Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Hamburg, 30.06.2017

Das neue Penicilin

Dr. Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, bewertet den Einzug Künstlicher Intelligenz (KI) in die Medizin als die große Revolution unseres Jahrhunderts – menschliche Fähigkeiten blieben dennoch unentbehrlich.


Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker (Foto: PR)

Kann Künstliche Intelligenz mehr als der Mensch? Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, sieht das Zukunftsmodell in der Kombination, nicht der Konkurrenz menschlichen Einfühlungsvermögens mit künstlicher Analysefähigkeit. Der CEO der größten gesetzlichen Kasse Deutschlands verrät, welche Einsatzgebiete von KI-Technologien er ausmacht und warum der Datenschutz für ihn die entscheidende Rolle spielt.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wie schätzen Sie das Potenzial beim Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin ein?
Jens Baas:
Der Einsatz Künstlicher Intelligenz wird eine technische Revolution auslösen. Im medizinischen Bereich ist sie „the next big thing“ – vergleichbar mit der Entdeckung des Penicillins. KI eignet sich ideal, um Unmengen von Daten miteinander zu verknüpfen und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

Zeichnen Sie uns ein Zukunftsszenario. Wie konkret wird KI die Diagnostik verändern?
Baas:
Zum Medizinerberuf gehört es, eine ausgeprägte Fähigkeit zur Mustererkennung zu besitzen. Ein Arzt muss extreme Mengen an Wissen über Krankheitssymptome, Lebensumstände seines Patienten und den aktuellen Stand der Medizin – sprich Daten – anhäufen, um diese Puzzlesteinchen dann zur richtigen Diagnose zusammenzusetzen. KI kann dabei helfen. Der Arzt der Zukunft wird daher auch ein Datenmanager sein müssen. Er kann nicht selbst alles aus seinem Fachgebiet und den angrenzenden Bereichen wissen. Sein Job dürfte vielmehr sein, Know-how abzurufen und mit seinem vorhandenen Fachwissen einzuordnen. Die Datenmenge, die via KI analysiert, und die Korrelationen, die hergestellt werden können, sind ein echter Quantensprung.

Welche konkreten KI-Einsatzgebiete sehen Sie neben der medizinischen Diagnostik?
Baas:
Unternehmen entwickeln Roboter, zu denen der Mensch eine Beziehung aufbauen soll. Spracherkennungssysteme sind ein Beispiel dafür. Die Möglichkeit, hier via Sprache direkt Dinge des Alltags zu bestellen, könnte durchaus eine sinnvolle Unterstützung für ältere Menschen bieten. Hier steigen wir in den Bereich des „affective computing“ ein. Wie für jede Beziehung gilt auch für die zwischen Mensch und Maschine, dass Emotionen und Stimmungen richtig interpretiert werden müssen. Das reine „Hin- und Herdrehen“ eines pflegebedürftigen Menschen durch einen Roboter in der Pflege kann und wird keine Zukunft haben.

Teil 1: Das neue Penicilin

Teil 2: „Nutzt dies wirklich dem Menschen?“

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Am Ziel vorbei

    Teamarbeit ist ein Erfolgsfaktor. Doch was tun, wenn das Zusammenwirken hakt? Das gängige Rezept: ein gemeinsamer Ausflug. Aber hilft das?

  • Unternehmerischer Erfolg mit System

    Wer sich selbstständig machen will, ohne auf eine strategische Unterstützung zu verzichten, sollte über Franchising nachdenken.

  • Ideen innen und aussen

    Beim Innovationsforum 2015 in Frankfurt am Main sprachen vier Konzernlenker darüber, welche Quellen sie anzapfen, um neue Ideen zu generieren.

  • Aufs große Spielfeld

    Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, sagt, was passieren muss, damit Europa nicht den Anschluss verliert.

  • Was bleibt, was kommt

    Ob Digitalisierung, Mobilität, Demografiewandel – Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Wer erfolgreich sein will, muss sich dem globalen Wandel stellen.

  • Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen.
    Weg mit dem Server

    Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen – wenn sie richtig eingesetzt wird. Zwei Experten sagen, wie sie am besten eingeführt wird.

  • Über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und das Ende des klassischen Beratungsgeschäfts.
    Roboter statt Banker

    Prof. Dr. Martin Hellmich über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und wie Mittelständler von den neuen Angeboten profitieren.

  • 7 Tipps für eine gelungene Franchise-Vertragsunterzeichnung.
    Erst Verträge schließen, dann Geld verdienen

    Vertragslaufzeit, Einkaufsbedingungen Gebührenhöhe – Franchisenehmer müssen sich mit dem Kleingedruckten befassen. 7 Tipps für eine gelungene Vertragsunterzeichnung.

  • Die Entdeckung Europas

    Aus AG wird SE - Immer mehr deutsche Firmen werden ihrer Rechtsform nach europäisch. Die Vorteile: mehr Flexibilität beim Management, aber auch bei Mitbestimmung und Verlagerungen.

  • Mischung mit System

    Geldanlegen wie die Profis - das war lange Zeit nur vermögenden Investoren vorbehalten. Doch jetzt mischen Multi-Asset-Fonds den Markt auf.

  • Werben Sie jetzt auf der DUB-Franchisebörse

    Seit Jahren suchen Unternehmer in spe bei DUB.de Ihr eigenes Unternehmen. Bieten Sie finanzstarken Interessenten ein neues Zuhause unter Ihrem Dach.

  • Alles im Fluss

    Istanbul steht auf der Liste der beliebtesten Spots für Städtetrips ganz oben. Mit einem privaten Guide kann man die Stadt abseits der Touristenströme entdecken.

  • Welches Preisschild trägt ein Lebenswerk?

    Über Jahre hat Kirsten Schubert im Unternehmen ihres Vaters mitgearbeitet. Bis er unerwartet starb. Statt trauern zu können, musste sie die Firma verkaufen. Ein Erfahrungsbericht.

  • Anstand zahlt sich aus
    Anstand zahlt sich aus

    Der Gründer des Club of Hamburg, Frank Breckwoldt, erklärt, warum sich Wertschätzung und Verbindlichkeit gegenüber Mitarbeitern, Kollegen und Kunden lohnen.

  • Unternehmer per System

    Mit Franchising kann der Traum von der unternehmerischen Selbstständigkeit schnell wahr werden. Richtig angepackt, können beide Seiten profitieren.

  • Deckung oben halten

    Abischerung ist oft nicht das Erste, an das Entrepreneure denken. Doch die Altersvorsorge, die Deckung betrieblicher Risiken zählen.

  • Bester Agrarunternehmer zum „Landwirt des Jahres“ gekürt

    Bei der „Nacht der Landwirtschaft“ wurden zum zweiten Mal die begehrten „CeresAwards“ für innovative Ideen und verantwortungsvolles Wirtschaften verliehen.

  • Mach dein Ding!

    So manch erfahrener Konzernmanager liebäugelt mit einem Chefsessel im Mittelstand. Und viele Unternehmer suchen dringend einen Nachfolger. So kommen beide zusammen.

  • Digital-Know-how für alle

    Wie externe Beiräte dabei helfen, Unternehmen einen Weg durch die digitale Revolution zu weisen.

  • Print ist nicht tot

    Mindshare-Chef Christof Baron erklärt, warum gedruckte Medien im Zeitalter der Digitalisierung unterschätzt werden und Inhalte so wichtig sind wie der Kanal.

  • Erfolgreiches Franchising in fünf Schritten

    Franchise erleichtert den Weg in die Selbstständigkeit. Die Systeme sind allerdings bei weitem kein Selbstläufer. Diese fünf Tipps sollten angehende Franchise-Nehmer beachten.

  • Werbe lieber ungewöhnlich

    Für einen wirksamen Mix aus klassischen und digitalen Instrumenten gehört vor allem Mut zum Wagnis. Experten und Unternehmer verraten, wie Sie ihrer Firma Gehör verschaffen.

  • Glamour + Camping = Clamping

    Komfort-Camping führt längst kein Nischendasein mehr. Das liegt nicht zuletzt an den weltweit entstehenden Glamping-Angeboten, die Natur, Abenteuer und Fünf-Sterne-Niveau miteinander kombinieren.

  • Sophia Saller
    Sport-Stipendiatin des Jahres 2015

    Und die Gewinnerin ist ... Sophia Saller! Die U23-Weltmeisterin im Triathlon und Mathematikstudentin in Oxford wurde zur „Sport-Stipendiatin des Jahres“ 2015 gekürt.

  • Ohne Moos nichts los

    Wie bekomme ich einen Gründerkredit? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Cash per Klick
    Cash per Klick

    Fintechs sind auf dem Vormarsch. Die Online-Vermittler bringen Kredite flexibler und oft günstiger an die Kunden als Banken. Die Finanzwelt steht vor einem großen digitalen Wandel.

  • Freund oder Feind?

    Seit 129 Jahren steht Daimler für Mobilität. Geht es nach Apple und Google, hat die Ära der Automobilbauer nun ein Ende. Ein Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche.

  • Nichtstun ist das neue Arbeiten

    Entrepreneure kennen keinen Feierabend. Dabei ist Nichtstun viel effizienter, sagen Fachleute. Eine Anleitung zum produktiven Müßiggang.

  • Mythos Cholesterin

    Wann ist Cholesterin gut? Wann ist es schlecht? Was sollte man bei der Ernährung beachten? Eine Fachärztin steht Rede und Antwort.

  • Reisetipp: Basel

    Basel ist die Kulturhauptstadt der Schweiz. Kunst- und Architekturhighlights säumen das Rheinufer. Heute steht Basel für Lebensqualität. Ein kleiner Reiseführer.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick