bAV-Spezial: Interview mit Claudia Andersch

Rahmenbedingungen für bAV so günstig wie nie

Eine Reform zu Beginn des Jahres hat die Betriebsrente noch attraktiver gemacht. Arbeitgeber und Beschäftigte sollten­ die neuen Chancen nutzen, findet Claudia Andersch, Vorstandsvorsitzende der R+V Lebens- und Kranken­versicherung.

Claudia Andersch: Seit dem 1. Januar ist sie als Vorstandsvorsitzende der R+V Lebens- und Kranken­versicherung tätig.

Claudia Andersch: Seit dem 1. Januar ist sie als Vorstandsvorsitzende der R+V Lebens- und Kranken­versicherung tätig (Foto: PR)

Die Betriebsrente wird als Baustein für die Altersversorgung immer wichtiger. Zwar haben alle Beschäftigten bereits seit dem Jahr 2002 einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung, doch viel zu wenige Arbeitnehmer nutzen diese Möglichkeit. Das soll sich jetzt ändern: Seit Januar 2018 wurden die Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersversorgung (bAV) in allen Unternehmen durch den Gesetzgeber verbessert. So zahlen sich die Lösungen zur bAV für Mitarbeiter und das Unternehmen gleichermaßen aus. Claudia Andersch, R+V-Holdingvorstand für das Personenversicherungsgeschäft, über die Vorteile der Einführung einer Betriebsrente gerade auch in kleineren und mittleren Unternehmen.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Ist 2018 das Jahr der betrieblichen Altersversorgung?

Claudia Andersch: Die Chancen für die betriebliche Altersversorgung in Deutschland waren noch nie so gut wie heute. Seit Jahresbeginn ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Es bietet viele echte Verbesserungen – und führt hoffentlich zu einer noch größeren Verbreitung der Betriebsrenten. Und zwar insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie bei Arbeitnehmern mit geringem Einkommen und bei Teilzeitkräften. Hier gibt es nämlich den größten Nachholbedarf.

Wie ist die bisherige Resonanz?

Andersch: Wir spüren, dass das Thema die Unternehmen bewegt, gerade im Mittelstand. Viele beschäftigen sich momentan detailliert mit ihrem bestehenden hauseigenen Firmenversorgungskonzept. Oft ist das gar nicht mehr zeitgemäß. Dann besteht ein akuter Beratungs- und Handlungsbedarf, um auch künftig rechtssicher zu sein. Und viele, die noch keine bAV-Möglichkeit aktiv anbieten, hat die Berichterstattung in den Medien dazu ermuntert, über eine Ein­führung nachzudenken. Als einer der größten bAV-Anbieter mit einem Marktanteil im Neugeschäft von gut einem Viertel können wir das aktuell sehr gut registrieren.

Was haben zum Beispiel die Arbeitgeber in kleinen und mittelständischen Betrieben davon, jetzt eine Betriebsrente ins Leben zu rufen?

Andersch: Eine Menge: Sie tun etwas für ihre Mitarbeiter und letztlich auch für sich selbst. Die Gelegenheit, eine Betriebsrente einzuführen, war noch nie so gut wie heute. Es gibt viel staatliche Förderung in Form von Steuervergünstigungen, Zuschüssen und Verrechnungsmöglichkeiten. Wer eine bAV anbietet, ist als Arbeitgeber attraktiver und hilft so dabei, wichtige Fachkräfte langfristig ans Unternehmen zu binden. Gerade für kleine und mittelständische Betriebe ist das angesichts des wachsenden Fachkräfte­mangels ein wichtiges Wettbewerbsargument. Das hat übrigens nicht nur mit Geld zu tun, sondern auch mit Wertschätzung.

Reicht die bAV allein dafür aus? Oder gibt es wei­tere Angebote für Beschäftigte?

Andersch: Die Betriebsrente ist eindeutig der Dreh- und Angelpunkt. Denn der Arbeitgeber gibt damit ein klares Signal: Er kümmert sich nicht nur heute um seine Beschäftigten – sondern er hat auch die Lebensphase nach dem aktiven Arbeitsleben im Blick. Ein betriebliches Versorgungssystem kann aber natürlich auch weitere Leistungen umfassen – beispielsweise eine betriebliche Kranken- oder Unfallversicherung oder auch Lebensarbeitszeitmodelle. Und nicht zuletzt Gesundheitsservices oder gleich ein komplettes betriebliches Gesundheitsmanagement, um die Mitarbeiter fit zu halten.

Teil 1: Rahmenbedingungen für bAV so günstig wie nie

Teil 2: Betriebsrente als attraktives Instrument der Mitarbeiterbindung

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