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Teil 2: „Die Arbeit ist noch nie ausgegangen“

Was machen Taxi- und Lkw-Fahrer, wenn autonomes Fahren Standard wird? Was wird aus Krankenpflegern, wenn Roboter ihre Aufgaben übernehmen? Was wird aus Postboten, wenn die Auslieferung von Briefen und Paketen mithilfe autonomer Autos oder Drohnen funktioniert? Kommt die Grundsicherung?

Whittaker: Ich halte nichts davon, ein bedingungsloses Grundeinkommen als Grundsicherung einzuführen. Wir müssen uns vielmehr darum kümmern, wie jene Menschen wieder Arbeit finden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Arbeit noch nie ausgegangen ist. In einer digitalen Arbeitswelt werden neue Berufsfelder und Jobs entstehen. Wir können die Menschen darauf vorbereiten. Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind der Schlüssel dazu.

Soziale Medien haben die öffentliche Wahrnehmung von Personen in Politik und Wirtschaft drastisch verändert. Welche Herausforderungen entstehen dadurch?

Whittaker: Politiker müssen heutzutage schneller denn je reagieren. Dies birgt die Gefahr, dass nicht alle Reaktionen und Entscheidungen wohlüberlegt sind. Auf der anderen Seite erlauben soziale Medien eine zeitnahe und unkomplizierte Kommunikation mit den Wählern. Daraus entstehen große Chancen für den Bürgerdialog.

Was kann der Bildungssektor leisten, um vor allem ältere Bürger dabei zu unterstützen sich auf digitalee Anforderungen einzustellen?

Whittaker: Der Bildungssektor kann dazu beitragen, dass sich ältere Bürger bis ins hohe Alter weiterbilden und damit auf der Höhe der Zeit bleiben. Angesichts des demografischen Wandels können wir auf ihre Fähigkeiten nicht verzichten und brauchen sie auf dem Arbeitsmarkt.

Sind die deutschen Hochschulen entsprechend gerüstet um Studenten adäquat auszubilden und damit dazu beizutragen, dass hiesige Unternehmen den Anschluss an die Digitalisierung nicht versäumen?

Whittaker: Deutsche Hochschulen sind noch nicht in ausreichendem Maße auf diese Entwicklung vorbereitet. Wie viele Lehrstühle gibt es in Deutschland zum Thema „Digitale Transformation“? Falls es welche gibt, ist die Anzahl verschwindend gering. Auch muss die kreative Nutzung von neuen Technologien im Lehralltag selbstverständlich werden.

Arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft in ausreichendem Maße zusammen?

Whittaker: Die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist in Deutschland noch durchwachsen. Während Fachhochschulen einen engen Draht zur Wirtschaft haben, sieht es bei den meisten Universitäten eher schlecht aus. Deshalb wünsche ich mir an dieser Stelle eine größere Praxisnähe.

Teil 1: „Staat als Treiber der Digitalisierung“

Teil 2: „Die Arbeit ist noch nie ausgegangen“

Teil 3: „Mehr Risiko wagen, um nicht im Geschichtsbuch zu landen“

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