Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Hamburg, 30.06.2017

Weit über die Routine hinaus

Dr. Jörg Haas, Gründer von Scopevisio, sieht entscheidende Vorteile durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und misst ihr für die digitale Transformation höchste Bedeutung bei.


Jörg Haas ist Mitgründer von Scopevisio (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wie revolutionär ist Künstliche Intelligenz? Ist KI „the next big thing“?
Jörg Haas: Als künstlich intelligent werden sogenannte Softwareroutinen bezeichnet, die intelligentes menschliches Verhalten nachbilden. Dank KI können Maschinen und Anwendungen nun Arbeiten, die bisher Menschen vorbehalten waren, ohne menschliches Eingreifen ausführen. Dabei „lernt“ die Software selbstständig und baut Erfahrungswissen auf, das sie situativ immer wieder abrufen kann. Die Produktivität ist so signifikant zu steigern. Aus diesem Grund gilt Künstliche Intelligenz zu Recht als das wichtigste „next big thing“. Sie ist bereits heute Treiber der weltweiten gesellschaftlichen Veränderung und Motor der digitalen Transformation.  

Wie erklären Sie den KI-Hype in der Wirtschaft?
Haas
: In der Marktwirtschaft werden die Produktivitätsfaktoren – also manuelle und dispositive menschliche Arbeit, Werkstoffe und Betriebsmittel – so eingesetzt, dass sie möglichst viel Gewinn bringen. Können Anlagen, Maschinen und Computer bestimmte Arbeiten effizienter ausführen, so wird die menschliche Arbeit ersetzt. Bisher haben Maschinen eher manuelle Routinearbeiten übernommen. Durch künstlich intelligente Robotik und KI-Automatisierung ist es nun möglich, zunehmend auch dispositive menschliche Arbeiten wie beispielsweise Leitung, Planung, Organisation und Kontrolle abzulösen. Genau dieses betriebswirtschaftlich sinnvolle Verhalten erhöht die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und sichert so deren Existenz. Davon profitiert unsere markwirtschaftliche Ordnung, und der Wohlstand der gesamten Bevölkerung wird gesteigert.   

Inwieweit kann KI die Arbeitswelt verändern? 
Haas:
Künstlich intelligente Fertigung, zum Beispiel mittels 3-D-Druck oder durch lernende Roboter, ermöglicht Produkte mit höherer Individualität und kleinere Losgrößen. Noch größer sind die Änderungen im tertiären Sektor. Das Zusammenspiel von Cloudcomputing, Big-Data-Analysen und Künstlicher Intelligenz wird zum „super booster“. So lassen sich Dienstleistungen von Freiberuflern wie Juristen, Architekten, Ärzten, Steuerberatern, Journalisten, Dolmetschern, Wirtschaftsprüfern oder Lehrern teilweise über künstlich intelligente, integrierte Cloudanwendungen ersetzen. Außerdem wird in der nächsten Dekade wohl mehr als die Hälfte aller administrativen Prozesse in Unternehmen und Behörden durch KI-Cloudanwendungen automatisiert.   

Teilen Sie die Sorge, dass KI zum Jobkiller avanciert und menschliche Arbeitskraft überflüssig macht?
Haas:
Würde der heutige Wohlstand gleich bleiben, würde KI die menschliche Arbeitslast deutlich reduzieren. Zu erwarten ist aber ein steigender allgemeiner Wohlstand. Diesen können wir dank Künstlicher Intelligenz, trotz langsam abnehmender menschlicher Arbeitsintensität, erreichen.

Zur Person

Jörg Haas ist Mitgründer, Partner und Vorstand der HW PARTNERS AG; die Holding gründete 2007 das Cloudunternehmen Scopevisio. Bereits 1990 gründete Haas mit seinem Partner Dr. Rüdiger Wilbert die GWI AG, die sie an Agfa Gaevert verkauften

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Champions der Dualen Karriere: Jetzt wählen!

    Wer meistert Leistungssport und Studium am besten? Fünf Top-Athleten konkurrieren um den Titel Sport-Stipendiat des Jahres 2017 der Deutschen Bank und der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

  • Franchisegründungen haben Vorteile bei der Finanzierung

    Eine Gemeinsamkeit haben Franchise- und Individualgründungen auf jeden Fall – das Vorhaben muss solide und langfristig finanziert sein. Welche Vorteile Franchisegründungen haben, lesen Sie hier.

  • Digitalisierung der Integration von neuen Franchise-Partnern in das Franchise-System

    Erfolgreiches Franchising braucht einen Mix aus Online- und Offline-Medien. Lesen Sie hier, wie sich solch ein Mix zusammensetzen könnte.

  • Exklusivinterview: Grundeinkommen? Nein.

    Die Bundeskanzlerin stand der Redaktion Rede und Antwort zu Fragen der Zukunft.

  • Smarter Partner

    Autonome Autos, digitale Assistenten, Roboterchirurgen - Künstliche Intelligenz (KI) wird im Geschäfts- und Berufsleben immer spürbarer. Was KI heute schon kann und zukünftig verändert.

  • Prinzip einfach

    Um zu unternehmerischem Wachstum zu gelangen, müssen Unternehmer eine passende Vorgehensweise entwickeln. Überzeugend sind Strategien, die sich in wenigen Worten zusammenfassen lassen.

  • Exklusivinterviews: Künstliche Intelligenz

    Die Künstliche Intelligenz (KI) wirkt tief in nahezu alle Branchen hinein. 13 Top-Manager gewähren exklusive Einblicke, wie KI-Anwendungen ihre Unternehmen und Sparten umwälzen.

  • Lädt noch

    Zukunftstechnologien wie das Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz verändern die Welt, sagen Experten. Wie und wo sie bereits erfolgreich eingesetzt werden...

  • Franchisegebühren – was ist üblich?

    Was „üblich“ und „angemessen“ ist, lässt sich nicht so ganz einfach beantworten. Allerdings gibt es Kriterien, aus denen sich die Angemessenheit der Franchisegebühren ableiten lässt.

  • Die Familienstiftung bei Unternehmensnachfolgen

    Ein Instrument für die Sicherung der Nachfolge kann die Implementierung einer Familienstiftung sein.

  • Die ganze Wahrheit über ältere Gründer

    Hartnäckig hält sich der Mythos des jungen Gründers. Tatsächlich steigt das Alter der Entrepreneure in Deutschland. Wo werden ältere Gründer aktiv, was müssen sie beachten?

  • Drama Neugründungen: Deutschland rutscht im Vergleich ab

    Deutschland, Gründerland? Das war einmal! Das belegt auch eine Statistik der Industrie- und Handelskammern, die nun öffentlich wurde.

  • So unterschiedlich treu sind Gesellschafter von Familienfirmen

    82 Prozent der Familienunternehmer schätzen den Zusammenhalt untereinander als hoch ein. Unterschiede gibt es zwischen Großfamilien und in verschiedenen Stämmen organisierten Gesellschaftern.

  • Auf den Punkt flüssig - Teil 2

    Factoring stellt eine Alternative zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung für Lieferanten dar. Doch was können Abnehmer tun, um ihr Working Capital zu optimieren?

  • Kommunikation in Franchisesystemen

    Ein Experte erläutert, worauf Franchisegeber und -nehmer dabei achten sollten.

  • Neuerungen in der DUB-Unternehmensbörse

    Übersichtlicher, einfacher und erfolgversprechender. Das sollen die neuen DUB-Unternehmensbörsen und DUB-Käuferbörsen jetzt bieten. Wir haben einige Felder ergänzt und besonders das DUB-Matching eingeführt.

  • Neue Wege gehen

    Die Welt dreht sich digital – auch in der bAV-Verwaltung sind zunehmend smarte IT-Lösungen gefragt. Sie sind der Schlüssel, um betriebliche Altersversorgung künftig attraktiver zu machen.

  • Ist Ihr Unternehmen ausreichend gegen Cyber Angriffe geschützt?

    Machen Sie jetzt den kostenlosen Schnelltest!

  • America First

    Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt stammen aus den USA – Alphabet, Apple, Amazon, Microsoft und Facebook. Sieben namhafte Unternehmensberatungen haben das Potenzial der Tech-Riesen exklusiv bewertet.

  • Der Chef von Morgen

    Im Sport war er ein Spätzünder, dafür startet Johannes Lochner jetzt doppelt durch: Leitung eines Bobteams, Masterstudium – ein besseres Training für Führungskräfte gibt’s kaum.

  • Die Digitalisierung der Rekrutierung von Franchise-Partnern

    Lesen Sie hier, welche Rolle die Digitalisierung bei der Rekrutierung von Franchise-Partnern einnimmt.

  • Franchise-Umfrage: Wo, bitte, geht’s hier zum neuen Personal?

    Zum zweiten Jahr in Folge hat die Deutsche Unternehmerbörse Franchise-Systeme nach ihren größten Herausforderungen im Markt gefragt. Ganz oben: Die Suche nach Personal.

  • Späte Führungsnachfolge

    Der Brillenkönig Günther Fielmann behält noch weitere drei Jahre das Zepter in der Hand. Erst 2020 will er das Unternehmen in die Hände seines Sohnes legen.

  • Sachsen-Anhalt legt Fonds für die Unternehmensnachfolge auf

    Immer wieder scheitern Firmennachfolgen an der Finanzierung. Sachsen-Anhalt will dem nun vorbeugen – mit einem Fonds, ausgestattet mit 265 Millionen Euro.

  • „Psst, haben Sie schon gehört … ?“

    Wenn die Gerüchteküche brodelt, hat das selten Gutes zu bedeuten. Erst recht, wenn es um den Verkauf eines Unternehmens geht.

  • Zu schön, um wahr zu sein

    Was Franchisegeber Geschäftspartnern in spe über ihr System verraten müssen und woran man schwarze Schafe erkennt.

  • Geld vom Staat

    Auch Franchisenehmer kommen in den Genuss von staatlichen Fördertöpfen. Es müssen nur drei Kriterien erfüllt werden.

  • Deutschland paradox

    Die Bundesrepublik spielt wirtschaftlich in der ersten Liga – außer beim Gründungsgeschehen. Wie kann das sein?

  • Alles VUKA, oder was?

    Volatil, unsicher, komplex, ambivalent, kurz: VUKA. So beurteilen viele Chefs die Digitalisierung. Was tun?

  • Optimistische Chefs

    Deutschlands Unternehmer strotzen vor Optimismus. Dabei müssen sie in einem Punkt noch mächtig aufholen.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen

Jetzt Newsletter bestellen

DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick