Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Was Geschäftsführerverträge beinhalten sollten

Viele Firmen haben einen Geschäftsführer an der Spitze. Gerade bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH ist der Arbeitsvertrag keine einfache Sache. DUB.de zeigt die elementaren Bestandteile des Vertrags auf.

Schon die Verträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind immer wieder Gegenstand von Gerichtsverfahren. Häufig noch komplizierter sind die Vertragswerke zwischen Geschäftsführer und den Gesellschaften, insbesondere den Kapitalgesellschaften wie der GmbH und der UG.

  1. Praktisch jeder Vertrag listet die Rechte und Pflichten beider Vertragsseiten auf. So hat der Geschäftsführer den Jahresabschluss sowie einen Lagebericht für das abgelaufene Geschäftsjahr zu erstellen und allen Gesellschaftern zu schicken. Dazu gehört auch, dass der Geschäftsführer eine Gesellschafterversammlung einberuft. Dort wird der Jahresabschluss beschlossen und entschieden, wie das Geschäftsergebnis verwendet wird.
  2. Thematisiert wird in den Verträgen auch die Haftung. Zu den Standardformeln gehört, dass der Geschäftsführer gegenüber der Gesellschaft nur für vorsätzliches und grob fahrlässiges Verhalten haftet. Üblicherweise wird auch notiert, dass der Geschäftsführer für alle Schäden nur bis zu einem konkreten Höchstbetrag haftet. Diesbezüglich schließt die Firma eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit einer bestimmten Deckungssumme für den Geschäftsführer ab.
  3. Ein weiteres Thema ist der Urlaub. Das Bundesurlaubsgesetz fordert einen vierwöchigen Mindesturlaub. Geschäftsführer bekommen üblicherweise rund ein bis zwei Wochen mehr als das Gesetz fordert.
  4. Das Vergütungspaket beinhaltet meistens neben dem Festgehalt auch Tantiemen und Gratifikationen.
  5. Ähnlich wie bei Arbeitnehmern hat auch der Geschäftsführer Anspruch auf Entgeltzahlung im Krankheitsfall. Als Mindeststandard gelten Regelungen, wonach eine Entgeltzahlung von bis zu sechs Wochen festgeschrieben wird. Nicht selten erhalten Geschäftsführer aber auch einen Anspruch auf eine Entgeltzahlung, die bis zu sechs Monate gilt.
  6. Teil der Verträge zwischen Geschäftsführer und der Gesellschaft sollten auch Formulierungen zur Krankenversicherung sein. Als Mindeststandard gilt hier, dass die Gesellschaft den gleich hohen Zuschuss wie im Fall der Arbeitnehmer übernimmt.
  7. Häufiger Bestandteil sind auch Kapitalversicherungen. Diese schließt die Gesellschaft im eigenen Namen auf das Leben des Geschäftsführers ab.
  8. Stichwort Kündigungsfristen: Bekanntermaßen gilt der ge­setz­li­che Kündi­gungs­schutz nicht für Geschäftsführer. Ergo müssen relativ lan­ge Kündi­gungs­fris­ten verabredet wer­den, um den Geschäftsführer für den Fall der Ab­be­ru­fung und Kündi­gung des An­stel­lungs­ver­trags ab­zu­si­chern. Absolute Un­ter­gren­ze sind hier drei Mo­na­te zum Quar­talsende. In den meisten Fällen sind Kündi­gungs­fris­ten von sechs oder neun Mo­na­ten zum Quar­tals­en­de, zum Halb­jah­res­en­de oder zum Jah­res­en­de üblich.
  9. Geregelt wird in den Verträgen auch das Thema „Eigengeschäfte und Nebentätigkeiten“. Entweder bedürfen diese der vorherigen Zustimmung der Gesellschafterversammlung, sind – soweit sie den Geschäften der Gesellschaft nicht zuwiderlaufen – gestattet, oder sind grundsätzlich untersagt.
  10. Bestandteil der Verträge sind meistens auch Formulierungen zum Wettbewerbsverbot. Der Geschäftsführer darf keine Firmeninterna Dritten mitteilen, er verpflichtet sich zudem auch nach Beendigung des Vertrags für eine bestimmte Zeit nicht für eine Firma tätig zu werden, die in direktem oder indirektem Wettbewerb mit seiner ehemaligen Gesellschaft steht.
  11. Zwingend ist das Thema „Beendigung der Organstellung“. Hier unterscheidet man in Abberufung, Amtsniederlegung, ordentlichen Kündigung und außerordentlichen Kündigung.
  12. Daran schließen sich häufig Formulierungen zu Abfindungsregelungen an, die bei einer ordentlichen Kündigung oder einer Nichtverlängerung des Anstellungsvertrages eintreten.

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Wladimir Klitschko gewährt einen Einblick in seine Pläne für die Karriere nach dem Sport.

    Wladimir Klitschko im Interview

    Der erfolgreichste Box-Schwergewichtler aller Zeiten über die Karriere nach der Karriere.

  • Nicolas Rädecke und Susanne Schnur von DUB.de auf dem Franchise Matching Day 2016.

    Franchise Matching Day mit großem Erfolg

    Rund 400 Besucher kamen zur größten deutschen Franchisemesse in Köln. Als Medienpartner stellte die Deutsche Unternehmerbörse DUB.de die neue DUB Franchisebörse vor.

  • Das neue DUB UNTERNEHMER-Magazin ist da

    Exklusiv am Kiosk, in Handelsblatt und in WirtschaftsWoche: Weltmeister Wladimir Klitschko verrät sein Erfolgsgeheimnis. Dazu: fünf Megatrends, die Sie kennen müssen.

  • Wer ein Unternehmen gründen oder kaufen will, braucht Geld – zu möglichst niedrigen Zinsen.

    Wenn die Hausbank Nein sagt

    Ihre Bank will Ihnen keinen Gründerkredit geben? Kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen! So kommen Sie trotzdem an günstiges Startkapital.

  • Wie fit sind die Krankenkassen?

    Der Chef der größten deutschen Krankenkasse spricht über Zukunftsszenarien – nicht alle sind rosig.

  • Colin Berr

    Gefragte Mentoren

    „Jedes Team braucht einen guten Mentor“, weiß der Milliardär und Entrepreneur Richard Branson. Warum das auch für kleine Unternehmen zutrifft.

  • Am Ziel vorbei

    Teamarbeit ist ein Erfolgsfaktor. Doch was tun, wenn das Zusammenwirken hakt? Das gängige Rezept: ein gemeinsamer Ausflug. Aber hilft das?

  • Unternehmerischer Erfolg mit System

    Wer sich selbstständig machen will, ohne auf eine strategische Unterstützung zu verzichten, sollte über Franchising nachdenken.

  • Ideen innen und aussen

    Beim Innovationsforum 2015 in Frankfurt am Main sprachen vier Konzernlenker darüber, welche Quellen sie anzapfen, um neue Ideen zu generieren.

  • Aufs große Spielfeld

    Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, sagt, was passieren muss, damit Europa nicht den Anschluss verliert.

  • Was bleibt, was kommt

    Ob Digitalisierung, Mobilität, Demografiewandel – Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Wer erfolgreich sein will, muss sich dem globalen Wandel stellen.

  • Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen.

    Weg mit dem Server

    Die Cloud im eigenen Unternehmen kann IT-Kosten sparen und die Nerven schonen – wenn sie richtig eingesetzt wird. Zwei Experten sagen, wie sie am besten eingeführt wird.

  • Über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und das Ende des klassischen Beratungsgeschäfts.

    Roboter statt Banker

    Prof. Dr. Martin Hellmich über den Erfolg der Fintechs, Online-Strategien der Banken und wie Mittelständler von den neuen Angeboten profitieren.

  • 7 Tipps für eine gelungene Franchise-Vertragsunterzeichnung.

    Erst Verträge schließen, dann Geld verdienen

    Vertragslaufzeit, Einkaufsbedingungen Gebührenhöhe – Franchisenehmer müssen sich mit dem Kleingedruckten befassen. 7 Tipps für eine gelungene Vertragsunterzeichnung.

  • Die Entdeckung Europas

    Aus AG wird SE - Immer mehr deutsche Firmen werden ihrer Rechtsform nach europäisch. Die Vorteile: mehr Flexibilität beim Management, aber auch bei Mitbestimmung und Verlagerungen.

  • Mischung mit System

    Geldanlegen wie die Profis - das war lange Zeit nur vermögenden Investoren vorbehalten. Doch jetzt mischen Multi-Asset-Fonds den Markt auf.

  • Werben Sie jetzt auf der DUB-Franchisebörse

    Seit Jahren suchen Unternehmer in spe bei DUB.de Ihr eigenes Unternehmen. Bieten Sie finanzstarken Interessenten ein neues Zuhause unter Ihrem Dach.

  • Alles im Fluss

    Istanbul steht auf der Liste der beliebtesten Spots für Städtetrips ganz oben. Mit einem privaten Guide kann man die Stadt abseits der Touristenströme entdecken.

  • Welches Preisschild trägt ein Lebenswerk?

    Über Jahre hat Kirsten Schubert im Unternehmen ihres Vaters mitgearbeitet. Bis er unerwartet starb. Statt trauern zu können, musste sie die Firma verkaufen. Ein Erfahrungsbericht.

  • Anstand zahlt sich aus

    Anstand zahlt sich aus

    Der Gründer des Club of Hamburg, Frank Breckwoldt, erklärt, warum sich Wertschätzung und Verbindlichkeit gegenüber Mitarbeitern, Kollegen und Kunden lohnen.

  • Unternehmer per System

    Mit Franchising kann der Traum von der unternehmerischen Selbstständigkeit schnell wahr werden. Richtig angepackt, können beide Seiten profitieren.

  • Deckung oben halten

    Abischerung ist oft nicht das Erste, an das Entrepreneure denken. Doch die Altersvorsorge, die Deckung betrieblicher Risiken zählen.

  • Bester Agrarunternehmer zum „Landwirt des Jahres“ gekürt

    Bei der „Nacht der Landwirtschaft“ wurden zum zweiten Mal die begehrten „CeresAwards“ für innovative Ideen und verantwortungsvolles Wirtschaften verliehen.

  • Mach dein Ding!

    So manch erfahrener Konzernmanager liebäugelt mit einem Chefsessel im Mittelstand. Und viele Unternehmer suchen dringend einen Nachfolger. So kommen beide zusammen.

  • Digital-Know-how für alle

    Wie externe Beiräte dabei helfen, Unternehmen einen Weg durch die digitale Revolution zu weisen.

  • Print ist nicht tot

    Mindshare-Chef Christof Baron erklärt, warum gedruckte Medien im Zeitalter der Digitalisierung unterschätzt werden und Inhalte so wichtig sind wie der Kanal.

  • Erfolgreiches Franchising in fünf Schritten

    Franchise erleichtert den Weg in die Selbstständigkeit. Die Systeme sind allerdings bei weitem kein Selbstläufer. Diese fünf Tipps sollten angehende Franchise-Nehmer beachten.

  • Werbe lieber ungewöhnlich

    Für einen wirksamen Mix aus klassischen und digitalen Instrumenten gehört vor allem Mut zum Wagnis. Experten und Unternehmer verraten, wie Sie ihrer Firma Gehör verschaffen.

  • Glamour + Camping = Clamping

    Komfort-Camping führt längst kein Nischendasein mehr. Das liegt nicht zuletzt an den weltweit entstehenden Glamping-Angeboten, die Natur, Abenteuer und Fünf-Sterne-Niveau miteinander kombinieren.

  • Sophia Saller

    Sport-Stipendiatin des Jahres 2015

    Und die Gewinnerin ist ... Sophia Saller! Die U23-Weltmeisterin im Triathlon und Mathematikstudentin in Oxford wurde zur „Sport-Stipendiatin des Jahres“ 2015 gekürt.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen

Jetzt Newsletter bestellen

DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick