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Hamburg, 30.06.2017

Menschen besser machen

Bei IBM entwickelt Inhi Cho Suh das wachsende KI-System Watson weiter. Die gebürtige Koreanerin wird von manchem als zukünftiger CEO des Tech-Riesen gehandelt.


Inhi Cho Suh, General Manager IBM Collaboration Solutions (Foto: PR)

Eines wird im Gespräch mit Inhi Cho Suh schnell klar: Sie geht davon aus, dass KI enorme Umwälzungen in Wirtschaft und Gesellschaft bewirken wird. Aber für sie überwiegen die Chancen, die Advanced Analytics und kognitive Systeme bieten, um Probleme zu lösen.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: US-Unternehmer Marc Cuban geht davon aus, dass sich in den nächsten zehn Jahren mehr verändert als in den dreißig Jahren zuvor. Welche Branche wird sich am stärksten durch KI verändern und warum?
Inhi Cho Suh: Ich glaube fest daran, dass hochentwickelte Datenanalyse und Cognitive Computing die Industrie und Gesellschaft als Ganzes transformieren werden. Die Art und Weise wie Menschen arbeiten, wird sich ebenfalls grundlegend verändern. Die Umwälzungen werden enorm sein. Was die Arbeit angeht, werden sich die Anforderungen in allen Branchen und Berufen ändern. Kinder müssen zunehmend Technologie-Kompetenz erwerben, egal in welcher Branche sie nachher arbeiten. Bereits heute haben die meisten Menschen mit hochentwickelter Datenanalyse zu tun, sie wissen es nur nicht. Das gilt für jeden, der bei einem Call-Center anruft, etwas online kauft oder in den Sozialen Medien postet. In vielen dieser Umgebungen kommt bereits hochentwickelte Datenanalyse und/oder maschinelles Lernen zum Einsatz. Auf diesem Gebiet passiert bereits eine ganze Menge.

Watson ist seit einigen Jahren im Einsatz. Was streben Sie langfristig mit KI an?
Suh: Bei IBM verstehen wir KI als erweiterte Intelligenz oder auch kognitive Intelligenz, ein Kernelement im Design für Watson. Wir wollen menschliche Expertise und Fähigkeiten verbessern. Erweiterte Intelligenz bildet die Fähigkeiten ab, die uns menschlich machen: unsere Fähigkeit zu verstehen, zu schlussfolgern, Entscheidungen abzuwägen, zu lernen und zu interagieren. Das Erinnerungsvermögen ist entscheidend. Viele KI-Technologien erinnern bislang keine Hintergründe oder Kontexte.

Glauben Sie, dass KI irgendwann ein eigenes Bewusstsein entwickelt?
Suh:
Wenn Sie über das Bewusstsein von KI sprechen, gehen Sie in die Richtung des selbstständigen Lernens – fortgeschrittenes Deep Learning – bei dem sich das System mithilfe der enormen Datenmenge selbst trainieren kann. Bei IBM konzentrieren wir uns auf spezialisiertes, überwachtes Lernen, denn wir glauben nicht, dass eine allgemeine KI in der nahen Zukunft relevant wird. Die Daten und Algorithmen werden jetzt erst verfügbar. Die Wirtschaftlichkeit der Computerkapazitäten ist gerade erst erreicht, und wir bewegen uns weiter an der Oberfläche des spezialisierten maschinellen Lernens. Die Ängste vor einer allgemeinen Künstlichen Intelligenz scheinen mir eher weit hergeholt zu sein.

Teil 1: Menschen besser machen

Teil 2: „Welche Daten gehören dir?“

Teil 3: „Technologie zum Wohle der Gesellschaft“

Teil 4: Positive Aspekte überwiegen

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