Umwelt schonen - Kosten senken

Kleine wie große Firmen in Europa könnten pro Jahr knapp 900 Milliarden Euro einsparen, wenn sie Energieressourcen effizienter nutzen würden.Das wissen auch Analysten und legen zunehmend auf diesen Aspekt wert.


Für Unternehmen wird es angesichts knapper werdender Rohstoffe und tendenziell steigender Energiepreise immer wichtiger, effizienter mit Ressourcen umzugehen. Denn Förderung, Transport und Verarbeitung von Rohstoffen belasten nicht nur die Umwelt, sondern zugleich auch die Budgets der Firmen. Dieser Aspekt rückt zunehmend in den Fokus von Analysten, Anteilseignern und Kreditgebern.

Das Zauberwort heißt Ressourceneffizienz. Sie kann nach Berechnungen des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie die Betriebskosten um bis zu acht Prozent senken. "In vielen kleinen und mittleren Unternehmen lassen aber das Alltagsgeschäft und die enge Personalsituation tiefergehende Analysen nicht ausreichend zu", berichtet Peter Jahns, Leiter der Effizienz-Agentur NRW (EFA). Konsequenz: Potenziale, um Kosten einzusparen, die Umwelt zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, liegen brach.

Darum bietet die EFA einen Check an. Dessen Ergebnis ist oft verblüffend: Meist bewirken schon Verhaltensänderungen deutliche Verbesserungen - ohne größeren finanziellen Aufwand. "Eine umfassende Effizienzsteigerung in der Produktion greift jedoch meist tiefer in den Prozess ein, erfordert neue Anlagenkomponenten und eine weitergehende Qualifizierung der Mitarbeiter", sagt Jahns.

Einer kürzlich veröffentlichten Studie der EU-Kommission zufolge, kann die europäische Wirtschaft über 900 Milliarden Euro pro Jahr sparen, wenn sie Ressourcen effizienter nutzt. Hierfür gibt es Finanzierungsstrategien und Unterstützungsmaßnahmen - etwa durch die mehr als 300 öffentlichen Förderprogramme für die gewerbliche Wirtschaft (www.foerderdatenbank.de). Von der EU, dem Bund, den Ländern und Stiftungen gibt es zinsgünstige Kredite und Darlehen, Zuschüsse und Beratung, insbesondere für Klein- und Mittelständler. Beratungsstellen helfen bei der Suche nach aktuellen Angeboten.

Die Düsseldorfer Altbier-Brauerei "Im Füchschen" etwa wollte 2009 die hohe Bierschwundquote und die Abwasserbelastung senken. Mit Hilfe der EFA und einer - von der Deutschen Materialeffizienz Agentur (DEMEA) geförderten - detaillierten Analyse sei ein innovatives Konzept für ein integriertes Reinigungsverfahren entwickelt worden, so Jahns. Die Brauerei hat das 2011 umgesetzt und dafür 150.000 Euro investiert - seither spart sie jährlich rund 20.500 Euro.

 

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