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Teil 2: „Globale Konzerne in die Verantwortung nehmen“

Soziale Medien haben die öffentliche Wahrnehmung von Personen in Politik und Wirtschaft drastisch verändert. Welche Herausforderungen bringt diese Entwicklung mit sich?

zu Guttenberg: In meinen Augen besteht die Gefahr, dass es zu einer weiteren Entfremdung zwischen Wählern und Gewählten kommt, wenn die dunklen Seiten der sozialen Medien wie „Hate Speech“ oder „Fake News“ nicht als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angenommen werden. Auch muss es wahrnehmbare Köpfe in Wirtschaft und Politik geben, die sich nicht von Tweets, Facebook und Youtube treiben lassen, sondern diese verantwortungsvoll gestaltend nutzen, aber auch gegebenenfalls infrage stellen.

Was kann der Bildungssektor leisten, um vor allem ältere Bürger dabei zu unterstützen, sich auf digitale Anforderungen einzustellen?

zu Guttenberg: Das Angebot, gerade in der Erwachsenenbildung und beruflichen Fortbildung, kann immer optimiert werden. Aber wir sollten hier nicht den Blick allein auf die Bildungspolitik richten. Dies ist eine Aufgabe, die genauso die globalen digitalen Konzerne mit voller Wucht trifft, und man darf diese – auch in deren eigenem langfristigem Interesse – nicht aus der Verantwortung entlassen.

Sind die deutschen Hochschulen entsprechend gerüstet um Studenten adäquat auszubilden und damit dazu beizutragen, dass hiesige Unternehmen den Anschluss an die Digitalisierung nicht versäumen?

zu Guttenberg: Es gibt sicher einige Highlights in der deutschen Hochschullandschaft. Entgegen mancher Behauptung ist die Ausbildung in der Breite besser als etwa in den hochgelobten USA. Dort gibt es aber einige Leuchttürme im Forschungsbereich, von denen wir hier nur träumen können, etwa das MIT oder Stanford.

Arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft in ausreichendem Maße zusammen?

zu Guttenberg: Ein klares Nein. Es ist daher auch nicht verwunderlich, wie sehr sich die Budgets an führenden Bildungseinrichtungen, etwa in den USA und hierzulande, unterscheiden.

Sollten Unternehmen mit Förderungen der öffentlichen Hand bei der Umstellung auf digitale Prozesse unterstützt werden?

zu Guttenberg: Das findet doch bereits statt. Allerdings ist der Förderdschungel oftmals undurchdringlich und vielen unbekannt.

Teil 1: „Der Wille in Berlin ist erkennbar“

Teil 2: „Globale Konzerne in die Verantwortung nehmen“

Teil 3: „Mehr Risiko wagen“

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