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Hamburg, 30.06.2017

Teil 2: „Welche Daten gehören dir?“

Große Datenmengen sind für KI-Systeme wichtig. Wie gehen Sie mit Kundeninformationen um?
Suh: Datenbesitz und die Trainingsansätze sind uns bei IBM sehr wichtig. Welche Daten gehören dir? Welche Daten gehören deinem Unternehmen, und welche Daten werden genutzt, um die kognitiven Systeme zu trainieren? Wenn wir Watson für Unternehmen einsetzen, besprechen wir genau, wie wir das System trainieren und welche Daten uns das Unternehmen dafür zur Verfügung stellen kann. Insgesamt aber gibt es keine klare Linie, und viele alternative Anbieter von KI-Plattformen verzichten auf eine Selektion, weil sie schnellstmöglich so viele Daten wie möglich sammeln wollen. In Zukunft wird der Umgang mit Daten die Anbieter wie etwa digitale Banken voneinander unterscheiden.

Sie sagten, dass die Rechenleistung von Computern noch nicht ausreicht, um vollständig selbstlernende KI-Systeme zu entwickeln. Moore’s Law aber besagt, dass die Rechenkapazität sich alle zwei Jahre verdoppelt. Über kurz oder lang wird es also zu solchen Systemen kommen, oder?
Suh: Hier kommt es auf die Relation zwischen Rechenkapazität und Wirtschaftlichkeit an. Außerdem muss die dazugehörige Hardwarearchitektur entwickelt werden. In der Wirtschaft stehen derzeit Bots, Software und KI-Algorithmen im Fokus, tatsächlich aber wird genauso viel in Infrastruktur und die nächste Mikrochipgeneration investiert. Investitionen in Prozessoren und integrierte Schaltkreise sollen Chips für höher entwickelte Datenanalyse und maschinelles Lernen ermöglichen. Selbst die stündlichen Kosten pro Rechenoperation sind bei hoch entwickelter kognitiver Software deutlich höher als bei standardmäßiger Unternehmenssoftware. All diese Entwicklungen brauchen Zeit. IBM investiert in diesem Bereich und auch andere Unternehmen investieren in unterschiedliche Felder wie leistungsfähigere Mikrochips, Cloud-Infrastruktur oder Software und Services.

Wo setzen Sie Watson heute ein, und wie wollen Sie damit die menschlichen Fähigkeiten erweitern?
Suh:
Heute sind wir mit Watson in mehr als 45 Ländern und in 20 verschiedenen Wirtschaftsbereichen aktiv. Darunter die Sektoren Gesundheit, Versicherung und Bildung. Wir denken bei der Entwicklung von Watson proaktiv an die Einbindung von Menschen. Watson soll menschliche Fähigkeiten so erweitern, wie die Menschen es auch begrüßen. Wir haben Watson zum Beispiel für die Steuerberatungsagentur H&R Blocks mit ihren Beratern zusammenarbeiten lassen. Watson kennt alle steuerrechtlichen Details und unterstützt den Berater im Kundenkontakt. Aber das System könnte das nicht allein. Watson braucht definitiv Menschen, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Teil 1: Menschen besser machen

Teil 2: „Welche Daten gehören dir?“

Teil 3: „Technologie zum Wohle der Gesellschaft“

Teil 4: Positive Aspekte überwiegen

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