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„Mehr investieren“

Bildungspolitiker Kai Gehring von Bündnis 90/Die Grünen fordert, künftig 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung auszugeben.


 

Kai Gehring ist Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung von Bündnis 90/Die Grünen (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Die Digitalisierung verändert Arbeitswelt und Lebensgewohnheiten zunehmend. Wie empfinden Sie diese Umbrüche?

Kai Gehring: Die Digitalisierung bietet viele Chancen, etwa energieeffizientere Maschinen. Andererseits können Pflegeroboter menschliche Zuwendung nicht ersetzen. Klar ist: Elementare Entscheidungen dürfen generell nicht allein von Maschinen getroffen werden.

65 Prozent der deutschen Unternehmen finden, der Fachkräftemangel bedrohe ihre digitale Entwicklung.

Gehring: Diesen Mangel können wir uns nicht leisten. Deutschland investiert zu wenig in die Köpfe, obwohl es als rohstoffarmes Land auf Wissen und Kreativität besonders angewiesen ist. Auch im Bereich der digitalen Bildung zeigt sich eine wachsende soziale Kluft in der Bevölkerung.

Wie gut bereiten die Schulen die Kinder auf die Herausforderungen von morgen vor?

Gehring: Diese Querschnittsaufgabe kann man nicht allein an Mathematik, Informatik oder ein neues Schulfach delegieren. Die Länder sind dabei, dies in Lehrplänen und in der beruflichen Weiterbildung umzusetzen.

Der Standort Deutschland lebt von seinen Innovationen. Wird die Erforschung digitaler Zukunftsthemen vom Staat ausreichend finanziell unterstützt?

Gehring: Staat und Wirtschaft müssen mehr in Forschung und Entwicklung investieren. Ziel sollten 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sein. Gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen eine unbürokratische Forschungsförderung. Wir haben daher als einzige Bundestagsfraktion einen Gesetzentwurf zur Einführung eines KMU-Forschungsbonus vorgelegt, der zum Beispiel Start-ups im IT-Bereich nutzen würde.

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