Was verdienen Vorstände?

Aktionäre fordern heute maximale Transparenz über die Corporate Governance des Unternehmens. Dies gilt auch für die Vergütung der Vorstände.

Seit Jahren stehen die Vorstandsvergütung und ihre individualisierte Veröffentlichung im Fokus der Transparenzdebatte. Jene Vergütungsangaben – nicht nur für Aktionäre von besonderem Interesse – sind im Anhang und im sogenannten Vergütungsbericht als  separater Teil der Corporate Governance-Berichterstattung aufzubereiten.

Good Practice neu definiert

Bei ihrer Darstellung verblieb den Unternehmen bislang – im Rahmen weniger gesetzlicher Vorgaben (§§ 285, 314 HGB) und den Anforderungen aus DRS 17 – viel Gestaltungsspielraum. Nach den letztjährigen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) soll der Vergütungsbericht nun all jene Informationen enthalten, die in die Vergütungsentscheidung des Aufsichtsrats eingeflossen sind (Ziff. 4.2.5 Abs. 3 DCGK). Zudem soll der Bericht um standardisierte Mustertabellen ergänzt werden, in denen Ziel-, Minimal- und Maximalwerte variabler Vergütungen („Gewährungs-Tabelle“) sowie die tatsächlich zugeflossene Vergütung aus mehrjährigen variablen Vergütungen („Zufluss-Tabelle“) offengelegt werden sollen (Ziff. 4.2.5 Abs. 3 S. 2 DCGK). Die standardisierte Offenlegung zielt zum einen auf eine bessere Vergleichbarkeit im Verhältnis zu anderen Unternehmen ab. Zum anderen sollen damit die Vergütungsparameter auch in ihrer zeitlichen Fortentwicklung nachvollziehbar werden. 

Aufsichtsrat wird gefordert

Obwohl die Vergütungshöhe nicht gesetzlich geregelt wird, ist der verantwortliche Aufsichtsrat nunmehr faktisch gezwungen, sich der Angemessenheit der Vorstandsvergütung insgesamt und ihren Bestandteilen – im Vergleich zum Markt und den sonstigen Führungskräften im eigenen Unternehmen – noch stärker anzunehmen. Damit sollen letztlich „Exzesse“ eingedämmt werden. Die neuen Transparenzanforderungen entsprechen im Wesentlichen denen der USA. Der Blick nach Übersee lehrt, dass sie Anstoß zu weiterer Regulierung liefern könnten. So verwundert nicht, dass die neue Bundesregierung im Koalitionsvertrag bekundet, am verbindlichen „Say-on-pay“ der Hauptversammlung festzuhalten. 

Ein Richtungswechsel?

Der Politik fehlt es an einem „Entgegenkommen“ der Wirtschaft. Die Bilanzsaison 2013/2014 signalisiert nun eine „Annäherung“. Denn obwohl die obige DCGK-Empfehlung zu detaillierteren Vergütungstabellen erst für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2013 beginnen, Geltungskraft entfaltet, wollen sie etliche Unternehmen vorzeitig anwenden. Und das, obwohl diese etliche Detailfragen offen lässt: etwa wie der Floor (feste Untergrenze) als Schwellenwert der variablen Vergütung ab einer Mindestzielerreichung zu subsumieren ist. Damit setzt die Wirtschaft ein Signal an die Politik.

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Zur Autorin 

Daniela Mattheus, Head of Corporate Governance Board Services bei EY. Sie erreichen sie unter: daniela.mattheus@de.ey.com

Zum Autor

Dr. Jens Maßmann, Partner, EMEIA Talent & Reward Leader bei EY. Sie erreichen ihn unter: jens.massmann@de.ey.com

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