Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Fallstricke vermeiden

Steuerrelevante Aspekte spielen bei der Unternehmensübergabe eine besonders wichtige Rolle. Rechtsanwalt Detlef Bischoff gibt einen Überblick, was bei der Nachfolgeplanung zu beachten ist.

Eine gute Nachfolgeregelung zu treffen ist kein Spaziergang. Viele Unternehmer haben lediglich eine ungefähre Vorstellung davon, ob und in welchem Ausmaß bei der Unternehmensübernahme Steuern entstehen. Die sich regelmäßig ändernde Gesetzeslage erschwert es zusätzlich, einen Überblickzu behalten.

Laut Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn steigt die Anzahl der zur Übergabe anstehenden Unternehmen kontinuierlich. Zwischen 2014 und 2018 sollen rund 135.000 Familienunternehmen betroffen sein. Grundsätzlich findet die Unternehmensübergabe bei eigentümer- oder familiengeführten Unternehmen über zwei Vorgänge statt: entweder über den Verkauf oder unentgeltlich beziehungsweise teilentgeltlich über eine Schenkung oder Vererbung.

Beim Verkauf des Unternehmens muss der Gewinn laut Einkommenssteuergesetz versteuert werden. Der Seniorunternehmer kann, sofern er mindestens 55 Jahre alt oder dauernd berufsunfähig ist, einen Freibetrag von 45.000 Euro geltend machen. Zudem kann auch mit dem halben Steuersatz versteuert werden.

Verschonung für Betriebsvermögen

Nichtsdestotrotz sind die auszuschüttenden Gewinne und die entsprechenden Steuern erheblich, da stille Reserven aufgedeckt und ausbezahlt werden. Infolge einer Schenkung entstehen keine Gewinne aus der Veräußerung. Folglich fallen für den Seniorunternehmer keine Einnahmen nach dem Einkommenssteuergesetz an. Allerdings kann bei dieser Übergabeform Schenkungsteuer entstehen. Hierbei hat das Erbschaftssteuergesetz Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen aufgestellt, wie etwa die eines betrieblichen Freibetrags von 150.000 Euro.

Änderungen in der Erbschaftssteuer

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in Karlsruhe hat Ende Dezember vergangenen Jahres entschieden, dass die Erbschaftssteuer in ihrer derzeitigen Form gesetzeswidrig ist. Ab Juli 2016 soll eine neue Regelung in Kraft treten. Für die künftige Verschonung großer Familienunternehmen fordert das BVerfG eine Bedürfnisprüfung. Noch ist allerdings offen, ab welcher Größenordnung Unternehmen diese Prüfung ablegen müssen und welche Kriterien dafür gelten. Kleinere und mittlere Familienunternehmen könnten von einer weitgehenden
oder gar vollständigen Steuerverschonung von Betriebsvermögen weiterhin profi tieren. Aufgrund des hohen Entscheidungsspielraums, der dem Gesetzgeber zuteil wird, gilt es die weitere Entwicklung aufmerksam zu beobachten.

Bis eine Neuregelung getroffen wird, können Unternehmer die Verschonungsregelungen und Freibeträge zu den aktuellen Konditionen weiterhin nutzen. Übertragungen sollten jedoch unbedingt mit einer Widerrufsklausel versehen werden, um möglichen Eingriffen des Gesetzgebers im Nachgang vorzubeugen.

Richtige Nachfolgeplanung

Unternehmen sollten sich früh mit der Nachfolgeregelung und den damit verbundenen steuerrelevanten Aspekten beschäftigen. Um mögliche Steuerlasten und langfristige Nachteile zu umgehen, empfiehlt sich die Unterstützung durch externe Berater. Immerhin steht für den Seniorchef die Sicherung seiner Altersvorsorge, für den Nachfolger der Erfolg in seinem neuen Posten und für das Unternehmen die Wirtschaftlichkeit auf dem Spiel.

Das interessiert andere Leser

  • Champions der Dualen Karriere: Jetzt wählen!

    Wer meistert Leistungssport und Studium am besten? Fünf Top-Athleten konkurrieren um den Titel Sport-Stipendiat des Jahres 2017 der Deutschen Bank und der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

  • Franchisegründungen haben Vorteile bei der Finanzierung

    Eine Gemeinsamkeit haben Franchise- und Individualgründungen auf jeden Fall – das Vorhaben muss solide und langfristig finanziert sein. Welche Vorteile Franchisegründungen haben, lesen Sie hier.

  • Digitalisierung der Integration von neuen Franchise-Partnern in das Franchise-System

    Erfolgreiches Franchising braucht einen Mix aus Online- und Offline-Medien. Lesen Sie hier, wie sich solch ein Mix zusammensetzen könnte.

  • Exklusivinterview: Grundeinkommen? Nein.

    Die Bundeskanzlerin stand der Redaktion Rede und Antwort zu Fragen der Zukunft.

  • Smarter Partner

    Autonome Autos, digitale Assistenten, Roboterchirurgen - Künstliche Intelligenz (KI) wird im Geschäfts- und Berufsleben immer spürbarer. Was KI heute schon kann und zukünftig verändert.

  • Prinzip einfach

    Um zu unternehmerischem Wachstum zu gelangen, müssen Unternehmer eine passende Vorgehensweise entwickeln. Überzeugend sind Strategien, die sich in wenigen Worten zusammenfassen lassen.

  • Exklusivinterviews: Künstliche Intelligenz

    Die Künstliche Intelligenz (KI) wirkt tief in nahezu alle Branchen hinein. 13 Top-Manager gewähren exklusive Einblicke, wie KI-Anwendungen ihre Unternehmen und Sparten umwälzen.

  • Lädt noch

    Zukunftstechnologien wie das Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz verändern die Welt, sagen Experten. Wie und wo sie bereits erfolgreich eingesetzt werden...

  • Franchisegebühren – was ist üblich?

    Was „üblich“ und „angemessen“ ist, lässt sich nicht so ganz einfach beantworten. Allerdings gibt es Kriterien, aus denen sich die Angemessenheit der Franchisegebühren ableiten lässt.

  • Die Familienstiftung bei Unternehmensnachfolgen

    Ein Instrument für die Sicherung der Nachfolge kann die Implementierung einer Familienstiftung sein.

  • Die ganze Wahrheit über ältere Gründer

    Hartnäckig hält sich der Mythos des jungen Gründers. Tatsächlich steigt das Alter der Entrepreneure in Deutschland. Wo werden ältere Gründer aktiv, was müssen sie beachten?

  • Drama Neugründungen: Deutschland rutscht im Vergleich ab

    Deutschland, Gründerland? Das war einmal! Das belegt auch eine Statistik der Industrie- und Handelskammern, die nun öffentlich wurde.

  • So unterschiedlich treu sind Gesellschafter von Familienfirmen

    82 Prozent der Familienunternehmer schätzen den Zusammenhalt untereinander als hoch ein. Unterschiede gibt es zwischen Großfamilien und in verschiedenen Stämmen organisierten Gesellschaftern.

  • Auf den Punkt flüssig - Teil 2

    Factoring stellt eine Alternative zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung für Lieferanten dar. Doch was können Abnehmer tun, um ihr Working Capital zu optimieren?

  • Kommunikation in Franchisesystemen

    Ein Experte erläutert, worauf Franchisegeber und -nehmer dabei achten sollten.

  • Neuerungen in der DUB-Unternehmensbörse

    Übersichtlicher, einfacher und erfolgversprechender. Das sollen die neuen DUB-Unternehmensbörsen und DUB-Käuferbörsen jetzt bieten. Wir haben einige Felder ergänzt und besonders das DUB-Matching eingeführt.

  • Neue Wege gehen

    Die Welt dreht sich digital – auch in der bAV-Verwaltung sind zunehmend smarte IT-Lösungen gefragt. Sie sind der Schlüssel, um betriebliche Altersversorgung künftig attraktiver zu machen.

  • Ist Ihr Unternehmen ausreichend gegen Cyber Angriffe geschützt?

    Machen Sie jetzt den kostenlosen Schnelltest!

  • America First

    Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt stammen aus den USA – Alphabet, Apple, Amazon, Microsoft und Facebook. Sieben namhafte Unternehmensberatungen haben das Potenzial der Tech-Riesen exklusiv bewertet.

  • Der Chef von Morgen

    Im Sport war er ein Spätzünder, dafür startet Johannes Lochner jetzt doppelt durch: Leitung eines Bobteams, Masterstudium – ein besseres Training für Führungskräfte gibt’s kaum.

  • Die Digitalisierung der Rekrutierung von Franchise-Partnern

    Lesen Sie hier, welche Rolle die Digitalisierung bei der Rekrutierung von Franchise-Partnern einnimmt.

  • Franchise-Umfrage: Wo, bitte, geht’s hier zum neuen Personal?

    Zum zweiten Jahr in Folge hat die Deutsche Unternehmerbörse Franchise-Systeme nach ihren größten Herausforderungen im Markt gefragt. Ganz oben: Die Suche nach Personal.

  • Späte Führungsnachfolge

    Der Brillenkönig Günther Fielmann behält noch weitere drei Jahre das Zepter in der Hand. Erst 2020 will er das Unternehmen in die Hände seines Sohnes legen.

  • Sachsen-Anhalt legt Fonds für die Unternehmensnachfolge auf

    Immer wieder scheitern Firmennachfolgen an der Finanzierung. Sachsen-Anhalt will dem nun vorbeugen – mit einem Fonds, ausgestattet mit 265 Millionen Euro.

  • „Psst, haben Sie schon gehört … ?“

    Wenn die Gerüchteküche brodelt, hat das selten Gutes zu bedeuten. Erst recht, wenn es um den Verkauf eines Unternehmens geht.

  • Zu schön, um wahr zu sein

    Was Franchisegeber Geschäftspartnern in spe über ihr System verraten müssen und woran man schwarze Schafe erkennt.

  • Geld vom Staat

    Auch Franchisenehmer kommen in den Genuss von staatlichen Fördertöpfen. Es müssen nur drei Kriterien erfüllt werden.

  • Deutschland paradox

    Die Bundesrepublik spielt wirtschaftlich in der ersten Liga – außer beim Gründungsgeschehen. Wie kann das sein?

  • Alles VUKA, oder was?

    Volatil, unsicher, komplex, ambivalent, kurz: VUKA. So beurteilen viele Chefs die Digitalisierung. Was tun?

  • Optimistische Chefs

    Deutschlands Unternehmer strotzen vor Optimismus. Dabei müssen sie in einem Punkt noch mächtig aufholen.

Dieser Artikel ist im DUB UNTERNEHMER-Newsletter erschienen. Der Newsletter erscheint alle zwei Monate - kostenlos und unverbindlich.

Bestellen Sie hier gratis den
DUB UNTERNEHMER-Newsletter

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen

Jetzt Newsletter bestellen

DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick