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Hamburg, 30.06.2017

Welten verschmelzen

Um mit KI erfolgreich zu sein, kooperieren viele Unternehmen mit Start-ups und Softwarehäusern. Matthias Müller, Chef des Volkswagen-Konzerns, bringt die analoge mit der digitalen Welt zusammen.


Matthias Müller ist seit 2015 Vorstandsvorsitzender von VW (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wo sehen Sie Anwendungsbeispiele für Künstliche Intelligenz (KI) bei VW?
Matthias Müller:
Künstliche Intelligenz ist „the next big thing“ in der Automobilindustrie. Es ist die Basis für autonomes Fahren – und für viele Systeme, die unsere Fahrzeuge schon heute komfortabler, effizienter und sicherer machen. Denken Sie etwa an Bilderkennungssoftware für Kameras, an Sprachsteuerung im Cockpit, an „lernende“ Navigationssysteme. Oder an die Steuerung von Robotern, die in unseren Werken schwere und gefährliche Arbeiten übernehmen. Für Volkswagen ist KI eine Schlüsseltechnologie. Deshalb haben wir uns am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz beteiligt und arbeiten intensiv zusammen.

KI-Anwendungen brauchen Algorithmen, Rechenkapazitäten und riesige Datenmengen. Wie managen Sie dies bei Volkswagen?
Müller:
Autos bauen war schon immer Teamsport. Zu klassischen Partnern aus der Zulieferindustrie kommen jetzt neue Player wie Softwarefirmen oder Start-ups aus der Digitalwirtschaft. So wachsen analoge und digitale Welt zusammen. Erfolgreich ist, wer beide Welten und beide Kulturen integriert – immer mit dem Ziel, das beste Kundenerlebnis zu schaffen. Mit dem israelischen Start-up Mobileye etwa kooperieren wir beim Thema Bilderkennung. Und mit Mobvoi forschen wir in China an lernfähigen Spracherkennungssystemen.

Eine US-Studie prognostiziert, dass Computer 50 Prozent der Jobs in den USA übernehmen können. Wird die menschliche Arbeitskraft überflüssig?
Müller:
In der Studie geht es weniger um Arbeitsplätze als um bestimmte Tätigkeiten in ausgewählten Berufen. Richtig ist: Die Arbeit wird sich verändern, auch die Anforderungen an die Mitarbeiter werden sich verändern. Da haben wir eine große Verantwortung, die Belegschaft auf diesem Weg mitzunehmen, ihnen Ängste zu nehmen. Durch den technologischen Wandel entstehen ganz neue Jobs, die es vor zehn Jahren so noch nicht gab: Bei uns arbeiten heute Computerlinguisten, App-Entwickler, Big-Data-Analysten. Ich bin überzeugt, dass durch die Digitalisierung die Arbeit insgesamt vielfältiger, kreativer und interessanter wird.

Wie begegnen Sie der Angst vor Datenmissbrauch?
Müller:
Der Erfolg der Digitalisierung wird auch davon abhängen, wie gut wir IT-Systeme sichern und Kundendaten schützen. Die Sensibilität der Deutschen kann sogar ein Wettbewerbsvorteil sein. Vielleicht trauen die Menschen einem Unternehmen aus Deutschland eher zu, mit ihren Daten verantwortungsbewusst umzugehen – und echten Mehrwert zu schaffen.

Halten Sie KI mit eigenem Bewusstsein für realistisch und moralisch vertretbar?
Müller:
Persönlich bin ich skeptisch, ob es jemals Computer mit eigenem Bewusstsein geben wird. Das menschliche Gehirn mit etwa einer Billion Nervenzellen und unzähligen Verknüpfungsmöglichkeiten wird noch sehr lange überlegen sein. 

Zur Person

Der studierte Informatiker war unter anderem im Management von Audi, Seat und Lamborghini tätig. Von 2010 bis 2015 leitete er Porsche. Seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender von VW

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