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Wie Unternehmen von der Zusammenarbeit mit Hochschulen profitieren

Von Bienen, Unternehmern und Wissenschaftlern

Unternehmen jeder Größe können auf unterschiedliche Weise von der Zusammenarbeit mit Hochschulen profitieren. Kooperationen im technischen Bereich sind verbreiteter als die in nicht-technischen Bereichen, obwohl Best Practices von guten Ergebnissen zeugen.

Die Natur bietet die intelligentesten Lösungen – diese Erkenntnis ist bereits Jahrhunderte alt. In der Bionik wird dies nutzbar gemacht und biologische Vorbilder auf die Technik übertragen. Wie bspw. bei den Winglets von Flugzeugtragflächen, die zur Reduzierung von Treibstoff dienen und bei Greifvögeln abgeschaut wurden.

Dass aber nicht nur Produkte durch Vorbilder der Natur optimiert werden können, sondern auch Unternehmensprozesse, wollten Heike Flämig, Professorin für Transportketten und Logistik an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und ihr Mitarbeiter Helge Banthin in der Praxis beweisen. Unterstützt von der Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg stellten sie einen Förderantrag bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und fanden interessierte Unternehmen für die Teilnahme am Projekt ORBIO.

„In einer Onlineerhebung haben wir zunächst die Bedarfe von etwa 90 Unternehmen erfragt,“ erklärt Flämig. „Es stellte sich heraus, dass oft die Kommunikation und Interaktion der Knackpunkt ist. Daher haben wir die staatenbildenden Ameisen und Bienen untersucht. Aus ihrem Verhalten konnten wir Prinzipien ableiten, die für Unternehmen nützlich sind. Diese Prinzipien haben wir in Workshops zur Lösung der individuellen Probleme von drei Betrieben herangezogen.“

Dass von diesem Ansatz unterschiedlichste Branchen profitieren können, zeigen die Partner des Projektes: Aus Hamburg nahm die Dental-Material Gesellschaft (DMG) Chemisch-Pharmazeutische Fabrik GmbH teil. Neben dem Vertriebsspezialisten S.E.A Vertrieb & Consulting GmbH aus Osnabrück profitierte auch die Werkhaus Design + Produktion GmbH aus Bad Bodenteich von der Zusammenarbeit. In dem schnell wachsenden Unternehmen, das auf Basis seines geschützten Stecksystems Produkte vom Stiftehalter bis zum Messedisplay anbietet, wurden über 170 Verbesserungsideen entwickelt. Diese wurden zu 24 konkreten Maßnahmen zusammengeführt, von denen einige bereits umgesetzt wurden.

„Leider sind meine Mitarbeiter und ich alle keine Blattschneiderameisen, dann würden wir automatisch viel effizienter arbeiten,“ resümiert Gründer Holger Danneberg mit einem Augenzwinkern. „Wir haben uns schon viel aus der Natur abgeguckt, müssen aber weiterhin Schritt für Schritt einzelne Vorhaben umsetzen. Zuerst haben wir Laufzettel zur Fehlerberichterstattung eingeführt, um unsere Kommunikation zu verbessern und Energie, Material und Kosten einzusparen.“ Zur besseren Auslastung der Maschinen wurden sog. Qualifikationskarten für jeden einzelnen Produktionsmitarbeiter erstellt. Zur schnelleren Integration des neuen Personals wurden zudem Willkommensbooklets und Guidelines erstellt.

Auch die DMG setzt aktuelle Ergebnisse des Projekts um. „Wir hatten seit längerer Zeit vor, unser Datenmanagement neu aufzusetzen,“ so Rüdiger Stiemer, Leiter des Qualitätsmanagements der DMG. „Die Zusammenarbeit mit der Hochschule passte also genau zu unserer Planung. Die Lösungsansätze des Workshops haben uns in unseren Vorhaben bestätigt.“ Hierzu konnte u.a. ein Prinzip der Honigbienen beitragen, das mit zentralen Anlaufpunkten zur Weitergabe von Informationen arbeitet. „Das Projekt mit der TU war unsere erste Kooperation mit einer Hochschule. Die Personalkosten für die sechs Mitarbeiter, mit denen wir am Workshop teilgenommen haben waren gut investiertes Geld und wir haben neue, frische Ansätze kennengelernt. Wenn die Themen passen, wären wir jederzeit wieder bei einem ähnlichen Projekt dabei,“ berichtet Stiemer.


Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg

vermittelt zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Das Beratungs- und Vermittlungsangebot der IKS richtet sich an Unternehmen, die Unterstützung/Kooperationspartner für die Umsetzung ihres innovativen Vorhabens suchen.

Das Innovationsnetzwerk der IKS bietet direkte Kontakte zu den wissenschaftlichen Einrichtungen in Hamburg.

  • Zielgerichtete Vermittlung und Vernetzung passender Projektpartner, Experten und weiterer Akteure im Innovationsprozess
  • Identifizierung des Potenzials von FuE-Kooperationen im Unternehmen
  • Auswahl und Vermittlung von Unterstützungsangeboten in Hamburger Netzwerken
  • Die Leistungen der IKS sind kostenfrei. Ein Partner (Unternehmen oder Hochschule) einer Kooperation sollte seinen Sitz in Hamburg haben.

    Adolphsplatz 6, 20457 Hamburg
    Telefon: 36138-368
    E-Mail: kontakt@iks-hamburg.de
    www.iks-hamburg.de

    Die IKS Hamburg wird im Rahmen der InnovationsAllianz Hamburg von der Hamburger Wirtschaft und Wissenschaft in enger Verzahnung mit den Behörden getragen.

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