer Reihe mit dem Buchdruck, der Dampfmaschine oder der Elektrifizierung. Welches Potenzial hat KI Ihrer Meinung nach?
Nils Krause: In der Tat wird das Thema Künstliche Intelligenz nachhaltig unser Wirtschaftssystem verändern. Wir werden bestimmte herkömmliche Berufe verschwinden sehen, dafür aber auch neue Betätigungsfelder für den Menschen. Denken Sie allein nur an das Thema des fahrerlosen Fahrens, was dies für Auswirkungen auf das Taxigewerbe haben wird, in dem der Mensch die kostenintensivste Komponente ist.

Inwieweit wird Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändern?
Krause:
Bei jeder technischen Revolution in der Menschheitsgeschichte wurde angenommen, dass der Mensch weniger arbeiten wird respektive eine Vielzahl von Menschen gar nicht mehr arbeiten werden. In der Realität hat sich dies allerdings nie bewahrheitet, wie der Blick auf die Arbeitslosenzahlen weltweit zeigt. Auch hat die Bedeutung von Arbeit nicht abgenommen. Noch nie hatte die Arbeit einen so zentralen Stellenwert bei den Menschen wie heute. Daran wird in der Summe auch Künstliche Intelligenz nichts ändern.

Was bedeutet das für Ihre Branche?
Krause:
Künstliche Intelligenz wird nicht den anwaltlichen Berater überflüssig machen, aber bestimmte Dienstleistungskomponenten. Andererseits gibt uns dies die Chance, sich anwaltlich auf komplexe Themen zu konzentrieren und so für den Mandanten einen höheren Mehrwert zu schaffen. Kurz, es wird sich die Tätigkeit des Menschen, hier des Anwalts, weiter zum Wohle des Kunden ändern. 

Brauchen wir bald eine Robotersteuer oder ein bedingungsloses Grundeinkommen?
Krause:
Ich persönlich glaube nicht an eine Robotersteuer als Alternative zur Einkommensteuer, da dies gegebenenfalls große Schlupflöcher für sehr vermögende Individuen nach sich ziehen kann. Gesellschaftspolitisch erleben wir momentan eher eine Zeit, in der sich real oder vermeintlich abgehängte Teile der Gesellschaft stärker Gehör verschaffen und insoweit auch den Abstand zwischen sehr Reichen und dem Rest der Gesellschaft verkleinern wollen. Anders verhält es sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen. Abgesehen von einigen prominenten Verfechtern ist das bedingungslose Grundeinkommen in der weiteren politischen Debatte, so jüngst in einer Schweizer Volksabstimmung, bislang gescheitert. Je weiter Künstliche Intelligenz voranschreitet, mag das bedingungslose Grundeinkommen aber ein notwendiger Baustein sein, um die Transformation unseres Wirtschaftssystems zu begleiten. 

Brauchen wir künftig Digital-Minister in den Regierungen, die den Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft mit Sachverstand, Sensibilität für diese Themen und deren Auswirkungen steuern?
Krause:
Es kann nie schaden, wenn Regierungen aus Personen bestehen, die ein Verständnis für die Themen der Zukunft haben. In vielen Regierungen sehen wir sicher nicht unmittelbar solche Personen. Solange sich die Regierungsmitglieder aber mit kompetenten Beratern umgeben, halte ich dies für ausreichend. Wichtig ist allein, dass Regierungsmitglieder hinreichend offen sind und begreifen, dass für die Lösung der künftigen Herausforderungen nicht unbedingt die bisherige persönliche Erfahrung reicht.

Teil 1: Neu fokussieren

Teil 2: Alternativlose Technologie

Teil 3: „Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch zivilisatorisch umgesetzt werden”

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